Köln – "Die Nationalmannschaft war schon immer ein Traum. Wenn es irgendwann mal so weit ist, würde ich mich riesig freuen", sagte Robin Knoche vom VfL Wolfsburg jüngst, nachdem er mit dem Thema Nationalmannschaft konfrontiert wurde. Keine vier Wochen später wird der Traum bereits Wahrheit.

"Zunächst muss ich mich aber über die Vereinsebene anbieten", fügte der 22-Jährige noch hinzu. Das scheint ihm so gut gelungen zu sein, dass ihn Bundestrainer Joachim Löw jetzt aufgrund der Verletzung von Jerome Boateng für das Länderspiel gegen Spanien (Dienstag ab 20:30 Uhr im Liveticker) nachnominiert hat. Knoche wäre damit der 75. Debütant in der Ära Löw.

Zweikampfstark und passsicher

Nach dem Rücktritt von Per Mertesacker, mit dem er gelegentlich auch verglichen wird, ist im DFB-Team ohnehin ein Platz in der Innenverteidigung vakant. Knoche schaffte es beim VfL Wolfsburg immer wieder, sich gegen hartnäckige Konkurrenten wie Simon Kjaer, Emanuel Pogatetz oder Timm Klose durchzusetzten und sich ein Platz in der Startelf neben dem gesetzten Naldo zu erkämpfen. Von den letzten 50 Bundesliga-Spielen hat er gerade einmal vier verpasst.

Obwohl seine Stärken klar in der Zweikampfführung liegen (68,8 Prozent gewonnener Duelle in der laufenden Saison), ist der Name "Knoche" kein Programm: Der Innenverteidiger hat in seinen 55 Bundesligaspielen nur drei Gelbe Karten kassiert. Hinzu kommt eine hohe Passsicherheit (84,9 Prozent der Bälle kommen beim Mitspieler an), nicht zuletzt dadurch bedingt, dass er in der Bundesliga unter Felix Magath einst als Mittelfeldspieler debütierte. Gelegentlich weiß Knoche aber auch in der Offensive zu gefallen, erzielte drei seiner vier Bundesliga-Tore mit dem Kopf.

Kein Unbekannter im DFB-Umfeld

Mit  dem DFB-Adler ist Knoche, der immer noch in Braunschweig bei seinen Eltern wohnt, allerdings schon ein wenig vertraut: Seit der U20 gehört er zum Kreis der deutschen Elitekicker. Acht Mal hat er zuletzt das Trikot der U21 getragen.

Karol Herrmann