Zusammenfassung

  • Der 1. FC Köln kann im Duell gegen Mainz wieder auf drei Punkte an Platz 16 herankommen

  • Für den FC könnte es die letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt sein

  • Ruthenbeck: Wenn mir das bei Amtsantritt jemand gesagt hätte, dann hätte ich sofort unterschrieben"

Köln – Ein flüchtiger Blick auf die Tabelle reicht vollkommen aus, um die Brisanz der Partie zu erkennen: Sechs Spieltage vor Schluss hat der 1. FC Köln im Kampf um den Klassenerhalt den 1. FSV Mainz 05 zu Gast. Die "Geißböcke", derzeit sechs Punkte vom durch ihren kommenden Kontrahenten belegten Relegationsplatz entfernt, brauchen als Tabellensiebzehnter dringend Siege – und was käme da gelegener als ein Erfolg gegen einen direkten Gegner auf dem Weg zum rettenden Ufer? Für den FC ergibt sich am Samstag die Chance auf ein Startsignal im Saisonendspurt!

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"Wir wissen schon seit Wochen, dass das Spiel gegen Mainz ein ganz wichtiges Spiel wird. Wir wollen das Ding natürlich gewinnen. Mit Hilfe des Publikums wollen wir eine Euphorie entfachen wie gegen Stuttgart in der ersten Halbzeit oder gegen Leverkusen. Gelingt das, dann bin ich auch zuversichtlich", betont Kölns Torjäger Simon Terodde vor dem "Sechspunktespiel" im Abstiegskampf. Auf den routinierten Angreifer wird es am Samstag gegen die Mainzer Defensive besonders ankommen: Terodde, zuletzt von muskulären Problemen gehandicapt, soll für den FC die dringend benötigten Tore erzielen, um die Hoffnung auf den Verbleib in der Bundesliga weiter am Leben zu erhalten. FC-Trainer Stefan Ruthenbeck weiß: "Wir haben enorm viel Druck. Mainz hat sechs Punkte Vorsprung und ein besseres Torverhältnis. Wir müssen am Samstag gewinnen."

FC gegen Mainz zu Hause unbesiegt

Die Vorzeichen dafür stehen allerdings nicht schlecht: Die Rheinländer konnten zuletzt zuhause überzeugen, besiegten im eigenen Stadion Champions-League-Anwärter Bayer 04 Leverkusen mit 2:0. Gegen Mainz ist der FC gar in der Bundesliga im RheinEnergieSTADION noch unbesiegt – vier Siege und ein Remis lautet die stolze Bilanz der Kölner, die besonders das letzte Heimspiel gegen 05 noch im Gedächtnis haben: Durch einen 2:0-Erfolg machten die "Geißböcke" die erste Europapokal-Qualifikation seit 25 Jahren perfekt und schossen eine ganze Stadt in einen unvergessenen Jubeltaumel. Davon ist der FC aktuell weit entfernt, doch trotz der 0:6-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim spricht die Formkurve vor dem enorm wichtigen Duell gegen Mainz für die Kölner: Seit fünf Spielen sind die Nullfünfer sieglos, stehen auswärts bei lediglich acht Zählern.

"Wenn mir bei Amtsantritt jemand gesagt hätte, dass wir im Spiel gegen Mainz auf drei Punkte herankommen können, dann hätte ich das sofort unterschrieben." Stefan Ruthenbeck (Trainer 1. FC Köln)

Auch deshalb war unter der Woche am Geißbockheim keine Rede mehr von der hohen Niederlage des letzten Wochenendes. Nicht mehr darüber sprechen wollte FC-Coach Ruthenbeck über die Leistung an Karsamstag, der Blick des gesamten Vereins soll auf das direkte Duell im Kampf um den Klassenerhalt gelenkt werden. "Wir müssen zurück zu Leverkusen, zurück zur zweiten Halbzeit in Leipzig und auch zurück zu Stuttgart, wo wir über viele Minuten in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht haben", fordert der 45-Jährige eine signifikante Leistungssteigerung seiner Schützlinge. Eine Botschaft, die bei seinen Spielern angekommen ist. "Wir haben schon öfters nach verlorenen Spielen bewiesen, dass wir zurückkommen können", setzt Terodde auf den Charakter seines Teams: "Jetzt wartet ein Heimspiel vor ausverkauftem Haus bei 20 Grad und Sonnenschein auf uns. Etwas Schöneres gibt es doch nicht. Wir freuen uns auf das Spiel, und ein Sieg ist Pflicht, besonders, weil wir ein Heimspiel haben."

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Ein Sieg ist vor allem aber Pflicht, weil der 1. FC Köln weiter vom Klassenerhalt träumen möchte. Mit einem Erfolg im Heimspiel gegen die Nullfünfer wäre der Abstand auf nur noch drei Punkte zusammengeschmolzen. Zur Einordnung: In die Winterpause gingen die "Geißböcke" mit mickrigen sechs Zählern, hatten elf Punkte Rückstand auf die damals auf Rang 15 liegenden Mainzer. "Wenn mir bei Amtsantritt jemand gesagt hätte, dass wir im Spiel gegen Mainz auf drei Punkte herankommen können, dann hätte ich das sofort unterschrieben", betont Ruthenbeck, der sein Team in der Herausfordererrolle sieht. Gegen Leipzig oder Leverkusen habe sein Team gezeigt, dass es mit einer solchen Drucksituation umgehen kann. "Mental angegriffen sind wir, seitdem ich hier bin. Dass jedes Spiel ein Endspiel ist, haben wir selbst so ausgerufen, das ist ja nichts Neues für uns", erklärt der FC-Trainer. Sollte am Samstag beim x-ten Endspiel ein Sieg herausspringen, dürfte sich an der Drucksituation in Köln nichts ändern. Es wäre im Saisonendspurt das Kölner Wunschszenario – selbst bei einem nur flüchtigen Blick auf die Tabelle.

 

Thomas Reinscheid