Der 1. FC Köln kann zum Schreck der Tabellenführer werden. Nachdem die "Geißböcke" in der letzten Woche Bayer Leverkusen die Tabellenführung gekostet haben, wollen sie nun auch den großen FC Bayern ärgern (alle Nachmittagsspiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Und die Kölner haben schon fast so etwas wie eine kleine Serie gegen den Rekordmeister gestartet. In den letzten beiden Spielen sprang für die Münchner nicht mehr als ein mageres Pünktchen heraus. Die Truppe um Trainer Zvonimir Soldo wird es allerdings schwer haben das Projekt "Ärger den Tabellenführer" rein spielerisch lösen zu können.

Sollte es also zu einer erneuten Abwehrschlacht kommen, steht wohl einer wieder vermehrt im Blickpunkt, der in der letzten Woche viel Selbstvertrauen tanken konnte. Faryd "Mondy" Mondragons Motto: Respekt ja, Angst nein! "Ich gehe in jedes Spiel mit der Absicht, es zu gewinnen. Gegen die Bayern wird es natürlich schwer, sie haben eine starke Mannschaft mit herausragenden Einzelspielern. Wenn wir aber als Mannschaft auftreten, hoch konzentriert und diszipliniert spielen, dann ist für uns etwas möglich."

Ob der Ex-Münchner Lukas Podolski gegen seine früheren Kollegen antreten kann, ist fraglich. Der Nationalspieler zog sich beim Testspiel gegen Argentinien einen Bluterguss im Oberschenkel zu und wird intensiv behandelt, um seinen Einsatz vielleicht doch noch zu ermöglichen.

"Sonst haben wir ein ernsthaftes Problem"

Louis van Gaal musste unter der Woche erst einmal einen Schock verdauen. Die Gesichtsverletzung von Martin Demichelis und der damit verbundene mehrwöchige Ausfall ließen den Trainer aus der Niederlande nur hoffen, "dass sich jetzt keiner mehr verletzt, sonst haben wir ein ernsthaftes Problem".

Doch dieses Problem relativierte sich auch gleich schon wieder ein wenig, da ein anderer Leistungsträger in die Mannschaft zurückkehrte. Daniel van Buyten ist nach seinem Muskelfaserriss in der Wade nach Aussage von Trainer Louis van Gaal wieder fit und "wird auf jeden Fall spielen". Trotz des bevorstehenden wichtigen Champions-League-Spiels in Florenz heißt es nun mit voller Konzentration zu den "Geißböcken" zu fahren und die Tabellenführung zu festigen.

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Hamburger SV - Hertha BSC

Die Ausgangslage vor dem Spiel des HSV gegen Hertha BSC ist klar: Vor heimischer Kulisse soll in der HSH Nordbank Arena gegen den Tabellenletzten ein Sieg eingefahren werden. "Wir wollen Hertha schlagen", machte auch Trainer Bruno Labbadia deutlich. Als Selbstgänger möchte der Übungsleiter dieses Unterfangen allerdings nicht einordnen. "Sie sind besser als der Tabellenstand aussagt und haben sich im Winter sehr gut verstärkt", versucht Labbadia jede Überheblichkeit im Keim zu ersticken.

Bis zum Spielbeginn sind noch einige Personalien zu klären. Außer Marcus Berg (grippaler Infekt) kamen alle Nationalspieler unbeschadet von ihren Länderspieleinsätzen zurück. Frank Rost, der sich gegen Bayern München eine schmerzhafte Ellenbogen-Prellung zugezogen hatte, wird voraussichtlich gegen Berlin wieder auflaufen können. Ähnliches gilt für Marcell Jansen, der seinen grippalen Infekt nahezu auskuriert hat. Mladen Petric wurde bewusst geschont und wird wieder auf Torejagd gehen.

Ob Ruud van Nistelrooy ihn dabei unterstützen kann und zu seiner Heimpremiere in der Bundesliga kommt, bleibt offen. "Er ist jedoch immer eine Option für die Bank", meinte Labbadia.

