Köln - Die Leistung stimmte, nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Immerhin: Nach drei Pflichtspielniederlagen konnte der 1. FC Köln mit dem 0:0 gegen die TSG Hoffenheim wenigstens einen Teilerfolg einfahren. Nach dem Remis gegen die Kraichgauer stellte FC-Keeper Timo Horn den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Timo Horn, wie ist es nach dem Spiel gegen Hoffenheim um Ihre Laune bestellt?

Timo Horn: Es geht. Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Aber die Mannschaft hat sich nach den drei Niederlagen zuletzt voll intakt präsentiert und bis auf die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben uns viele Chancen erspielt, diese aber leider nicht verwertet. Ab und zu sind wir auch wie in den letzten Wochen schon öfter an einem guten Torwart gescheitert. Aber wenn wir weiterhin so spielen, wird der Knoten auch bald wieder platzen.

"Wichtig ist, dass wir die Null gehalten haben"

bundesliga.de: Wie wichtig war es, nach den drei Niederlagen in Folge zumindest wieder einen Punkt mitzunehmen?

Horn: Wenn es ganz schlecht läuft, verliert man so ein Spiel vielleicht sogar. Aber insgesamt gesehen, wäre das mehr als unverdient gewesen. Mit dem einen Punkt war Hoffenheim schon sehr gut bedient. Wichtig war, dass wir die Null gehalten haben. Aber wir hatten uns natürlich drei Punkte ausgerechnet.

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bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Situation insgesamt? Ist der FC weiter im Soll?

Horn: Genau das nehmen wir mit. Wir versuchen, jede Woche zu punkten. Wir sind unnötig im Pokal ausgeschieden. Davor haben wir in München verloren. Zuhause sind die Bayern eine Macht. Gegen Hannover hätten wir daheim nie im Leben verlieren dürfen. In den letzten Wochen ist auch einiges gegen uns gelaufen. Aber die Mannschaft war wie gesagt zu jedem Zeitpunkt intakt. Der Stimmung haben die Ergebnisse auch keinen Abbruch getan. Wir sind weiter voll im Soll.

bundesliga.de: Ist der FC in den ersten Wochen der Saison fast schon ein Stück weit zu sehr verwöhnt worden von Anthony Modeste, der beinahe in jedem Spiel getroffen hat und jetzt nicht mehr jede Chance nutzt?

Horn: Ihm hat in den letzten Wochen auch ein bisschen die Unterstützung gefehlt. Das haben wir angesprochen. Tony kann nicht jedes Spiel für uns entscheiden. Da müssen auch andere die Tore erzielen oder in den gefährlichen Raum kommen. Wir haben es heute schon besser gemacht. Philipp Hosiner hat aus meiner Sicht ein gutes Spiel gemacht, seine Chance aber leider nicht verwertet. Wir waren auf mehreren Positionen deutlich gefährlicher. Nur letztlich hat das Tor gefehlt.

"Wir müssen das Tor erzwingen"

bundesliga.de: Was kann man gegen die Ladehemmung tun?

Horn: Man muss das Tor irgendwie erzwingen. Wenn wir weiter so spielen und so viele Chancen erspielen, wird der Ball auch irgendwann zwangsläufig ins Tor gehen. Man kann das unter der Woche nicht viel trainieren, sondern muss einfach weiter so kämpfen. Dann können wir nächste Woche schon die Leverkusener ein bisschen ärgern. Wir haben mit ihnen nach der 1:5-Niederlage in der letzten Saison noch eine Rechnung offen. Das wollen wir deutlich besser machen.

bundesliga.de: Ist dieses 1:5 immer noch eine besondere Motivation?

Horn: Wir haben schon im Rückspiel (das 1:1 endete, die Red.) gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, die Jungs von der anderen Rheinseite ein bisschen zu ärgern. Wir waren in dem Spiel sogar näher am Sieg als Leverkusen. Wir können an einem richtig guten Tag Leverkusen richtig ärgern, auch wenn sie eine Topmannschaft haben und wir alles rausholen müssen, um dort zu bestehen.

bundesliga.de: Wie bereitet man sich als Torhüter auf mögliche Freistöße von Hakan Calhanoglu vor, von dem man weiß, dass er alle seine Freistöße, die zu Toren führten, aus Torwartsicht rechts oben verwandelt?

Horn: Ja, er schießt meistens über die Mauer. Aber man darf als Torwart auch nicht zu früh spekulieren. Ich werde es so wie immer handhaben und keine besonderen Dinge trainieren. Damit sind wir gut gefahren, auch wenn es letztes Jahr nicht geklappt hat. Aber das war eher die Ausnahme

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski