Köln - Der 1. FC Köln hat sich nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt 04 auf Platz zwei der Tabelle vorgeschoben und sich zum Bayern-Verfolger Nummer eins aufgeschwungen. Während die Fans bereits mit selbstgebastelten Pappmeisterschalen auf den Rängen feiern, hat Doppelpacker Anthony Modeste mit seinen Teamkollegen ein neues Tänzchen einstudiert.

Anthony Modeste trifft, wie er will. Und seine Tore müssen natürlich - "Weil wir in diesem Jahr so viel Spaß in der Kabine haben" (Modeste) - auch gebührend gefeiert werden. So studierten der Franzose und seine Mitspieler Konstantin Rausch, Simon Zoller, Leonardo Bittencourt und Marco Höger einen neuen Tanz ein, der nach dem 1:0 seine Welturaufführung im RheinEnergieStadion erlebte.

"Es ist nichts Besonderes, sondern mehr ein Gag", erklärt Rausch die Choreografie. "Wir lachen sehr viel zusammen. Wenn dann mal ein Mannschaftskollege für die anderen keine Zeit hat und lieber was mit seiner Frau spielt, dann machen wir die Musik." Wie bei einem Instagram-Post von Leonardo Bittencourt unter der Woche, den Modeste, Rausch und Zoller süffisant kommentierten und die als Startschuss für den Musiker-Jubel gilt.

Instagram-Post als Startschuss der Musik-Jubels

Fan-Euphorie kennt kaum Grenzen

Die Fans feierten den Ausgleich der Frankfurter Eintracht gegen Bayern München frenetisch und hatten schnell ausgerechnet, dass ihr FC nun nur noch zwei Zähler hinter dem Tabellenführer rangiert. "Deutsche Meister FC" war sodann ihre logische Schlussfolgerung, die sie mit vielen mitgebrachten Meisterschalen aus Pappe untermauerten. "Alles gut, Stadion Köln eben", befand Peter Stöger zu dieser Aktion (Stimmen zum Spiel). "Wir werden ihnen sicher nicht verbieten, dass sie Pappschalen mitnehmen."

"Das ist Köln, wir wissen aber damit umzugehen", freute sich Timo Hornnach dem Abpfiff über die enthusiastischen Anhänger. "Der Kölner nimmt sich auch gerne mal selbst auf den Arm. Die Fans glauben schon an uns und wissen, dass in dieser Saison ein Tick mehr möglich ist als in der letzten. Von Meisterschaft, Champions League oder sonst irgend etwas sollten wir aber nicht reden. Darüber können wir dann am 30. Spieltag noch einmal quatschen."

Seit 12 Spielen ungeschlagen

Für den Moment genießen Profis und Anhänger gleichermaßen in der Domstadt den andauernden Höhenflug der Mannschaft von Peter Stöger. Saisonübergreifend ist der "Effzeh" nun bereits seit zwölf Partien ungeschlagen und hat dabei auch gegen viele Topteams gepunktet. Die Truppe hat unübersehbare Fortschritte in allen Bereichen gemacht.

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© imago / Uwe Kraft

Die Kölner Defensive ist kompakt und bei nur vier Gegentreffern noch stabiler als in den Vorjahren (Topfakten zum Spiel). Die Mannschaft kann variabel agieren und auch wie gegen die Schanzer geschehen während einer Partie verschiedene Systeme spielen. Aus der Kontermannschaft ist eine Elf geworden, die auch den Ballbesitzfußball beherrscht. Und in der Offensive hat Anthony Modeste einen Lauf, der beeindruckend ist.

Modeste vor Aubameyang und Lewandowski

Der Franzose hat nach seinem Doppelpack gegen Ingolstadt nun sogar mit sieben Treffern nach sieben Spielen die Führung in der Torschützenliste noch vor den Giganten Pierre-Emerick Aubameyang (Dortmund) oder Robert Lewandowski (FC Bayern) übernommen. Und gegen den FCI hätte der 27-Jährige sogar seinen Vorsprung noch ausbauen können. Nach dem Seitenwechsel vergab er noch drei Großchancen.

"Wenn ein Stürmer am Ende des Arbeitstages nach Hause geht und zwei Tore geschossen hat, dann bin ich zufrieden, auch wenn ihr nach mehr schreit", sagt FC-Vorstand Sport Jörg Schmadtke an die Medienvertreter gewandt. Der Topstürmer selbst bleibt bescheiden. "Ich hatte eine gute Vorbereitung und bin gut in Form", sagte er nach dem Spiel bei Sky. "Es läuft richtig gut, das genießen wir. Ich habe vor der Saison gesagt, dass ich mehr Tore als in der letzten Saison (15 Treffer, die Red.) schießen möchte." Wenn er seinen aktuellen Schnitt halten kann, hat sich das Thema bereits zum Vorrundenschluss erledigt.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski