Beim Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach glimmt ein kleines Fünkchen Hoffnung auf eine Weihnacht außerhalb der Abstiegszone.

Doch vor dem letzten Hinrundenspiel am Freitag (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) bei Borussia Dortmund, vor dem die Gladbacher zwei Punkte vom rettenden Ufer trennen, spricht vieles gegen das Team von Trainer Hans Meyer.

Klare Vorzeichen

Die zweitbeste Abwehr der Bundesliga (BVB: 18 Gegentore) erwartet den zweitschlechtesten Angriff. Nur 17 Tore haben die Gladbacher in den bisherigen 16 Spielen zustande gebracht, aber dafür in der schlechtesten Halbserie seit der Abstiegssaison 1998/99 bereits 33 kassiert, so viele wie keine andere Mannschaft.

Doch seit der ansprechenden Leistung bei der 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen herrscht bei den Gladbachern vorsichtiger Optimismus. "Wir müssen unbedingt punkten, wir fahren nach Dortmund, um zu gewinnen", meinte Nationalspieler Marko Marin fast trotzig, während Coach Meyer die Konkurrenz bis zur Winterpause zumindest in Sichtweite halten will, "so dass wir in der Rückrunde angreifen können".

Daems sitzt Gelbsperre ab

Bei diesem Versuch werden am Freitagabend weder Filip Daems (Gelbsperre), Uwe Gospodarek (Knieprobleme),Thomas Kleine (Schulteroperation), Jean-Sébastien Jaures (Meniskusoperation) noch Oliver Neuville (Rückstand nach Muskeleinriss im Oberschenkel) mithelfen können.

"Die Jungs dürfen nicht versuchen, nur die Null zu halten, sondern müssen selber nach vorne spielen und Tore erzielen", sagte Ex-Profi Karlheinz Pflipsen, der vor zehn Jahren beim letzten Gladbacher Sieg (2:1) in Dortmund traf, im "Express". Wer jedoch soll die Tore schießen gegen den BVB, der seit numehr 418 Minuten ohne Gegentor ist? Gladbach verzeichnet zugleich die schlechteste Chancenauswertung.

"Wir müssen noch einmal alles raushauen"

Allerdings zeigten auch die Westfalen im heimischen Signal Iduna Park bislang Schwächen. Zwar noch immer unbesiegt, trennte sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp gleich sechs Mal unentschieden von den Gästen. Außerdem spielten die "Schwarz-Gelben", bei denen weiterhin Dede (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Sebastian Kehl (Knochenstauchung im Sprunggelenk) feheln, zuletzt zwei Mal in Folge nur 0:0.

Doch alle Zeichen stehen in Dortmund auf Sieg. "Wir müssen noch einmal alles raushauen. Das muss unser Spiel sein. Jeder ist heiß auf drei Punkte. Die Luft muss brennen", formulierte Coach Klopp als eindeutige Botschaft an seine Profis. Dortmund will mit der besten Hinrunden-Bilanz seit sechs Jahren in die Winterpause gehen. "Wir haben uns in den letzten Wochen viel erarbeitet und wollen nun einen gebührenden Schlusspunkt setzen", so Klopp.

Der BVB ist hoch motiviert, will den Anschluss zu den UEFA-Cup-Plätzen halten und zugleich einen alten Vereinsrekord knacken. Nach zuletzt vier Zu-Null-Spielen trennen die Borussen und Torhüter Roman Weidenfeller nur noch 130 Minuten von der Bestmarke von Vize-Weltmeister Hans Tilkowski aus der Saison 1965/66.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Lee - Tinga - Blaszczykowski, Kringe - Hajnal - Valdez, Frei

Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Gohouri, Brouwers, Dorda - Jantschke - Baumjohann, Bradley - Marin - Colautti, Friend

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)