Gegen Hannover 96 erzielte Eintracht Frankfurts Innenverteidiger Marco Russ sein erstes Saisontor und brachte seine Mannschaft auf die Siegerstraße.

Im Interview mit bundesliga.de analysiert der junge Abwehrchef die Gründe für den 4:0-Erfolg gegen die Niedersachsen und blickt auf das schwere Restprogramm seiner Elf in der Hinrunde.

bundesliga.de: Marco Russ, Glückwunsch zum Sieg und ihrem ersten Treffer in dieser Saison. War dieser 4:0-Erfolg eine Art Wiedergutmachung für die herbe Niederlage am vergangenen Spieltag gegen Dortmund (0:4)?

Marco Russ: Jede Mannschaft, die eine Woche zuvor eine Klatsche bekommen hat, ist auf Wiedergutmachung aus. Dass es nun gegen Hannover vom Ergebnis her so deutlich wurde, ist für die Fans gut und für uns toll. Da könnte man sich dran gewöhnen.

bundesliga.de: Wie wichtig war denn dieser "Dreier" in der momentanen Situation?

Russ: Es war ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir mussten hier zuhause die drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten holen. Das haben wir geschafft und sind natürlich sehr froh.

bundesliga.de: Gegen Dortmund hat Ihre Mannschaft bei Standardsituationen gleich mehrfach schlecht ausgesehen hat. Davon war gegen Hannover nichts mehr zu erkennen...

Russ: Wir haben heute bei Standards gegen uns sehr gut gespielt und auch gewusst, dass es da immer Mal brenzlig werden kann, wenn die großen Spieler der 96er im Strafraum auftauchen. Wir haben aber dagegen gehalten und sie nicht frei zum Kopfball kommen lassen, wie noch gegen die Dortmunder Schützen. Offensiv haben wir da unsere zwei Dinger gemacht und waren auch einfach Mal wieder dran. Es ist recht gut gelaufen.

bundesliga.de: War es für sie ungewohnt, wieder einmal mit einem anderen Nebenmann in der Innenverteidigung zu spielen?

Russ: Überhaupt nicht. Wir ähneln uns alle drei (Russ, Bellaid, Galindo, Anm.d.Red.) ein wenig in unserer Spielweise. Wir versuchen, alles erstmal spielerisch zu lösen. Das geht natürlich nicht immer. Es gibt zwischen uns auf jeden Fall keine drastischen Unterschiede. Jeder hat diese Position schon x-mal gespielt und von daher muss man da keinem helfen oder erklären, was er da zu tun hat.

bundesliga.de: Die Hiobsbotschaften reißen in Frankfurt nicht ab. Nun hat sich auch noch Ihr Keeper Oka Nikolov verletzt und fällt für die restlichen Spiele in der Hinrunde aus. Wie nimmt die Mannschaft diese ständigen Nackenschläge denn mittlerweile auf?

Russ: So etwas passiert halt. Für uns ist es mittlerweile nichts Besonderes mehr. Wir nehmen die Verletzungen hin, wie wenn am nächsten Tag schlechtes Wetter ist. Für uns ist das mittlerweile Normalität. Klar ist es für den Spieler schlimm und für uns erstmal ein Schock. Aber damit müssen wir umgehen und wissen damit auch umzugehen. Alles andere bringt ja nichts.

bundesliga.de: Sehnen Sie angesichts dieser Verletztenmisere die Winterpause herbei?

Russ: Von mir aus können wir die Winterpause auch durchspielen, dass macht England auch. Wir sehnen überhaupt nichts herbei.

bundesliga.de: Mit Bremen und Hamburg stehen Ihnen in der Hinrunde noch zwei schwere Auswärtsaufgaben bevor. Was rechnen Sie sich bis zur Winterpause noch aus?

Russ: Wir wollen natürlich so viele Punkte wie möglich holen. In Bremen haben wir fast immer recht gut ausgesehen. Da ist was drin, zumal die Bremer zurzeit auch nicht die Konstanz haben wie noch vor zwei Jahren. Zuhause wollen wir gegen Bochum natürlich das letzte Spiel noch gewinnen. Für die Fans, für uns und für den Tabellenstand. Und dann ist Hamburg auch nochmal eine Reise wert. Wir werden sehen, was da noch rausspringt. Aber jetzt kommt erstmal das Bremen-Spiel und darauf bereiten wir uns vor.

Das Gespräch führte Florian Bruchhäuser