München - Der Bayern-Express soll nun richtig anrollen, trifft aber erneut auf Granit: Nach dem 2:0 gegen Rom in der Champions League will der FCB auch in der Bundesliga siegen. Der 1. FC Köln ist allerdings alles andere als ein leichter Gegner - wenn man der Statistik glaubt. In den anderen Partien stehen zwei Spitzenclubs unter Zugzwang (alle Spiele vom Samstagnachmittag ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Seit sieben Jahren sind die "Geißböcke" in München unbesiegt. Damit ist der FC der einzige Bundesligist, den die Bayern in der Allianz Arena noch nicht schlagen konnten (zwei Remis, eine Niederlage). Mehr noch: Köln holte in München neun Siege, zwölf Unentschieden und erzielte 50 Tore - alles drei Höchstwerte in der Münchener Bundesliga-Historie.

Allerdings geht der FCB - wie in jedem Jahr seit Anfang der 90er - als haushoher Favorit in sein Heimspiel zum Wiesn-Auftakt. Und nach dem überzeugenden 2:0 in der Champions League strotzen die Profis vor Selbstbewusstsein. Taktisch dürfte das Spiel gegen Rom dem Spiel gegen Köln ähneln. Die Bayern werden also wieder versuchen, einen extrem defensiv eingestellten Gegner müde zu spielen, um dann die Treffer zu erzielen.

Podolski kehrt zum zweiten Mal zurück

"Der FC war ausschließlich darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren, stand sehr tief und machte unseren Angreifern das Leben schwer", erinnert sich Torhüter Jörg Butt an das 0:0 aus dem Vorjahr. Nichtsdestrotrotz fordert Bayern-Kapitän Mark van Bommel gegenüber bundesliga.de: "Wir müssen mal wieder in der Bundesliga gewinnen, denn sonst sieht es nicht so gut aus."

Beim FC hätten sie derweil nichts dagegen, die stolze Serie fortzusetzen. Dabei vertraut Übungsleiter Zvonimir Soldo in der Verteidigung auf Pedro Geromel. Ob offensiv wieder die beiden Youngster Taner Yalcin und Christian Clemens spielen, steht noch nicht fest. Ganz vorne wird allerdings auf jeden Fall Lukas Podolski die Sturmspitze geben. Er kehrt damit zum zweiten Mal als Spieler des Gegners nach München zurück - und will seine tolle Form aus dem St. Pauli-Spiel bestätigen. Eines seiner zwei Saisontore schoss er in der vergangenen Spielzeit gegen seinen Ex-Club - allerdings zuhause.




VfL Wolfsburg - Hannover 96

Im Schatten der traditionsreichen Derbys am Sonntag geht es auch schon am Samstag um die regionale Vorherrschaft in Niedersachsen. Der VfL Wolfsburg steht dabei gehörig unter Druck. Denn das Team von Trainer Steve McClaren hat derzeit null Punkte, während Hannover schon sieben Zähler aufzuweisen hat.

Wenn die Trainingseindrücke nicht täuschen, wird McClaren sein System ändern und zum 4-4-2 der Meisterschaftssaison 2008/09 zurückkehren. Damit wäre auch das Sturmduo Edin Dzeko/Grafite wieder vereint, mit Diego hinter den Spitzen. Angesichts dieser Offensivkraft bleibt McClaren optimistisch. "Den Druck zu gewinnen, hat man immer", sagt er. "Aber klar: Dieses Spiel hat eine große Bedeutung. Und wir arbeiten hart darauf hin."

Hannover sortiert die Verteidigung neu

Verglichen mit dem Rivalen, hat Hannover derzeit mehr Erfolg mit seinen Neuzugängen. Insbesondere Mohamed Abdellaoue machte mit zwei Toren und einer Vorlage auf sich aufmerksam. Nun kommt auch noch DaMarcus Beasley hinzu, der wohl ins linke Mittelfeld rückt. Dafür könnte Konstantin Rausch hinten links spielen und Christian Schulz ins Abwehrzentrum rücken. Denn dort ist nach der Gelb-Roten Karte von Pogatetz gegen Leverkusen ein Platz frei.

Da auch Karim Haggui fehlt, wird wohl ein Youngster zum Einsatz kommen - entweder Felix Burmeister oder Christopher Avevor. "Beide sind absolut in der Lage, diese Herausforderung zu bestehen", sagt Trainer Mirko Slomka. Den Schlüssel zum Erfolg benennt indes Sergio Pinto: "Jeder spielt zurzeit für jeden. Nur so funktioniert es!"




Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05

Wer hätte das gedacht? Mainz kann in Bremen Tabellenführer werden. Werder zeigt allerdings aufsteigende Form und konnte sich nach dem 2:2 gegen Tottenham Hotspur zumindest moralisch daran aufrichten, ein 0:2 wettgemacht zu haben.

Indes fehlen nach wie vor Per Mertesacker, Naldo und Claudio Pizarro. Verteidigen dürften daher wieder Petri Pasanen und Sebastian Prödl, offensiv kommt wohl Aaron Hunt zum Einsatz, nachdem er gegen Tottenham für reichlich Alarm gesorgt hatte. Schaaf nimmt seine Profis in die Pflicht. "Am Samstag müssen wir richtig aufpassen", sagt er. "Egal, ob Inter Mailand oder Mainz 05, ob zuhause oder auswärts: Wir wollen erfolgreich sein und dürfen keinen Unterschied zwischen den Aufgaben machen."

Mainz will dem Gegner "offensiv wehtun"

Mainz will unterdessen auf "eigene Prinzipien" setzen. "Wir müssen ein System finden, mit dem wir nicht nur den Gegner in den Griff bekommen und ausschalten können, sondern eins das uns selbst noch ermöglicht, ihm offensiv wehzutun", sagt Trainer Thomas Tuchel.

Verstecken wird sich der Tabellenzweite aus Mainz also keinesfalls, fährt der Coach fort: "Die Art wie Mainz 05 Spiele führt ist sehr anstrengend. Trotzdem werden wir in Bremen Spieler bringen, die hungrig auf einen Sieg sind und eine Überraschung erzwingen wollen."




VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach

Wie Wolfsburg steht der VfB Stuttgart nach einem klassischen Fehlstart mit drei Niederlagen in der Pflicht. Da könnte Borussia Mönchengladbach gerade recht kommen, sind doch die "Fohlen" einer der Lieblingsgegner der Schwaben. In den letzten 24 Bundesliga-Partien konnten die Westdeutschen nur einen einzigen Sieg gegen Stuttgart einfahren - einen 2:0-Heimerfolg im April 2005! Dem gegenüber stehen satte 13 Niederlagen und zehn Unentschieden.

In Mönchengladbach ist nach dem 0:4 gegen Frankfurt vor allem defensive Stabilität gefragt. "Für uns gilt es, von der ersten Sekunde an hellwach zu sein und dagegen zu halten", erklärt Borussias Übungsleiter Michael Frontzeck. Der Einsatz von Raul Bobadilla und Bamba Anderson ist fraglich.

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Rückkehrer Thorben Marx, der eine Oberschenkelverletzung auskuriert hat und definitiv spielen wird. "Er ist ein sehr erfahrener Spieler, der zu 100 Prozent von der Mannschaft akzeptiert wird und aufgrund seiner Erfahrung auch ein Stückweit mehr Verantwortung übernimmt"", sagt Frontzeck.




1. FC Kaiserslautern - 1899 Hoffenheim

Der FCK hätte auf Rang 1 stehen können, punktgleich mit 1899 Hoffenheim - hätte. Dann aber drehte Mainz das Spiel und schlug Kaiserslautern noch mit 2:1. Dennoch stehen die "Roten Teufel" nach sechs Punkten aus drei Spielen glänzend da und haben mit dem 2:0 gegen Bayern gezeigt, dass der Betzenberg wieder zu einer Festung werden könnte.

"Das Spiel wirft uns nicht zurück, wir haben als Mannschaft viel gearbeitet und sind viel gelaufen, das Kollektiv funktioniert. Wir müssen nur noch etwas cleverer werden", analysierte Abwehrspieler Florian Dick nach dem Derby in Mainz. Dafür kann Trainer Marco Kurz wieder auf den zuletzt gesperrten Ivo Ilicevic zurückgreifen.

Derweil bangt Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick um einen Einsatz seines linken Verteidigers Marvin Compper. Er nahm am Donnerstag wegen Rückenproblemen nicht am Training teil. Die beiden zuletzt starken Innenverteidiger Isaac Vorsah und Josip Simunic sind dagegen fit. "Meiner Wade geht es sehr, sehr gut", sagt Simunic. "Wir wollen nicht nur Tabellenführer bleiben, sondern auch unsere weiße Weste behalten", kündigte Rangnick im "kicker" an. Aber: "Es ist eine große Herausforderung, in dieser Atmosphäre zu bestehen. Die FCK-Fans werden versuchen, uns einzuschüchtern."