Stürme sind in Bremen eigentlich nichts Ungewöhnliches, und doch war die Heftigkeit des "Tiefdruckgebiets" Klaus Allofs am späten Samstagnachmittag überraschend.

"Das war gar nichts, so geht das nicht", wetterte der Geschäftsführer von Werder Bremen nach der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft bei Eintracht Frankfurt.

"Wir sind nicht bereit, die Dinge zu machen, die uns stark gemacht haben. Wir wollen alles mit spielerischen Mitteln lösen und den Ball ins Tor tragen", prangerte der 53-Jährige die fehlende Einstellung der Spieler an. "Wenn man nicht diesen bedingungslosen Einsatz zeigt, kann man keine Spiele gewinnen."

Werder in der Krise

Die gleichen Mängel waren auch Thomas Schaaf aufgefallen. "Was wir da heute gezeigt haben, war zu wenig. Wir werden nachfragen müssen, warum die Spieler nicht so bissig waren, das Spiel zu gewinnen", kritisierte der Trainer nach Spielschluss und ordnete für den nächsten, normalerweise freien Tag ein Straftraining für die gesamte Mannschaft an, gefolgt von einem 20-minütigen Gespräch.

Der Grund: Ein "Dreier" wäre für Bremen dringend notwendig gewesen. Durch die Pleite in Frankfurt ist Werder in der Bundesliga nun schon seit fünf Spielen sieglos und holte in dieser Zeit nur zwei magere Punkte. Durch diese Negativserie stürzten die "Grün-Weißen" in der Tabelle von Rang 2 auf den derzeit 6. Platz ab.

"Wir kommen zurück"

Noch vor wenigen Wochen hatte Klaus Allofs gesagt, dass man hohe Ansprüche und die Mannschaft das Potenzial für Platz 1 bis 8 habe, doch mittlerweile ist die Stimmung an der Weser auf dem Tiefpunkt angekommen. "Wenn wir weiter so spielen, brauchen wir nicht von den internationalen Startplätzen reden", sagte der normalerweise eher schweigsame Abwehrspieler Clemens Fritz. "Da muss einiges mehr kommen."

Dieser Appell scheint bei seinen Mannschaftskollegen angekommen zu sein. "Wir haben das Zeug, uns für den Europapokal zu qualifizieren", sagte Torsten Frings am Tag nach der Niederlage. Und Mittelfeldspieler Marko Marin versprach: "Wir wissen, dass wir die Qualität haben und werden wieder zurückkommen."

Bayern München als Aufbaugegner

Allerdings ist der nächste Gegner alles andere als ein geeigneter für ein Comeback. Der FC Bayern München hat die vergangenen fünf Spiele nämlich allesamt gewonnen, wobei das Torverhältnis von 17:4 für sich spricht.

Doch in Bremen scheint man die Philosophie zu vertreten, an seinen Aufgaben zu wachsen. Die Saison abhaken möchte Klaus Allofs jedenfalls noch nicht. "Wir sind auch schlecht in die Hinrunde gestartet und haben dann eine gute Reaktion gegen Bayern gezeigt", erinnert der Geschäftsführer an die Serie von 23 aufeinanderfolgenden Pflichtspielen ohne Niederlage, die dem 1:1 im Hinspiel gegen die Münchener folgte.

Das Rezept für eine Wiederholung des Ganzen kennt Allofs übrigens auch: "Vollgas geben!"

Gregor Nentwig