Köln - Keine Punkte, dafür viel Druck: Der 1. FC Köln steht schon vor dem dritten Spieltag unter Zugzwang. "Es ist fraglos ein wichtiges Match, aber auf keinen Fall ein Endspiel", sagte Kölns Coach Zvonimir Soldo vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger FC St. Pauli am Sonntag (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1:3 zum Heimauftakt gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern, 2:4 nach zum Teil haarsträubenden Fehlern beim SV Werder Bremen - bereits im dritten Jahr in Folge fuhren die Kölner an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen keinen Sieg ein. Im Vorjahr gelang der erste "Dreier" erst im sechsten Anlauf.

"Müssen das Spiel machen"

Nun warten nach dem Heimspiel gegen St. Pauli die schweren Auswärtsauftritte beim FC Bayern und in Mainz - dementsprechend nervös reagiert das Umfeld auf den neuerlichen Fehlstart. Soldo sucht derweil nach Rückhalt, traf sich noch am Donnerstag samt der Spieler Martin Lanig und Stephan Salger zum Austausch mit Fanvertretern, bat um Geduld und Unterstützung.

Gedankenspiele hinsichtlich einer Systemänderung nach sieben Gegentoren in zwei Spielen wischte Soldo beiseite: "Das System ist unwichtig. Wir müssen gegen St. Pauli das Spiel machen." Wahrscheinlich ist dennoch, das Köln gegen die Hamburger die Absicherung mit zwei defensiven Mittelfeldspielern (Petit, Adam Matuschyk) sucht.

Hoffnung ruht auf Podolski

Hoffnungsträger für Soldo ist einer, der seit seiner Rückkehr nach Köln noch nicht zu seinen Bestleistungen fand: Lukas Podolski, der am Dienstag beim 6:1 gegen Aserbaidschan vor heimischem Publikum ein glänzendes Länderspiel ablieferte.

"Schon in den ersten Liga-Spielen hat mir Lukas gefallen, das hat er nun im Nationalteam bestätigt. Ich erwartete von ihm ein gutes Spiel", sagte Soldo, schränkte aber ein: "Aserbaidschan ist nicht St. Pauli. In der Bundesliga gibt es keine schwachen Gegner." Für einen Sieg gegen die "Kiezkicker" braucht der FC daher einen starken "Prinz Poldi".