Marienfeld/Ostwestfalen - Vor dem Saisonfinale sucht Fortuna Düsseldorf die Ruhe. Im Hotel Klosterpforte im beschaulichen Ostwestfalen scheint die Welt noch in Ordnung. Hier sammelt das Team von Trainer Norbert Meier aktuell die letzten Kräfte für das Endspiel um den Klassenerhalt bei Hannover 96. Nach zwei entspannten Tagen im Trainingslager gilt Samstag jedoch, noch einmal richtig aus sich herauszugehen. Denn nur mit einem Sieg ist die Fortuna aus eigener Kraft gerettet.

Entspannt schlendern die Spieler der Düsseldorfer Fortuna über die großzügige Hotelanlage rund um das 800 Jahre alte Kloster Marienfeld. "Eine herrliche Anlage", sind sich Axel Bellinghausen und Fabian Giefer nach einem ausgedehnten Morgenspaziergang einig. Mit dem Slogan "Träume erleben" wirbt das Hotel für einen Aufenthalt fernab von Stress und Hektik.

Sieglos-Serie beenden



Um noch einen traumhaften Saisonabschluss statt eines Albtraums zu erleben, sollte die Fortuna am Samstag möglichst ihre Sieglos-Serie stoppen. Seit elf Runden wartet der Aufsteiger inzwischen auf einen Erfolg (drei Remis, acht Niederlagen). Auswärts haben die Rheinländer gar seit 13 Spielen nicht mehr gewonnen. Rettung, Relegation, oder direkter Abstieg - alles ist möglich am finalen Spieltag. Mit einem "Dreier" dürfte Fortuna (aktuell 30 Punkte) gerettet sein.

Bei Unentschieden oder Niederlage heißt es zittern und auf die Ergebnisse der Konkurrenz schauen. Während der punktgleiche und fünf Tore schlechtere FC Augsburg (Platz 16) mit dem Heimspiel gegen Absteiger Greuther Fürth die vermeintlich leichteste Aufgabe hat, muss Hoffenheim (Platz 17, 28 Punkte) bei Borussia Dortmund ran. Bei Düsseldorf nicht dabei sein werden die verletzten Leon Balogun und Martin Latka sowie der gesperrte Tobias Levels. Kapitän Andreas "Lumpi" Lambertz wird nach überstandener Verletzung wohl ohne Risiko auflaufen können.

"Stehen noch über dem Strich"



"Wir wurden vor der Saison als Absteiger Nummer eins gehandelt. Nun haben wir den 34. Spieltag und stehen nach wie vor über dem Strich. Da wollen wir morgen auch bleiben", sagte Trainer Norbert Meier Freitagmorgen auf der Pressekonferenz in den altehrwürdigen Gemäuern der Kloster-Abtei. Im Kurz-Trainingslager in der Abgeschiedenheit Ostwestfalens ginge es vor allem darum, den Spielern Ruhe zu gönnen, um "gewisse Dinge auch zu verarbeiten".

"Wir wollten nicht in Aktionismus verfallen, sondern haben viele lockere Gespräche geführt statt pausenlose Teamsitzungen durchzuführen. Die Spieler haben das sehr gut angenommen", so Meier. "Der eine braucht mehr Zuspruch, der andere sucht von sich aus das Gespräch. Klar ist aber, dass jeder Spieler die Situation einschätzen kann und weiß, was morgen abgeht."

Dass es um das Nervenkostüm seiner Schützlinge zuletzt allerdings nicht allzu gut bestellt war, haben die Leistungen vor allem in den vergangenen beiden wichtigen Spielen gegen Nürnberg (1:2) und in Frankfurt (1:3) bestätigt. "Wir wurden in den letzten Wochen für unsere schlechten Ergebnisse zurecht kritisiert. Ich denke aber, dass wir am Ende bestehen werden. Die Mannschaft hat das schon oft bewiesen", erklärte Sportvorstand Wolf Werner.

Gegen Nervenkitzel resistent



Auch der Trainer sieht seine Elf für das große Happy-End gut gerüstet. "Unsere Mannschaft ist es gewohnt, dass sich Dinge erst am letzten Spieltag entscheiden. Wir haben da schon eine gewisse Resistenz." Auf den Nervenkitzel eines Endspiels hätte der 54-Jährige freilich gerne verzichtet, versichert er. Auf der anderen Seite könne es auch ein großer Moment werden, wenn "wir unser Saisonziel erreichen".

Läuft es schlecht, könnte es wie im Vorjahr auch wieder zu einem Relegationsduell mit Düsseldorfer Beteiligung kommen, dann unter umgekehrten Vorzeichen. Auch so könnte der Klassenerhalt noch gesichert werden. Doch an einen solchen möglichen Thriller wollen die Fortunen vorerst keinen Gedanken verschwenden. "Wir konzentrieren uns nur auf Hannover", so Meier. Nach der Kloster-Entspannung dürfte diese Partie wohl auch genügend Nervenkitzel bieten.

Aus dem Trainingslager der Fortuna berichtet Markus Hoffmann