München - Mit zwei Favoritensiegen und einer faustdicken Überraschung ist der DFB-Pokal in die 2. Hauptrunde gestartet. während Köln und Wolfsburg sich ihrer Pflichtaufgaben entledigen, kassiert Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC die erste Saisonniederlage und scheidet gegen die TuS Koblenz aus. Im Zweitliga-Duell zwischen Fürth und Augsburg entwickelt sich ein echter Krimi.

1. FC Köln - TSV 1860 München 3:0 (0:0)

Neuer Trainer, neues Glück: Im ersten Spiel unter Interimstrainer Frank Schaefer ist beim 1. FC Köln der Erfolg zurückgekehrt. Der Bundesliga-Letzte kam nach turbulenten Tagen im DFB-Pokal zu einem 3:0 (0:0)-Erfolg gegen Zweitligist 1860 München. Martin Lanig in der 58. Minute, Milivoje Novakovic (79.) und Lukas Podolski (83.) führten die Kölner mit ihren Toren ins Pokal-Achtelfinale und bescherten damit dem Nachfolger des am Sonntag entlassenen Zvonimir Soldo an dessen 47. Geburtstag einen gelungenen Einstand.

Der FC, der auf Petit (gesperrt und verletzt), Adil Chihi (gesperrt) und Geromel (Knieprobleme) verzichten mussten, übernahm von Beginn an die Initiative. Viel sprang in der ersten Hälfte aber nicht heraus. Nur Milivoje Novakovic hätte das 1:0 machen müssen. Eine präzise Flanke von Stephan Salger köpfte der Torjäger, der erst zum vierten Mal in dieser Spielzeit in der Anfangsformation stand, freistehend in die Arme von 1860-Keeper Kiraly. Pech hatte Martin Lanig, dessen Schuss nach Doppelpass mit Novakovic an die Latte knallte.

Lauth vergibt Münchens größte Chance

Die "Sechziger" präsentierten sich hellwach und ließen den Bundesligaachtzehnten nur selten zur Entfaltung kommen. Gute Konteransätze verpufften aber zumeist am FC-Strafraum. Dennoch hatte Benny Lauth (44.) die große Führungs-Möglikchkeit, schoss aber freistehend in die Arme von FC-Keeper Miro Varvodic.

Nach dem Wechsel änderte sich die Partie schlagartig. Erst prüfte der eingewechselte Christian Clemens 1860-Keeper Gabor Kiraly (57.). Die folgende Ecke von Lukas Podolski nutzte Lanig dann per Kopf zur Führung. Dennoch blieb zunächst es eng. Die von Reiner Maurer trainierten Gäste machten Druck, die großen Chancen blieben aber aus. Dadurch ergaben sich für Köln Räume zum Kontern, die Tore fielen zwangsläufig.


SC Victoria Hamburg - VfL Wolfsburg 1:3 (0:1)

Mit einer glanzlosen Vorstellung hat der VfL Wolfsburg das Achtelfinale erreicht. Beim Hamburger Oberligisten SC Victoria kam die Mannschaft von Trainer Steve McClaren zu einem mühsamen, aber ungefährdeten 3:1 (1:0)-Sieg. Der slowakische Nationalspieler Peter Pekarik brachte den Favoriten mit seinem ersten Pflichtspieltor im Dress der "Wölfe" vor der Pause in Front (17. Minute). Josue (52.) und Marcel Schäfer (55.) trafen nach dem Seitenwechsel, ehe Stephan Rahn (71.) den Ehrentreffer für die Gastgeber erzielte.

Der Favorit konnte allerdings trotz deutlicher Überlegenheit spielerisch zunächst nicht überzeugen. Gegen die Defensive des Fünftligisten taten sich die Niedersachsen in den ersten 45 Minuten unerwartet schwer, sodass hochkarätige Torchancen bis zur Pause Mangelware blieben. Lediglich bei Pekariks Kopfball nach Flanke von Schäfer war die Victoria-Abwehr ein Mal nicht auf der Höhe des Geschehens, was prompt bestraft wurde.

Grafite macht den Deckel drauf

Im zweiten Durchgang drehten die Gäste dann jedoch auf und brachten den krassen Außenseiter zunehmend in Verlegenheit. Nach einem schönen Dibbling von Wolfsburgs Spielmacher Diego und einer Vorlage auf seinen brasilianischen Landsmann Josue erhöhte dieser mit seinem ersten Saisontor auf 2:0. Nur drei Minuten später war die Partie durch Schäfers Treffer nach Doppelpass mit Grafite praktisch gelaufen.

