Mainz - Es war kein rauschendes Fest dieses 100. Spiel, das Thomas Tuchel als Trainer des 1. FSV Mainz 05 in der Bundesliga an der Seitenlinie erlebt hat. Aber Tuchel war trotz des 0:0 gegen den VfL Wolfsburg von der Leistung seiner Mannschaft angetan.

"Von der Wachheit und der Aufmerksamkeit war ich absolut zufrieden", erklärte der Jubilar, nachdem seine Elf den 143. Punkt im 100. Ligaspiel unter seiner Regie eingefahren hatte. "Das war kein typisches 0:0. Wir haben über weite Strecken des Spiels gut agiert", freute sich Tuchel über Saisonpunkt 38 der Nullfünfer, der den Klassenerhalt am Freitagabend so gut wie sicherte.

Mainzer erleichtert



Chancen zum Siegtreffer gab es auf beiden Seiten, am Ende aber bezeichnete auch der Mainzer Kapitän Nicolce Noveski das Remis "als gerecht". Der Mazedonier war auch deshalb zufrieden, weil "wir solche Spiele in der Vorrunde auch schon 0:2 oder 0:3 verloren haben".

Im Hinterkopf sei aber immer gewesen, dass man mindestens diesen einen Punkt aus dieser Partie habe mitnehmen wollen, erklärte Noveski und gestand erleichtert: "Jetzt sind wir froh, das geschafft zu haben." Die Mainzer werden also auch in der nächsten Saison und damit zum vierten Mal hintereinander in der Bundesliga spielen. Die konstante Erstklassigkeit ist die Frucht einer guten Arbeit im sportlichen Bereich.

"Nie mehr zweite Liga", sangen die Fans nach dem Abpfiff, ohne ganz euphorisch zu sein. "Man hat im Umfeld schon lange mit dem Klassenerhalt gerechnet. Wir hatten zuletzt ja schon frühzeitig wichtige Punkte geholt", erklärte Kapitän Noveski.

Tuchel sieht Nullfünfer "auf einem guten Weg"



"Wir hatten vor der Saison in Holtby, Schürrle und Fuchs drei Abgänge, die vom Sportlichen her und von der Persönlichkeit nicht eins zu eins zu ersetzen waren. Aber wie die Mannschaft in der Rückrunde stabil punktet, ist schon aller Ehren wert", lobt Trainer Tuchel. In der Rückrunde kam nach langer Verletzung Adam Szalai wieder in der Offensive dazu und in Mohamed Zidan von Borussia Dortmund ein weiterer starker Angreifer. "Der Umbruch hat etwas länger gedauert, als wir gedacht haben, aber wir sind auf einem guten Weg jetzt", glaubt Trainer Tuchel.

"Es war wichtig, diese Saison zu überstehen und eine Mannschaft aufzubauen", erklärt Nullfünf-Präsident Harald Strutz. Dass vielleicht wieder Spieler den Verein verlassen werden, kümmert Strutz nicht so sehr. In der Vergangenheit war des den Mainzern ja immer gelungen, wichtige Spieler zu ersetzen. "Aber wir sind ja mittlerweile auch eine gute Adresse in der Bundesliga. Und der ein oder andere Spieler wird sich vielleicht auch sagen, er will mit diesem Trainer Thomas Tuchel einmal zusammenarbeiten", glaubt Strutz.

"Diese Gier hört nicht auf..."



Jetzt soll aber erst einmal noch das optimale Ergebnis aus den letzten beiden Begegnungen dieser Saison geholt werden, das heißt: sechs Punkte aus den Partien beim Hamburger SV am nächsten Wochenende und beim Saisonabschluss vor eigenen Publikum gegen Borussia Mönchengladbach.

"Wir werden nie selbstzufrieden sein. Wir wollen alles mitnehmen, was wir kriegen können", sagt der Trainer Thomas Tuchel un verspricht: "Diese Gier hört nicht auf, bis die Saison zu Ende ist."

Tobias Schächter