Der FC Bayern war in dieser Saison noch kein einziges Mal Tabellenführer der Bundesliga, aber in einem anderen Punkt sind die "Roten" absolute Spitze: 52 Tore in 24 Spielen kann bisher keine andere Mannschaft zu verzeichnen.

Doch gerade jetzt, in der entscheidenden Phase der Meisterschaft und vor dem Viertelfinale in der "Köningsklasse" droht die Angriffsmaschinerie ins Stocken zu geraten.

Tonis Einsatz gegen Karlsruhe fraglich

Denn Trainer Jürgen Klinsmann fehlen derzeit die beiden Torgaranten der Saison, Luca Toni und Miroslav Klose. Toni kuriert seine Achillessehnenreizung nur langsam aus und hat erst am Dienstag (17. März) wieder mit leichtem Lauftraining begonnen.

Im Interview mit dem DSF erklärte Klinsmann: "Wir hoffen, dass Luca das Mannschaftstraining am Mittwoch aufnehmen kann und so schnell wie möglich seine Fitness wiederbekommt." Ob der Italiener schon im nächsten Bundesligaspiel am kommenden Samstag gegen den Karlsruher SC spielen kann, bleibt aber abzuwarten.

"Das ist schon ein Hammer"

Noch schlimmer hat es die zweite Stammkraft Miroslav Klose erwischt. Mindestens sechs Wochen wird er wegen einer Sprunggelenksverletzung fehlen. Mit seinen zehn Toren in der Bundesliga und sieben Treffern in der Champions League ist er bisher der beste Torschütze der Bayern in dieser Saison. Auch deswegen zeigte sich der Trainer vom Ausfall seines Stars sichtlich geschockt: "Das ist schon ein Hammer, den wir da wegstecken müssen. Denn er war nicht nur gut drauf, sondern spielt natürlich auch eine immens wichtige Rolle in dieser Mannschaft."

Das bewährte Personal des FC Bayern muss Jürgen Klinsmann also ersetzen. Auf seinen Lieblingsspieler Landon Donovan kann der Trainer aber auch nicht mehr zurückgreifen, denn schon Anfang März machte der sich wieder auf den Weg zurück ins sonnige Kaliforniern zu seinem Verein Los Angeles Galaxy.

Einen weiteren Hoffnungsträger im Sturm haben die Bayern mit Thomas Müller in ihren Reihen. Der 19-Jährige, der eigentlich bei den Amateuren spielt, bereitete gegen Sporting Lissabon ein Tor vor und erzielte den Endstand zum 7:1 selbst. Aber ihn als wirklichen Ersatz für die Verletzten zu sehen, hält Klinsmann für zu viel verlangt: "Wir haben mit Thomas Müller ein großes Talent, das hier beim FC Bayern heranwächst. Der braucht natürlich auch seine Zeit und muss in der Amateurmannschaft reifen."

Podolski als einzige Spitze

Bleibt nur noch Lukas Podolski, der im Sommer zurück zum 1. FC Köln wechselt und den Klinsmann in den vergangenen Monaten teilweise nicht einmal für den Kader nominiert hatte. Zuletzt zeigte die Formkurve aber wieder nach oben. Zwar verschoss Podolski gegen den VfL Bochum einen Foulelfmeter, aber dafür zeigte er ein gutes Spiel und bereite das 3:0 von Martin Demichelis vor.

Sollte Toni bis zum Spiel gegen den KSC nicht fit werden, spielt Klinsmann mit dem Gedanken, seine taktische Aufstellung umzustellen "Wir habe natürlich die Alternative, Lukas Podolski als alleinigen Stürmer aufzustellen. Dahinter dann Franck Ribery oder Jose Sosa, der seine Sache in Bochum super gemacht hat."

Sturmjoker van Buyten

Sollte es Podolski als alleinige Spitze nicht schaffen, die Karlsruher in Bedrängnis zu bringen, dann könnte der Trainer noch einen anderen Trumpf aus dem Ärmel ziehen. Mit seinen 1,96 Meter Körperlänge und 96 Kilo geballter belgischer Kraft entwickelt sich der gelernte Verteidiger Daniel van Buyten für Klinsmann immer mehr zum Sturmjoker.

"Wenn wir etwas mit der Brechstange bewegen müssen und du hast dann jemanden wie Daniel, der mit seiner Körperkonstitution und seiner Willenskraft jeden Gegner in Gefahr bringt, dann werden wir diese Karte auch ausspielen." Mit van Buyten im Sturm holen die Bayern in dieser Saison vielleicht nicht die Auszeichnung als torgefährlichste Mannschaft der Liga, obwohl der Belgier an den vergangenen vier Spieltagen zwei Treffer selbst erzielte und einen weiteren vorbereitete. Der Meistertitel wäre den Münchenern aber sowieso viel lieber...

Karolina Mahrla