Manchester - Aus der Traum vom Erreichen der Europa League. Nach einer starken ersten Halbzeit musste sich Borussia Mönchengladbach am Ende doch dem englischen Vizemeister mit 4:2 geschlagen geben. Trotzdem beenden die Fohlen die Gruppenphase der Champions League mit erhobenen Haupt. Torschütze Julian Korb stellte sich nach der Partie den Fragen der Journalisten.

Frage: Herr Korb, Sie haben Historisches geschafft und das erste Auswärtstor für Borussia Mönchengladbach in der Champions League-Historie erzielt. Am Ende war ihr Treffer nichts wert und die Borussia verlor mit 2:4. Können Sie sich trotzdem ein wenig über ihr Tor freuen?

Julian Korb: Ich hätte mein Tor gerne eingetauscht gegen einen Verbleib in der Europa League. Es ist ziemlich bitter, wie es gelaufen ist. In der ersten Halbzeit haben wir guten Fußball gezeigt, uns immer wieder von hinten heraus kombiniert bis vor das Tor. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann nicht mehr geschafft für Entlastung zu sorgen, der Druck wurde immer größer, was bei der Qualität von City auch nicht verwunderlich ist.

"Haben uns gut präsentiert"

Frage: Musste die Mannschaft der starken ersten Hälfte am Ende Tribut zollen? Das Team wirkte in den Schlussminuten ziemlich platt?

Korb: Wir wollten in der zweiten Halbzeit so lange wie möglich für Entlastung sorgen, aber dann ist sehr schnell das 2:2 gefallen. Wir haben dann gehört, dass auch noch Sevilla führt. Nach vorne wollten wir dann wieder Impulse setzen, aber dann ist direkt das 3:2 gefallen und es war vorbei.

Frage: War es zum Schluss die große Qualität vom Manchester City oder die fehlende internationale Erfahrung ihres Teams, die den Ausschlag über den Sieg gegeben hat?

Korb: Vielleicht war es ein Mix aus Beidem. Trotzdem haben wir uns in dieser Champions League-Saison sehr gut präsentiert, obwohl wir deutlich mehr Punkte hätten holen können. Vom Aufwand her stimmt unsere Punktzahl nicht überein. Deshalb ist es besonders ärgerlich. Wenn wir viermal verloren hätten, dann wäre ein Ausscheiden okay gewesen. Bei unseren Gegnern haben wir uns aber sicherlich Respekt verschafft, vorher kannten die uns nicht so wirklich. Trotz des nur vierten Platzes können wir viel Positives aus der Champions League ziehen.

"Der Trainer ist der Boss"

Frage: Eigentlich spielen Sie auf der rechten Seite in der Viererkette. Gegen City rückten Sie eine Position nach vorne und konnten sich mehr in den Angriff einschalten. Welche Position gefällt Ihnen besser?

Korb: Meine Position war ähnlich wie gegen die Bayern, vielleicht etwas offensiver. Egal welche Rolle der Trainer mir gibt, ich versuche das Bestmögliche daraus zu machen und umzusetzen. Mir macht es mehr Spaß, wenn ich am Spiel beteiligt bin und nach vorne spielen darf. Aber der Trainer ist der Boss und der entscheidet, wo ich spiele. Wenn der Coach es so will, dass die Außenverteidiger offensiver spielen, dann versuche ich das auch umzusetzen. Mir kommt die neue Rolle aber sicherlich zugute.

Frage: Befürchten Sie nach der Niederlage einen Knick für das Bundesliga-Spiel am Samstag bei Bayer Leverkusen?

Korb: So kurz nach dem Spiel ist es sicherlich bitter auszuscheiden. Am Mittwoch dürfen wir noch enttäuscht sein, dann gilt es die Köpfe wieder frei zu bekommen und den Blick auf Leverkusen zu richten, am Samstag steht schon das nächste schwierige Spiel an. In sieben Tagen gegen Bayern, Manchester City und Leverkusen zu spielen, ist nicht das leichteste Programm, aber wir nehmen es so an.

"Wir wollen so hoch es geht"

Frage: Welche Position werden Sie gegen Leverkusen spielen?

Korb: Das weiß ich noch nicht, dass müssen sie den Trainer fragen (lacht). Egal was das kommt, ich versuche es gut umzusetzen.

Frage: Wie optimistisch sind Sie, dass Borussia Mönchengladbach auch in der kommenden Saison in der Champions League vertreten sein wird?

Korb: Im Moment stehen wir auf dem dritten Tabellenplatz. Wir wollen so hoch es geht in der Tabelle klettern und so spielen, wie in den vergangenen Partien. Dann ist es realistisch auch in der nächsten Saison Champions League zu spielen. Lust und Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Aus Manchester berichtet Alexander Barklage