Einen Tag nach der Freistellung von Cheftrainer Armin Veh als Trainer des VfL Wolfsburg ist am Dienstagmittag Lorenz-Günther Köstner offiziell präsentiert worden.

"Dass man mich mit dieser Verantwortung betraut, ist ein großer Vertrauensvorschuss, und mir war sofort klar, dass ich das mache", sagte Interimscoach Köstner. "Das Team hatte keine einfache Vorrunde und hat neun Spiele lang nicht gewonnen, deshalb müssen wir als erstes die Verkrampfung lösen. Gefragt ist jetzt absolute Leistungsbereitschaft."

"Haben mit keinem Trainer konkrete Gespräche geführt"

Manager Dieter Hoeneß nutzte die Gelegenheit, auch zur Trennung von Armin Veh noch einmal ausführlich Stellung zu nehmen.

"Wir haben nach einer gemeinsamen Sitzung des Aufsichtsrats gestern gehandelt, weil wir der Auffassung waren, dass wir dies nach zwei Niederlagen und 38 Gegentoren müssen", sagte Hoeneß. "Wir waren bis Sonntagnachmittag fest überzeugt, dass wir gewinnen und den Bock damit umstoßen würden. Daher haben wir auch mit keinem Trainer konkrete Gespräche geführt - vorher sowieso nicht und seit der Trennung auch noch nicht. Für diese wichtige Entscheidung werden wir uns nun alle Zeit nehmen, die notwendig ist", so der Manager, der daher auch zu keinem der spekulierten Namen Position beziehen wollte.

Erste Trainingseinheit unter Köstner

Köstner versammelte nach der Pressekonferenz das Team zum ersten Training nach der Trennung von Armin Veh auf dem Rasen. Während der gut 90-minütigen Einheit, die ohne die bei der Nationalelf weilenden Marcel Schäfer und Christian Gentner sowie die Afrika-Fahrer Obafemi Martins und Karim Ziani stattfand, legte Köstner vor allem Wert auf Pressing und taktische Spielformen.

Insgesamt zeigte sich der Interimstrainer im Anschluss zufrieden."Die Jungs haben sehr gut mitgezogen. Das ist gut, denn wir haben keine Zeit zu verlieren."

"Er hat er uns gemeinsam in die Pflicht genommen"

Zum Wechsel des Übungsleiters äußerte sich anschließend Sascha Riether. "Das ist schon eine traurige Situation, zumal ich selbst so etwas noch nie miterlebt habe", sagte der Mittelfeldspieler, der sich und die Mannschaft für die aktuelle Entwicklung auch mit in die Pflicht nahm: "Wenn ein Trainer geht, sind natürlich immer auch die Spieler verantwortlich", so Riether.

Das erste Training unter dem Interimscoach nannte der 26-Jährige nichtsdestotrotz "eine sehr gute Einheit." Köstner habe eine gute Ansprache gehalten und versucht, der Mannschaft Selbstvertrauen zu geben. "Außerdem hat er uns gemeinsam in die Pflicht genommen, damit wir alle zusammen da wieder rauskommen."