"Wollen dem HSV alles abverlangen"

Hertha-Trainer Friedhelm Funkel kann zwar aus den Vollen schöpfen, entspannt ist die Lage dennoch nicht. Manager Michael Preetz machte deutlich, was er von seinem Team erwartet und nimmt jeden in die Pflicht: "Die Mannschaft muss nach vorne mit mehr Leidenschaft und Mut spielen. Ich erwarte, dass die Spieler über ihre Grenzen gehen. Die Saison geht in die Zielgerade und wir müssen jetzt alles für Hertha BSC und Berlin geben, um nicht abzusteigen."

Mut machen zumindest die Ergebnisse aus der Rückrunde. "Wir haben zwei Mal gewonnen und einmal unglücklich verloren. An diese Leistungen wollen wir in Hamburg anknüpfen", sagte Preetz. Natürlich wären drei Punkte in der momentanen Situation für die Hauptstädter enorm wichtig: "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis und wollen dem HSV alles abverlangen", ergänzte Funkel.

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Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04

Eintracht Frankfurt empfängt den FC Schalke 04, oder besser gesagt: der Dritte zu Gast beim Tabellensiebten. Wer hätte vor der Saison schon gedacht, dass die Magath-Elf vielleicht nächstes Jahr in der Champions-League spielt und die Hessen sogar von der Europa-League träumen dürfen. Heimlich, still und leise hat sich die Skibbe-Elf hinter den Top-Teams der Liga etabliert. Im Heimspiel gegen die "Knappen" kann sie eine weitere Duftmarke setzen.

Der Respekt von S04-Coach Felix Magath ist zumindest schon einmal gewiss: "Frankfurt hat berechtigte Chancen sich mit einem guten Saisonfinale sogar für die internationalen Plätze zu qualifizieren." Das Konzept erinnert den Meistermacher ein wenig an seine eigenen Mannen. "Frankfurt weist Parallelen zu Schalke 04 auf. Sie haben ihre Stärken ebenfalls nicht im Spiel nach vorne, sondern eher in der manschaftlichen Geschlossenheit und den Standards", analysierte Magath.

Trotz des Ausfalls von Marcelo Bordon (Adduktorenbeschwerden), macht sich Magath keine größen Sorgen was die personelle Situation betrifft. Schließlich sind seit letzter Woche Heiko Westermann und Carlos Zambrano wieder im Training und für Alternativen ist somit gesorgt. Lediglich das Fehlen von Jefferson Farfan (Probleme in der Hüfte) dürfte Magath nicht so einfach kompensieren können.

"Eine besondere Herausforderung für mich"

Ein ganz besonderes Spiel erwartet Eintracht-Coach Michael Skibbe. "Ich bin ein Gelsenkirchener Kind, war dort lange im Nachwuchsbereich als Trainer tätig. Natürlich ist dieses Spiel, das wir gerne gewinnen würden, eine besondere Herausforderung und Freude für mich und uns", sagte er.

Erfreut wird Skibbe über die Personalsituation bei den Hessen sein. Lediglich hinter dem Einsatz von Mike Franz steht ein Fragezeichen. "Bis auf die Langzeitverletzten sind wir nahezu komplett und freuen uns, dass wir die Chance haben zu zeigen, dass wir gegen eine sehr gute Mannschaft bestehen können."

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SC Freiburg - Hannover 96

In Freiburg erwartet die Fans ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Die Rechung ist ganz einfach. Gewinnt Hannover, zieht 96 an den Breisgauern vorbei, verlieren die Niedersachsen, so wächst der Rückstand auf sechs Punkte an. Im Kampf um den Klassenerhalt geht es also wieder um die berühmten "Big Points".

Die letzten Wochen waren für Hannover 96 und die Anhänger nicht gerade einfach. Nur ein mageres Pünktchen aus den letzten zwölf Spielen und der damit verbundene Tabellenplatz 17. Doch gegen die Freiburger soll nun alles besser werden. Aufbauen kann sich die Mannschaft von Mirko Slomka mit der Erinnerung an die Hinrunde, als man die Dutt-Elf mit 5:2 nach Hause schickte.

Die Personallage hat sich in Hannover wieder entspannt. Während letzte Woche schon Abwehrchef Karim Haggui und Kapitän Arnold Bruggink in die Mannschaft zurückkehrten, bieten sich Slomka gleich drei neue Alternativen. Durch die Genesungen von Rechtsverteidiger Steven Cherundolo, Stürmer Didier Ya Konan und Mittelfeldabräumer Leon Andreasen, die unter der Woche allesamt wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind, hat der 96-Trainer die Qual der Wahl, was die Startaufstellung angeht. Lediglich Sergio Pinto (Gelb-Sperre) und Valdet Rama (Grippe) müssen passen.

"Eine positive Ausgangssituation"

Mit einer originellen Perspektive verblüffte Freiburgs Trainer Robin Dutt vor dem Spiel: "Wir sind immer noch Tabellenführer der letzten vier und wollen diese Tabellenführung gegen Hannover auch verteidigen." Die 0:3-Niederlage beim letzten Sechs-Punkte-Spiel im badenova-Stadion gegen Hertha BSC sieht Dutt ebenso eher als Ansporn und nicht als Belastung. In Kombination mit dem Punktgewinn in Gladbach haben die Breisgauer, "was den Kopf betrifft, eine positive Ausgangssituation".

Zudem stieg nach seinem Muskelfaserriss und zwei Spielen Pause auch Kapitän Heiko Butscher am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. "Wenn Heiko topfit ist, ist er absolut gesetzt", verriet Dutt schon mal eine seiner Präferenzen. Auf jeden Fall fehlen werden allerdings Hamed Namouchi (muskuläre Probleme) und Manuel Salz (Rückenbeschwerden).

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VfL Wolfsburg - VfL Bochum 1848

Heiko Herrlich gastiert mit dem VfL Bochum beim aktuellen deutschen Meister und das keinesfalls als Punktelieferant. Die Bochumer holten in den letzten acht Partien beachtliche 14 Punkte und sind seit dem 1:5 gegen den FC Bayern ungeschlagen. Solch einen Lauf wollen die "Wölfe" gerade starten. Zwei Siege in Folge waren schon mal Balsam für die Seele des Meisters.

"Bochum ist eine sehr kompakte Mannschaft, die dem VfL Wolfsburg schon oft genug in den letzten Jahren Probleme bereitet hat", warnt Trainer Lorenz-Günther Köstner, der speziell vor der Konterstärke der Gäste großen Respekt zeigt. Auch Christian Gentner hat die letzten Duelle mit Bochum als "immer sehr unangenehm" in Erinnerung: "Wir wissen also, was uns erwartet."

Dass manch einer schon wieder nach oben blickt und einen ähnlich fulminanten Schlussspurt wie in der letzten Saison erwartet, empfindet Gentner als übertrieben. "Wir haben einfach zu viel Boden verloren, als dass wir die Ziele gleich wieder zu hoch stecken sollten", erklärt der Mittelfeldakteur: "Besser ist es, wir schauen von Spiel zu Spiel und erarbeiten uns die Dinge langsam zurück. Dann kommt der Rest von ganz allein."

"Zwetschge" muss aussetzen

Verzichten muss Köstner weiterhin auf Diego Benaglio (Knie-OP) und Jan Simunek (Oberschenkelzerrung), der gerade wieder mit dem Lauftraining begonnen hat. "Zwetschge" Misimovic kann gegen seinen früheren Club nicht mit weiteren Vorlagen für Dzeko, Grafite und Co. glänzen - die fünfte Gelbe Karte zwingt ihn zur Pause.

Milos Maric pausierte auf Bochumer Seite wegen Leis­tenproblemen und fehlte beim Test gegen Osna­brück (1:0) ebenso wie Matias Concha (Grippe). Ein Einsatz am Samstag ist fraglich.

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