Freiburg - Kölns Manager war bedient "Da kommt die Mannschaft zurück nach 0:2-Rückstand", ärgerte sich Michael Meier, "und dann stößt sie den vollen Eimer Milch mit dem Hintern wieder um." In der Tat gab es im Kölner Lager reichlich Grund zur Unzufriedenheit.

Da wären zunächst die beiden frühen Gegentore durch Freiburgs Jan Rosenthal (4., 11.) zu nennen. "Das Abwehrverhalten vor dem ersten Tor hat mit Bundesliga nichts zu tun", fand FC-Coach Zvonimr Soldo und sein Stürmer Lukas Podolski ergänzte, dass "so etwas in der Bundesliga tödlich" sei.

Soldo sieht verdienten Freiburger Sieg

Umso bemerkenswerter, dass der FC nach der komplett verschlafenen ersten Viertelstunde wieder zurück in die Partie kam. Zunächst verkürzte Youssef Mohamad auf 1:2 (22.). Gedankenschnell nutzte er dabei eine Fehlerkette in der Freiburger Defensive aus, an deren Ende Keeper Simon Pouplin einen Schuss von Mato Jajalo nur nach vorne abklatschen lassen konnte - der ehemalige Freiburger staubte ab.

"Ein Gegentor aus heiterem Himmel", fand SC-Trainer Robin Dutt, der kurz nach Wiederanpfiff allerdings mitansehen musste, wie der FC ausglich (50.). Adam Matuschyk zog aus 20 Metern ab - das Geschoss schlug unhaltbar im Torwinkel ein. Dass der SC Freiburg durch seinen Torjäger Papiss Demba Cissé noch der Siegtreffer gelang, war letztlich nicht unverdient, wie auch FC-Trainer Soldo eingestand: "Über 90 Minuten gesehen hat Freiburg verdient gewonnen."

Der FC ist nun Drittletzter, mit fünf Punkten aus sieben Spielen ist die Bilanz mager. "Wir stecken unten drin, da braucht man nicht drum herum reden", stellte Podolski fest, "jetzt wird es sehr schwer, da wieder rauszukommen."

Kein Aktionismus der FC-Verantwortlichen

Vor allem auswärts tritt der FC nicht entschlossen genug auf, zu oft hat man den Eindruck, dass ein 0:0 das Ergebnis wäre, auf das das Team mit seiner meist doch recht stabilen Abwehr hinarbeitet. Die Diagnose ist bekannt, im FC-Lager verweisen sie zurecht darauf, dass in der vergangenen Saison auch deshalb der Klassenerhalt gelang, weil man dem Trainer vertraute und dessen Taktik am Schluss aufging, als sich der FC vorzeitig den Klassenerhalt sicherte.

Auch in diesen Wochen wollen sich die FC-Verantwortlichen nicht von Aktionismus treiben lassen. "Die Heim-Niederlage im Auftaktspiel gegen Kaiserslautern war ein Nackenschlag", sagt Meier, "hätten wir diese drei Punkte, dann stünden wir doch ganz ordentlich da."

Nächstes Spiel gegen Dortmunder Himmelsstürmer

Auch das Heimspiel vor Wochenfrist gegen Hoffenheim hat der FC ja mehr als ordentlich bestritten und sich den Punkt redlich verdient. Und selbst aus der Partie gegen Freiburg lässt sich Positives mitnehmen. "Wir haben nach dem frühen Rückstand eine Reaktion gezeigt und sind zurückgekommen", sagte Soldo nach dem Spiel. Zu Recht wies er darauf hin, dass nach dem Ausgleichstreffer eine ordentliche Viertelstunde der Kölner zu sehen war.

Die eineinhalb Wochen bis zum nächsten Kräftemessen - in Köln-Müngersdorf wird am übernächsten Freitag Borussia Dortmund erwartet - will Zvonmir Soldo nun nutzen, um seine Mannschaft auf die Herausforderung einzustimmen: "Wir werden in den nächsten Tagen hart arbeiten und alles dafür tun, dass wir am nächsten Spieltag die Wende einleiten."

Christoph Ruf