München - Für Tobias Sippel ist die Partie seines 1. FC Kaiserslautern beim FC Bayern München ein undankbare gewesen.

Der Torhüter der "Roten Teufel" konnte sich mehrmals durch gute Reaktionen und Paraden auszeichnen, doch am Ende klingelte es gleich fünf Mal in seinem Kasten.

Im exklusiven bundesliga.de-Interview spricht Tobias Sippel nach seinem 100. Liga-Spiel für den FCK (1. und 2. Mannschaft) über die Partie beim Rekordmeister, seine Vertragsverlängerung und das kommende Pokalspiel beim MSV Duisburg.

bundesliga.de: Herr Sippel, ein 1:5 klingt deutlich, aber aufgrund der ersten rund 30 Minuten war gegen die Bayern auch mehr drin, oder?

Tobias Sippel: Nicht nur in der ersten halben Stunde. Bis zur 45. Minute haben wir das Spiel selbst in der Hand gehabt. Ich kann mich an keine große Szene der Bayern oder einen Torschuss erinnern. Nur ein Mal ist Arjen Robben aufs Tor zugelaufen, doch da merkte man beim Abschluss, dass ihm noch die Spielpraxis fehlte.

bundesliga.de: Ist das Tor kurz vor der Pause daher besonders ärgerlich?

Sippel: Wie gesagt, wir haben das Spiel zu dem Zeitpunkt selbst in der Hand gehabt. Doch das Tor fällt dann nach einem Fehler, der einfach nicht passieren darf. Denn wir hatten selbst eine Ecke, laufen nach vorne und sind hinten katastrophal offen.

bundesliga.de: Nach dem Anschluss zum 1:2 war die Chance da, das Spiel vielleicht doch noch zu drehen. Warum hat das nicht geklappt?

Sippel: Wenn man versucht in München zu drücken, geht das nicht immer auf. Die Bayern haben vorne viel Qualität mit Gomez und den anderen Nationalspielern. Wenn die erstmal vor der Kiste stehen, da fragen die nicht lange, wo willst Du den hinhaben. Das ist halt Bayern München.

bundesliga.de: Aber das 1:5 ist schon deutlich...

Sippel: Man darf diese Niederlage nicht zu hoch hängen, in München kann man verlieren, auch 1:5. Aber am Mittwoch haben wir die Chance, alles wieder gutzumachen, deswegen richten wir den Blick jetzt darauf.

bundesliga.de Für Lautern ist die Situation ja ungewohnt, gleich zwei englische Wochen nacheinander. Macht sich diese Belastung bemerkbar?

Sippel: Ich glaube, jeder Fußballer spielt lieber, als dass er trainiert. Uns ist das relativ egal. Die Bayern sind diese Situation gewohnt, für uns war es mal Neues. Aber von der Kraft her ist es kein großer Nachteil, denn wir haben schon gezeigt, dass wir auch in unseren Spielen nach hinten raus noch über viel Kraft verfügen. Deswegen mache ich mir keine Sorgen.

bundesliga.de: Was rechnen Sie sich in Duisburg aus?

Sippel: Wir wollen natürlich eine Runde weiterkommen. Wir sind der Erstligist, das müssen wir auch auf dem Platz zeigen. Da gibt es auch keine Ausrede.

bundesliga.de: Sie haben in diesem Monat auch ein Zeichen gesetzt und Ihren Vertrag beim FCK verlängert. Was hat für Sie den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben?

Sippel: Die Gespräche mit Stefan Kuntz waren von vornherein sehr gut. Für mich stand auch nie zur Debatte, den Verein zu wechseln. Ich bin erst 22 Jahre alt, was kann mir besseres passieren, als mit 22 schon drei Jahre lang Stammkeeper in einem sehr guten Club zu sein. Wir haben noch viel vor, und deshalb bin ich sehr froh, dem Verein noch mindestens die nächsten zwei Jahre weiterhelfen zu können.

bundesliga.de: Kaiserslautern gilt ja als Torwartschmiede. Was ist beim FCK anders als bei anderen Clubs?

Sippel: Das Frühstück (lacht). Nein, wir werfen schon frühzeitig ein Auge auf die jungen Spieler und schauen, wen man da rauspicken kann. Wenn ich mich richtig erinnere, bin ich schon seit der D-Jugend beim Gerry (Gerald Ehrmann, Anm. d. Red.). Daher, glaub ich, hat er schon einen Blick dafür, aus wem was werden kann.

bundesliga.de: Nach dem DFB-Pokal steht ja am Samstagabend bereits das nächste Highlight für den FCK auf dem Programm - das Derby gegen Mainz. Da ist nach der Hinspielniederlage aber noch eine Rechnung offen, oder?

Sippel: Jetzt gilt unsere ganze Konzentration erstmal dem Duisburg-Spiel. Trotzdem ist das Derby ein Spiel, das musst du gewinnen, vor allem zuhause. Wir haben also jetzt zwei tolle Partien vor der Brust.

Das Gespräch führte Jessica Pulter