Bad Ragaz/Schweiz - Jürgen Klopp dürfte sich ein wenig wie bei der Etappenankunft eines Radrennens vorgekommen sein. In Scharen standen die BVB-Fans um den Meistertrainer herum, der eigentlich schnell mit seinem Mountainbike die kurze Strecke ins Mannschaftshotel, dem Grand Ressort Bad Ragaz, zurücklegen wollte.

Doch das ließen die Anhänger der Schwarz-Gelben nicht zu und blockierten die Weiterfahrt. "Herr Klopp, ein Foto bitte" und "Herr Klopp, ein Autogramm" waren die meistgehörten Sätze vor dem Trainingsgelände des heimischen FC. Und Jürgen Klopp schrieb und lächelte und schrieb und lächelte...

Klopp wird laut

Wenige Minuten zuvor zog er aber noch eine ganz andere Miene auf und auch sein Tonfall klang nicht mehr ganz so nett. Da hatte Mohamed Zidan nämlich bei einer Übungseinheit seinem "Gegenspieler" Jakub Blaszczykowski zu viel Platz gelassen. Klopp schrie seinen Unmut darüber quer über den Platz. Eine kleine Sonderansprache an Zidan gab es dann auch noch.

Ansonsten sieht man Klopp in der Schweiz eigentlich nur mit einem freundlichen, einem entspannten Gesicht. Die Trainingsbedingungen könnten besser nicht sein. Denn der Rasen des Trainingsplatzes lässt die Herzen so mancher Golfspieler höher schlagen. Ein gepflegtes Grün bis in den letzten Winkel der Anlage.

Der Held der Woche ist für Klopp deshalb auch Ivan Bonderer, Torwarttrainer und Platzwart des FC Bad Ragaz in Personalunion. "Der Platz ist sicherlich schon 25 Jahre alt. Wie er das hinbekommen hat, das ist einfach sensationell", so Klopp.

Gündogan beklagt sich nicht

Die Spieler dürften sich über die Rasenverhältnisse zwar auch freuen, bei drei Trainingseinheiten pro Tag treten die Landschaft und das Drumherum aber eher in den Hintergrund. Der Schweiß fließt in Strömen.

"Das ist natürlich ein hartes Programm für uns. Aber hier legen wir schließlich auch die Grundlagen für eine hoffentlich erfolgreiche Saison. Und deshalb muss das so anstrengend sein", sagte BVB-Neuzugang Ilkay Gündogan zu bundesliga.de.

Dennoch haben die Profis nach den Trainingseinheiten immer noch die Kraft, den rund 300 mitgereisten BVB-Fans die Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen. Die einen sind weniger gefragt, die anderen, wie Jürgen Klopp, eben ein bisschen mehr.

Aus Bad Ragaz berichtet Michael Reis