Köln - Bei Heimspielen des 1. FC Köln steht er als Anlaufstelle auf dem Parkplatz vor der Südkurve. Wenn der Ball beim FC nicht rollt, dann kommt der Streetworkbus des Kölner Fanprojekts auch schon mal direkt zu den Kölner Fans. Zum Beispiel an Schulen, um dort gemeinsam mit Schülern und Lehrern Gewaltprävention zu thematisieren.

Der eigene Bus, den das sozialpädagogisch tätige Kölner Fanprojekt seit Ende 2011 besitzt, stellt dabei als außergewöhnlicher Lernort eine attraktive Alternative zum sonst üblichen Klassenzimmer dar. "Lehrer und Schulen können gerne auf uns zukommen und unser gewaltpräventives Angebot für eigene Projekttage oder -wochen zu nutzen", sagt Andreas Schmidt vom Kölner Fanprojekt.

Aktionstag im Kölner Berufskolleg Lindenstraße



In der Vorwoche hatte das Berufskolleg in der (echten) Kölner Lindenstraße das Angebot angenommen. Schüler verschiedener Nationalitäten erarbeiteten sich mit eigener Internetrecherche Informationen zu den Themen Fußball, Fans, Ultra und Gewalt. "Wir ermitteln gemeinsam, was Fansein und Fankultur eigentlich bedeutet und welche Gewaltproblematik damit verbunden sein kann. Die Schüler sind ja größtenteils auch selbst Fans und sehr motiviert, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen", meint Schmidt.

Der Streetworkbus, den das Kölner Graffiti- und Jugendkunstprojekt "Mittwochs Maler" fangerecht aufbereitet hat, ist quasi ein zusätzliches mobiles Büro des Kölner Fanprojekts. Im Juni 2011 hatte das Fanprojekt, dessen Träger die Jugendzentren Köln gGmbH ist, neue Räume in der Kölner Innenstadt bezogen. Der Gruppenraum wird regelmäßig vom Dachverband der aktiven Kölner Fanclubs genutzt, auch viele Fans aus dem Ultra-Umfeld nutzen das Angebot. Ursprünglich war das Kölner Fanprojekt im Albert-Richter-Radstadion in Rufweite des RheinEnergieStadions beheimatet.

Ausstellung "Gegen Rechtsextremismus in Köln/im Sport" am Streetworkbus



Bevor der Bus gekauft wurde, hatte das Fanprojekt schon mit einem gemieteten Bus andere "mobile Projekte" durchgeführt. So fand etwa im Oktober 2011 die Ausstellung "Gegen Rechtsextremismus in Köln/im Sport" am Streetworkbus auf dem Vorplatz vor der Südkurve des Stadions statt. Die Ausstellung vom Jugendclub Courage zeigte auf 26 Schautafeln Hintergründiges zu Ideologien, Parteien und Symbolik rechtsextremer Kultur in Köln. Auch gab es Informationen über rassistische Vorfälle im (Fußball-)Sport und zu vielfältigen Gegenaktivitäten.