Poltawa - Hannover 96 hat sich zum ersten Sieg in der Europa League gezittert. Der Bundesligist gewann 2:1 (2:0) bei Worskla Poltawa in der Ukraine, geriet aber nach einer starken ersten Halbzeit noch gehörig unter Druck.

Eigentlich schien die Partie für Hannover nach Toren von Mohammed Abdellaoue (32.) und Ex-Nationalspieler Christian Pander (44.) nur noch ein Spaziergang zu sein, nach dem Anschlusstreffer von Oleksij Kurilow (50.) waren die Gastgeber aber die klar bessere Mannschaft.

"Wir können zufrieden sein"

"Wir haben gut angefangen und in der ersten Halbzeit wenig zugelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu früh das Tor bekommen. Danach haben die Druck gemacht. Sie können gut Fußball spielen, deswegen mussten wir noch ein bisschen zittern", sagte Mittelfeldspieler Altin Lala: "Wir haben jetzt vier Punkte. Es war unser Ziel, zu gewinnen. Auch wenn das Spiel nicht ganz so gut war, können wir zufrieden sein."

Ähnlich sah es auch der Coach der Hannoveraner. "Der Sieg war verdient, aber ein hartes Stück Arbeit. Jeder konnte sehen, dass Poltawa auch Fußball spielen kann. In der ersten Halbzeit waren wir souverän", sagte Mirko Slomka. Tabellenführer in der Gruppe B ist Standard Lüttich nach dem 3:0 (0:0) gegen den FC Kopenhagen, Hannover liegt punktgleich mit den Belgiern auf Rang 2.

Vier Änderungen

Hannovers Coach Mirko Slomka hatte sein Team im Vergleich zum 0: 0 in der Bundesliga bei Aufsteiger Augsburg auf gleich vier Positionen umgebaut und dabei auf die versammelte Erfahrung gesetzt. Christian Schulz, Steven Cherundolo, Altin Lala und Abdellaoue rückten in die Startelf. Verzichten mussten die Niedersachsen dagegen auf den verletzten Stürmer Didier Ya Konan (Adduktorenprobleme).

Die Niedersachsen, die im ersten Spiel gegen Standard Lüttich nicht über ein 0:0 hinausgekommen waren, versuchten in der hektischen Anfangsphase vergeblich, Ruhe in ihre Aktionen zu bekommen. Die Gäste kamen vor allem über Standardsituationen zu Vorteilen. So scheiterte Ex-Nationalspieler Pander mit einem Freistoß (9.) an Poltawa-Schlussmann Sergej Dolganskij.

Abdellaoue mit Traumtor

Besser machte es Abdellaoue nach gut einer halben Stunde. Einen langen Pass nahm der 25-Jährige mit dem Rücken zum gegnerischen Tor an und jagte den Ball aus der Drehung aus knapp 30 Metern mit links in die Maschen.

Hannover blieb bei Kontern weiter gefährlich und kam kurz vor der Pause zum zweiten Treffer. Pander schoss den Ball ins verwaiste Tor, nachdem zunächst Abdellaoue nach einem schönen Solo von Jan Schlaudraff mit einem verunglückten Hackentrick sein zweites Tor verpasst hatte.

Schneller Anschlusstreffer nach der Pause

"Wir werden noch mal zehn Minuten Druck bekommen", sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke in der Halbzeitpause und erwies sich damit als Prophet. Kurilow nutzte die erste Chance der Gastgeber zum Anschlusstreffer. Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr nahm der Verteidiger den Ball volley und traf für Poltawa.

Anschließend rückte Hannovers Schlussmann Ron-Robert Zieler in den Mittelpunkt des Geschehens. Der junge Keeper musste häufig im letzten Moment retten. Allerdings ließ die Deckung der Niedersachsen auch zu viele Chancen der Gastgeber zu und zwang so ihren Torhüter zum Eingreifen. Glück hatte Zieler in der 67. Minute, als Pawel Rebenok aus sechs Metern nur den Außenpfosten traf.