Doch Victoria, das in der ersten Pokalrunde überraschend Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen (1:0) aus dem Wettbewerb geworfen hatte, steckte auch nach dem 0:3 nicht auf und wurde durch das Tor von Stephan Rahn - Bruder des ehemaligen Nationalspielers Christian Rahn - belohnt.


TuS Koblenz - Hertha BSC 2:1 (0:0)

Mit einem "Tor des Monats" hat sich Drittligist TuS Koblenz den Weg ins Achtelfinale des DFB-Pokals geebnet. Michael Stahl (59.) mit einer "Bogenlampe" aus der eigenen Hälfte brachte die Gastgeber in Führung, bevor Marcus Steegmann (71. ) mit einem Foulelfmeter zum 2:0 gegen Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC traf. Am Ende kassierten die Berliner in Koblenz mit 1:2 (0:0) ihre erste Pflichtspiel-Niederlage in der laufenden Saison. Zu allem Überfluss sah der sichtlich frustrierte Berliner Raffael (81.) nach einer Tätlichkeit die Rote Karte. In Unterzahl konnte Adrian Ramos in der 88. Minute für die Hertha noch verkürzen.

Die Gastgeber, die im Vorjahr ebenfalls das Achtelfinale erreicht hatten, begannen äußerst selbstbewusst und setzten die Herthaner unter Druck. Johannes Rahn (5.) und Massimo Cannizzaro (7.) vergaben zwei große Möglichkeiten zur frühen Führung. Es dauerte fast 20 Minuten, ehe die Berliner erkannten, dass sie allein mit spielerischen Mitteln nicht zum Erfolg kommen werden.

Die erste hochkarätige Chance hatte der völlig frei auf TuS-Torhüter Dieter Paucken zulaufende Valeri Domovchiyski (24.), der den Ball jedoch überhastet über das Tor schoss. Auf der anderen Seite fand erneut Rahn seinen Meister in Herthas Keeper Marco Sejna. Nach dem Wechsel suchte die Hertha den offenen Schlagabtausch, doch die besseren Möglichkeiten erkämpfte sich die TuS. Der vorentscheidende Führungstreffer fiel hingegen wie aus heiterem Himmel, als Stahl den Ball aus rund 60 Metern über den weit vor dem Tor stehenden Berliner Keeper Marco Sejna zirkelte.

SpVgg Greuther Fürth - FC Augsburg 2:4 (1:1, 1:0) n. Verl.

Der FC Augsburg ist im DFB-Pokal wieder auf Erfolgskurs. Der Halbfinalist der Vorsaison gewann das Zweitliga-Duell bei der SpVgg Greuther Fürth 4:2 (1:1, 0:1) nach Verlängerung.

Von dem 1:0 für die Gastgeber aus Franken durch Kingsley Onuegbu (43.) ließen sich die Augsburger nicht verunsichern. Der Mittelstürmer aus Nigeria traf mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz - für den FCA war das Tor ein Weckruf. Torjäger Michael Thurk glich spät aus (79.), Ex-Bundesligaprofi Nando Raffael ebnete den Gästen mit zwei Toren (98./110.) den Weg. 60 Sekunden vor dem 2:3 war Sercan Sararer (109.) der Fürther Ausgleich gelungen. Mit seinem zweiten Treffer machte Thurk (120.) alles klar.

Das 1:0 für die Gastgeber im Ronhof war der verdiente Lohn für eine engagierte erste Hälfte gewesen. FCA-Torhüter Simon Jentzsch hatte vor dem Ausgleich einiges zu tun und klärte unter anderem glänzend gegen Nicolai Müller (23.). Augsburg hielt dagegen, spielte sich gute Gelegenheiten heraus, die dann aber zunächst kläglich vergeben wurden - zum Beispiel in der 14. Minute, als Thurk aus bester Position über das Tor schoss. Kurz nach der Halbzeitpause landete ein 20-Meter-Freistoß des Torjägers an der Latte, ehe Thurk es dann gerade noch rechtzeitig besser machte. In einer turbulenten Verlängerung schlug Augsburg drei Mal eiskalt zu.