Der VfB bereitet sich im österreichischen Längenfeld auf die neue Saison vor
Der VfB bereitet sich im österreichischen Längenfeld auf die neue Saison vor
Bundesliga

Kreativität beim VfB

Längenfeld/Österreich - Viele der rund 100 mitgereisten Fans des VfB Stuttgart dürften sich im Trainingslager des Bundesligisten im österreichischen Längenfeld gefragt haben, was die Zeugwarte Michael Meusch und Kostas Papandrafillis auf den Rasen schleppten.

Die Metallkonstruktionen, die Busfahrer Jürgen Dispan in Heimarbeit zusammengeschweißt hat, erinnern optisch an Fahrradständer, sorgen im Trainingsbetrieb aber für ganz besondere Reize.

Neue Methoden

Sie lenken Torschüsse und Pässe unvorhersehbar ab. Dass die Profis über die wilden Flugbahnen gar nicht amüsiert waren, konnte man in ihren Gesichtern ablesen.

Aber Trainer Bruno Labbadia stand neuen und alternativen Trainingsmethoden schon immer offen gegenüber. Eine der neuesten Errungenschaften beim VfB ist eine Ausrüstung zur Erhebung telemetrischer Daten.

Mit speziellen Pulsmessern werden die Leistungswerte in Echtzeit auf den Computer von Labbadia und seinem Co-Trainer Eddy Sözer gesendet. "Das ist für uns ein unheimlich wichtiges Mittel. Wir können gezielt auf jeden einzelnen Spieler eingehen", erklärte Sözer.

Maza hat noch "Nachholbedarf"

Genau hinschauen dürften die beiden bei den Daten von Neuzugang Francisco Javier Rodriguez Pinedo - oder kurz Maza. Der mexikanische Innenverteidiger wurde als Reaktion auf die Verletzung von Matthieu Delpierre (Sehnen- und Muskelriss im linken Oberschenkel) von der PSV Eindhoven verpflichtet.

Maza war nach der Saison zwar in der Vorbereitung auf den Gold Cup mit Mexiko weiter am Ball, der 29-Jährige sieht sich deshalb aber keinesfalls körperlich im Vorteil. "Ich war jetzt drei Wochen im Urlaub. Da habe ich eher noch Nachholbedarf", sagte er auf Nachfrage von bundesliga.de.

"Wir wollen variabel sein"

Vor der großartigen Bergwelt des Öztals ging es auf dem Platz dann auch vom ersten Tag an zur Sache. Labbadia hat ein straffes Programm ausgetüftelt. Neben der Grundlagenarbeit geht es vor allem darum, das taktische System variabler zu gestalten.

Dabei soll von dem in der Rückrunde so erfolgreichen 4-2-3-1 je nach Personallage auf ein 4-1-3-2 umgestellt werden. "Wir wollen variabel sein, auf verschiedene Situationen reagieren können. Das hängt gar nicht so sehr vom Gegner ab, sondern vor allem von unseren Spielern", erklärte Labbadia.

Alleine in drei Testspielen hat der VfB Stuttgart die Möglichkeit, die verschiedenen Systeme zu verfeinern. Und Labbadia wird in den Trainingseinheiten sicherlich auch noch die ein oder andere Überraschung für sein Team parat haben.

Aus Längenfeld berichet Michael Reis