Luca Toni (l.) spielt gegen Schalke nach dreiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder für den FCB in der Bundesliga
Luca Toni (l.) spielt gegen Schalke nach dreiwöchiger Verletzungspause erstmals wieder für den FCB in der Bundesliga
Bundesliga

Kräftemessen der Verfolger

An der Spitze der Bundesliga könnte es am Sonntag zu Turbulenzen kommen. Grund: Während Tabellenführer 1899 Hoffenheim bei Hertha BSC Platz 1 verteidigen möchte, treffen der FC Schalke 04 und der FC Bayern München im Duell der Verfolger aufeinander und wollen dem Aufsteiger auf die Pelle rücken.

Während es bei den beiden erstengenannten Begegnungen um die oberen Tabellenregionene geht, will der VfB Stuttgart im dritten Sonntagsspiel (ab 16:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bei Eintracht Frankfurt zunächst das Niemandsland der Tabelle verlassen.

Bayern will an die Spitze

"Ich erwarte hochmotivierte Schalker, eine Mannschaft, die im Topspiel des Jahres unbedingt die Bayern schlagen möchte, ein emotionales Spiel und einen richtigen Fight", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann und ließ keine Zweifel an den Zielen des Titelverteidigers aufkommen: "Unsere Mannschaft ist gut drauf und fühlt sich frisch. Wir wollen unbedingt noch vor Weihnachten nach oben. Deshalb sollten wir am Sonntag einen weiteren großen Schritt machen."

Nach dem 1:1 in der Champions League beim AC Florenz am Mittwoch kann der Ex-Bundestrainer wohl wieder auf Stürmer Luca Toni zurückgreifen. "Luca ist einsatzfähig für Sonntag, auch von Anfang an. Es sieht gut aus bei ihm. Ich hoffe, dass er auch torhungrig ist", sagte Klinsmann.

"Poldi" und "Schweini" nicht dabei

Fehlen werden den Münchnern auf Schalke allerdings Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. Der Stürmer leidet unter Rückenproblemen, Nationalmannschaftskollege Schweinsteiger noch an seiner Risswunde am Schienbein aus der Partie in Florenz.

Als Alternativen für Schweinsteiger im rechten Mittelfeld nannte der Bayern-Coach "Toni Kroos und José Sosa". Auch für Philipp Lahm, der am Freitag schon wieder am Mannschaftstraining teilgenommen hatte, kommt das Spiel nach seiner Fußverletzung noch zu früh.

Keine Angst bei "Königsblau"

Doch auch Schalke strotzt nach dem 1:1 bei Racing Santander im UEFA-Cup und mittlerweile acht Spielen in Folge ohne Niederlage vor Selbstvertrauen. "Am Sonntag ist ein Topspiel, vor dem ich sicher keine Angst habe. Ich werde ruhig schlafen können und nicht denken: Oh, jetzt spielen wir gegen die Bayern", meinte Trainer Fred Rutten, und Kevin Kuranyi fügte forsch hinzu: "Ich habe noch nie vor Bayern gezittert."

Die Bayern haben nach vier Liga-Siegen in Folge mit 21 Punkten einen Zähler Vorsprung vor den "Königsblauen". Hoffenheim (25) ist für die beiden Schwergewichte noch nicht erreichbar. Geht es nach dem Aufsteiger, der in Berlin den sechsten Sieg in Folge anstrebt, könnte sich der Vorsprung ruhig noch vergrößern.

Hertha am Limit

Hoffenheims Freistoß-Spezialist Sead Salihovic steht bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte im Mittelpunkt des Interesses. "Es ist schon ein besonderes Spiel für mich. Ich habe noch viele Freunde in Berlin, aber ich habe die Vergangenheit hinter mir gelassen und mein Glück in Hoffenheim gefunden", sagte der Bosnier, der in dieser Woche seinen auslaufenden Vertrag bis 2012 verlängerte - trotz zahlreicher Angebote unter anderem aus Berlin und München.

Der Respekt vor dem Team von Trainer Ralf Rangnick ist groß an der Spree. "Hoffenheim spielt spektakulären und tollen Fußball. Wir müssen an unser Limit gehen und unsere Tugenden abrufen, dann können wir auch Hoffenheim schlagen. Die haben auch ihre ein oder andere Schwäche, die wir nutzen müssen", meinte Manager Dieter Hoeneß.

Duell im Mittelfeld

Die Stuttgarter wollen nach ihren Niederlagen in Hamburg (0:2) und gegen Köln (1:3) endlich auch wieder in der Liga gewinnen und ihren Schwung aus dem UEFA-Cup mitnehmen.

"Wir müssen in Frankfurt unbedingt nachlegen", meinte Nationalstürmer Mario Gomez, der beim 2:0 gegen Partizan Belgrad beide Treffer erzielt hatte. Die Eintracht will dagegen nach drei Siegen in den letzten vier Spielen den Sprung ins gesicherte Mittelfeld perfekt machen.