Die fränkische Freude währte nur kurz: Nach der 1:0-Führung des 1. FC Nürnberg durch Robert Vittek in der 20. Minute des ersten Halbfinales des Premiere-Ligapokals 2007, drehte Gegner Schalke 04 dank Kevin Kuranyi innerhalb von sieben Minuten das Spiel.

Nach dem Ausgleich durch Levan Kobiaschwili (38.) trafen Fabian Ernst (43.) und Peter Lövenkrands (45.) zum 3:1-Pausenstand. Heiko Westermanns Kopfball zum 4:1 (58.) bedeutete die endgültige Entscheidung, Vitteks zweiter Treffer (78.) war nur noch Makulatur.

Meyer: "Berechtigt verloren"

"Wir haben heute gegen eine in fast allen Belangen bessere Schalker Mannschaft berechtigt verloren", räumte FCN-Coach Hans Meyer nach dem Spiel ein und wünschte "Mirko Slomka und seiner Mannschaft für das Finale viel Glück".

Die Schalker treffen im Finale nun auf den FC Bayern, der am Mittwochabend beim VfB Stuttgart 2:0 gewann.

S04-Stürmer Kevin Kuranyi, der beim Viertelfinalerfolg gegen den Karlsruher SC noch aufgrund einer Rotsperre aus dem Jahr 2005 pausierte, avancierte in der ersten Hälfte zum überragenden Mann auf dem Platz, indem er zu allen drei Schalker Treffern die Vorlagen lieferte. "Er bereitet die Tore super vor, das kann man nicht anders sagen", zollte Gegenspieler Andreas Wolf dem Angreifer Respekt.

Der so Gelobte gab sich nach Schlusspfiff bescheiden und wollte seine Leistung nicht sonderlich hervorheben. "Wir hatten am Anfang Probleme, aber danach haben wir gezeigt, was wir können", lautete Kuranyis simples Fazit.

Slomka: "Deutliche Steigerung

Offensichtlich war selbst Mirko Slomka vom Leistungsvermögen seines Teams überrascht. "Dass wir vor der Pause so zurückkehren, war nicht zu erwarten", sagte der Schalker Trainer. Slomkas Mannschaft präsentierte sich gut gerüstet für das Finale am Samstag in Leipzig (18 Uhr LIVE auf Premiere) und zeigte "eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Leistung zuletzt gegen Karlsruhe", konstatierte Slomka.

Nürnbergs Neuzugang Zvjezdan Misimovic, der Vitteks Führung mustergültig vorbereitete ablieferte, fand ebenfalls anerkennende Worte für den überlegenen Gegner.

"Am Anfang war das Spiel von unserer Seite okay. Nach dem 1:1 sind wir trotz der Führung aber leider zusammengebrochen. Wir haben dieses Spiel wirklich ernst genommen, aber Schalke hat eine hochklassige Mannschaft, die solche Fehler gnadenlos bestraft", sagte "Zwetschge", der bis zu seiner Auswechslung gegen Marek Mintal (52.) eine ordentliche Leistung im "Club"-Dress ablieferte.

Appiah-Wechsel steht bevor

Und die Klasse der "Königsblauen" dürfte sich in naher Zukunft noch weiter erhöhen. Wie Manager Andreas Müller nach der Partie bekannt gab, sind sich die "Knappen" mit Stephen Appiah von Fenerbahce Istanbul über einen Wechsel einig, die Zustimmung des türkischen Erstligisten steht allerdings noch aus.

"Eigentlich hatten wir das Buch schon zugemacht", sagte Müller, "doch jetzt sieht alles ganz gut aus. Appiah ist unser Wunschspieler." Sollte der Transfer tatsächlich klappen, dürfen sich die Schalker bei Gerald Asamoah bedanken, der den Ghanaer seit Jahren kennt und ihm telefonisch einen Wechsel ins Revier schmackhaft machte.

Asamoahs Überredungskünste

"Die Gespräche mit Asa haben unter anderem den Ausschlag gegeben", erklärte der Manager. "Er hat ihm von der Arena erzählt, den tollen Fans und den guten Trainingsmöglichkeiten."

Einen Lichtblick auf Nürnberger Seite gab es übrigens auch noch. Der Australier Joshua Kennedy, bereits im Sommer 2006 an den Valznerweiher gewechselt, wurde in der 63. Minute für Angelos Charisteas eingewechselt und feierte somit nach langer Leidenszeit endlich sein Pflichtspiel-Debüt für den "Club".

Denis Huber

Sehen Sie die Höhepunkte der Partie im exklusiven Videostream auf bundesliga.de.

Je nach Internet-Verbindung können Sie zwischen einer ISDN- oder DSL-Übertragung wählen: ISDN oder DSL