Viele hatten vor dem Spiel zwischen dem 1. FC Köln und Bayern München spekuliert, ob Stürmer Lukas Podolski bei einem Tor gegen seine ehemaligen Verein jubeln werde. Die Antwort auf diese Frage blieb allerdings aus. Der Test der beiden Bundesliga-Clubs endete mit einem torlosen Remis.

Trotz Dauerregens versuchten beide Mannschaften den 42.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion ein gutes Spiel zu bieten, aber die großen Torraumszenen gab es nicht zu bestaunen Lediglich Podolski hatte vor der Pause eine gute Chance, den Deutschen Meister in Führung zu bringen. Für die Kölner vergab Miso Brecko die größte Möglichkeit, als er frei vor Bayern-Torwart Michael Rensing scheiterte.

"Ich kann meiner Mannschaft nur gratulieren"

Auch im zweiten Durchgang ergaben sich auf dem zunehmend schwer bespielbaren Rasen nur wenig Höhepunkte. Die größte Gelegenheit vergab der Kölner Adil Chihi, der knapp am Tor vorbei köpfte.

Trotz der wenigen offensiven Aktionen beurteilte FC-Trainer Christoph Daum das Spiel positiv: "Wir haben gegen Lüttich und Bayern trotz der intensiven Trainingswochegut gespielt. Gegen München haben wir ein 0:0 rausgeholt und in der Endphase sogar noch zugelegt. Von daher kann ich meiner Mannschaft nur gratulieren, wie sie sich präsentiert hat."

Kölns Toptorjäger aus der vergangenen Saison, Milivoje Novakovic, war mit der Partie zufrieden. "Wir haben 0:0 gegen Bayern München gespielt, auch wenn wir wenige Torchancen hatten, muss man das Ergebnis positiv auslegen", erklärte der Stürmer nach dem Spiel.

Fans feiern Podolski

Für Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der den Kölnern einen bundesligatauglichen Kader bescheinigte, war das Spiel weniger wichtig: "So ein Spiel wie heute gibt recht wenig Erkenntnisse, weil im Prinzip nur das fortgeführt wird, was im Trainingsrhythmus gemacht wird."

Neu war ebensowenig die Erkenntis, dass die FC-Fans ihren "Poldi" noch längst nicht vergessen haben. Mit Sprechchören hatten sie ihren "verlorenen Sohn" beim Einlauf willkommen geheißen.

"Das gibt's nicht für jeden Spieler"

Dementsprechend glücklich wirkte der 23-Jährige über seinen Empfang in der Domstadt: "Ich bin schon zwei Jahre weg, und normalerweise werden Ex-Spieler entweder vergessen oder ausgepfiffen. Auch dass Spenden für meine Rückkehr gesammelt werden, freut mich natürlich. So etwas gibt's nicht für jeden Spieler."

Und da der letzte Eindruck ja immer derjenige ist, der am stärksten haften bleibt, verabschiedeten die FC-Anhänger Podolski auch nach dem Schlusspfiff gebührend, obwohl - oder gerade weil - er kein Tor geschossen hatte. Denn irgendwann, da sind sich alle Kölner sicher, wird "Poldi" wieder im FC-Trikot auflaufen.