Köln - Nach einer intensiven Partie haben sich der 1. FC Köln und der FC Schalke 04 beim 1:1-Remis in der Domstadt leistungsgerecht die Punkte geteilt. FC-Neuzugang Neven Subotic - vor drei Wochen aus Dortmund an den Rhein gewechselt - bestritt sein zweites Spiel für die Geißböcke, sein erstes vor heimischer Kulisse. Im Interview spricht der 28-Jährige über seinen Start in Köln, die Mannschaft und die Philosophie von Trainer Peter Stöger.

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Frage: Neven Subotic, der 1. FC Köln hat gegen den FC Schalke 04 nach frühem Rückstand noch ein 1:1-Unentschieden geholt. Ist das Ergebnis gerecht?

Neven Subotic: Wir haben gefühlt für diesen Punkt sehr hart gearbeitet. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir auch noch ein Tor mehr schießen können. Aber nach einer Nacht drüber schlafen werde ich das Unentschieden wohl als faires Ergebnis einstufen, auch wenn wir die Kapazität für mehr auch andeutungsweise gezeigt haben. Aber für die ganz großartige Leistung hat gegen starke Schalker immer ein kleiner Schritt mehr gefehlt.

"Wir können uns wieder mit breiter Brust hinstellen"

Frage: Der FC hat nach dem Rückstand schon nach 65 Sekunden lange gebraucht, um in die Partie zu finden. Wie schwer war es, nach dem 0:1 wieder zurückzukommen?

Subotic: Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Die Schalker haben uns in der ersten Minuten Probleme bereitet, indem sie über die linke Seite sehr offensiv gespielt haben. Aber danach nicht mehr. Wir haben uns sehr gut darauf eingestellt. Von uns war dann vor allem in der zweiten Halbzeit sehr viel Engagement zu sehen, die Laufleistung hat gepasst. Wir sind gut bis etwa 30 Meter vor das gegnerische Tor gekommen, danach fehlte etwas die Genauigkeit in unserem Spiel. Deshalb stehen wir jetzt mit einem Unentschieden und nicht mit zwei Punkten mehr da.

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Frage: Wie hilfreich ist der Punkt nach den beiden Niederlagen im Pokal in Hamburg und in der Bundesliga in Freiburg?

Subotic: Er ist hilfreich. Wie sehr er uns weiterhilft, kann man aber weder in Zahlen noch in Worten beschreiben. Wir nehmen den Punkt jetzt mit und können uns beim nächsten Spiel wieder mit breiter Brust hinstellen. Wir haben gezeigt, dass wir gegen Mannschaften, die einen viel größeren Etat als wir haben, positive Akzente setzen und sie auch dominieren können.

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"Gefühlt spielen sie seit Jahrhunderten zusammen"

Frage: Auf den FC warten nun in Leipzig und zuhause gegen die Bayern zwei harte Brocken. Wie lautet da die Zielsetzung?

Subotic: Das wird uns der Trainer schon sagen. Aber auch die Spiele, die danach kommen, werden uns nicht geschenkt. Man muss sich immer auf das nächste Spiel konzentrieren, weil das schon Herausforderung genug ist. Wir werden uns darauf bestmöglich vorbereiten. Das haben wir mit einer guten Leistung gegen Schalke getan.

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Frage: Sie sind vor ein paar Wochen zum 1. FC Köln gewechselt und lernen die Kölner Mannschaft jetzt immer besser kennen. Was für einen Eindruck macht sie auf Sie? Wie gefestigt ist die Truppe?

Subotic: Gefühlt spielt sie schon seit Jahrhunderten zusammen. Man sieht, dass vieles passt - vor allem im offensiven Spiel, wenn es darum geht, schnell umzuschalten. Die Laufwege stimmen. Bevor der Spieler den Ball bekommen hat, ist er schon in der richtigen Position. Das ist hervorragend und zeigt die Qualität der einzelnen Spieler und ganz besonders die Kombination aller Spieler innerhalb der Mannschaft.

"Ich bin sehr zufrieden"

Frage: Wie gut finden Sie sich zurecht?

Subotic: Ich fühle mich sehr wohl. Ich bin seit drei Wochen in Köln und habe das Gefühl, dass es eher Monate oder Jahre sind. Ich bin sehr zufrieden und auch dankbar, dass die Mannschaft, der Trainerstab, die Fans und alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle dazu beigetragen haben, dass ich mich sehr wohl fühle und die Leistung bringen kann.

Frage: Wie sehr mussten Sie sich nach den gefühlten Jahrhunderten in Dortmund unter dem Trainer Jürgen Klopp auf die Spielweise des 1. FC Köln unter Peter Stöger umstellen?

Subotic: Beide legen großen Wert darauf, dass gekämpft wird. Es geht nicht darum, den "schönsten" Fußball zu spielen und dabei möglichst nicht die Klamotten dreckig zu machen. Sondern es geht vor allem darum, bei einem Fehlpass nicht die Schuldfrage zu klären, sondern zu gucken, wie schnell man umschalten und sich in eine Position bringen kann, um der Mannschaft zu helfen. Diese Philosophie befindet sich im Einklang mit der von Peter Stöger.

Frage: In Köln träumen alle vom Europapokal in der kommenden Saison. Was haben Sie sich selbst für die weiteren Spiele vorgenommen?

Subotic: Im Fußball ist immer alles möglich. Für mich ist das aber uninteressant, weil es alles sein kann. Es bringt nichts, darüber zu sprechen. Wir können nur über unsere beste Leistung Tag für Tag immer mehr Punkte erreichen. Wofür es dann am Ende reicht, wird man dann sehen.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski