Köln - Der Belgier Koen Casteels hat sich längst als gestandener Torwart in der Bundesliga etabliert. Auch am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen Hannover 96 war auf ihn Verlass. Mittlerweile hat er schon 81 Bundesliga-Partien auf dem Buckel. Mit dem VfL Wolfsburg verhinderte er in der vergangenen Saison in der Relegation den Abstieg. In der aktuellen Serie will der 25-Jährige dazu beitragen, dass die Wölfe wieder erfolgreicher spielen. Die Verantwortlichen des VfL halten große Stücke auf ihren Schlussmann.

Nach einer turbulenten letzten Saison war Casteels einer der wenigen Gewinner im Team des VfL. Der belgische Nationalspieler stand 20 Mal im Tor der Wölfe und verdrängte die VfL-Ikone Diego Benaglio auf die Bank. Casteels machte seine Sache so gut, dass der Schweizer seine Zelte in Niedersachsen abbrach und zum AS Monaco wechselte. Casteels ist die unumstrittene Nummer 1 im Tor des VfL. Auch numerisch ist er nun die 1, denn diese Nummer schnappte sich Casteels von Benaglio zur neuen Saison. 

Casteels beerbt VfL-Legende 

Casteels hatte großen Anteil daran, dass der VfL in den beiden Relegationsspielen gegen Eintracht Braunschweig die Klasse halten konnte. In beiden Partien kassierte Casteels keinen Treffer. Im Sommer schenkten die Verantwortlichen des VfL Casteels sehr großes Vertrauen und verlängerten seinen Vertrag bis 2021. "Wir freuen uns sehr, dass Koen sich weiter zum VfL bekennt und seinen Vertrag frühzeitig verlängert hat. Er hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und bringt alles mit, was wir von unserer Nummer 1 erwarten. Koen verfügt bereits über viel Erfahrung, auch auf internationaler Ebene. Die Berufung in den Kader der belgischen Nationalmannschaft ist ein weiterer Beleg dafür", lobte Sportdirektor Olaf Rebbe Ende Juni.

In der Relegation gegen Braunschweig bewies Casteels mentale Stärke und war nicht zu bezwingen
In der Relegation gegen Braunschweig bewies Casteels mentale Stärke und war nicht zu bezwingen © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Streubel

Casteels hat in seiner Bundesliga-Laufbahn schon sehr viel erlebt. Besonders in Sachen Abstiegskampf kann man dem Belgier nichts mehr vormachen. Sowohl mit dem VfL Wolfsburg als auch mit seinem ehemaligen Verein 1899 Hoffenheim kämpfte er sich durch die Relegation. In der Saison 2012/13 verhinderte er unter dem damaligen Trainer Markus Gisdol in zwei Duellen mit dem 1. FC Kaiserslautern den Abstieg der Breisgauer. 2015 unterschrieb er dann beim VfL Wolfsburg, wurde aber sofort an Werder Bremen verliehen. Bei den Hanseaten stand Casteels in der Rückrunde der Saison 2014/15 sechs Mal im Tor. Danach wurde er nach Wolfsburg zurück beordert. In den vergangenen beiden Jahren stellte er sich dann dem Konkurrenzkampf mit Diego Benaglio, den er schließlich gewinnen konnte. 

Der Mann der leisen Töne

Der Belgier zahlt das Vertrauen des Vereins mit beständig guten Leistungen zurück. Der 25-Jährige ist kein Mann der großen Töne. Er lässt lieber seine Leistung sprechen. Der 1,97 Meter große Schlussmann ist ein Torwart der modernen Prägung. Er kann das Spiel von hinten eröffnen und ist für einen Torwart sehr gut am Ball. Auch in Sachen Strafraumbeherrschung hat sich Casteels weiter verbessert. Auf der Linie ist er jetzt schon einer der Besten in der Bundesliga.

Mit dem VfL Wolfsburg hat er in dieser Saison noch viel vor. Die vergangene Spielzeit will er so schnell wie möglich abhaken. "Ich fühle mich sehr wohl beim VfL und in Wolfsburg und möchte in den kommenden Jahren mit unserer Mannschaft noch viel erreichen. So eine Saison wie die vergangene darf es nicht mehr geben. Das sind wir allen schuldig - gerade auch unseren Fans", erklärte Casteels nach seiner Vertragsverlängerung. Mit dem VfL will er wieder Titel holen. So, wie zuletzt 2015 als er mit dem VfL gegen Bayern München den Supercup gewinnen konnte. 

Alexander Barklage