München - Für die deutsche Elf zahlt sich der Einzug ins Viertelfinale bereits finanziell aus, außerdem stellt die Mannschaft von Joachim Löw einen neuen TV-Rekord bei der laufenden Endrunde auf. Bei den Niederlanden soll der bisherige Coach weitermachen, in Polen wird derweil über die Nachfolge von Franciszek Smuda diskutiert. bundesliga.de präsentiert die EM-Splitter vom Montag:

+++DFB-Stars fahren Prämie ein+++



Das Minimalziel erreicht, die erste Prämie eingespielt: Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft können sich für den Einzug ins Viertelfinale der EM gegen Griechenland über jeweils 50.000 Euro freuen. Es soll aber noch wesentlich mehr Geld auf die Konten der DFB-Stars fließen. Sollte die DFB-Auswahl in Polen und der Ukraine ihren vierten EM-Titel gewinnen, erhielte jeder Spieler die Rekordprämie von 300.000 Euro. Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz und bei der WM 2010 in Südafrika hätten die Profis für den Titelgewinn 250.000 Euro erhalten.

Die Erhöhung der Prämie hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit höheren Einnahmen begründet. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) schüttet insgesamt 23,5 Millionen Euro an den kommenden Europameister aus. Bei einem Aus in der Vorrunde wären die deutschen Spieler sowie Bundestrainer Joachim Löw und dessen Assistenten leer ausgegangen. Für das Erreichen des EM-Halbfinales sind 100.000 Euro, für die Endspielteilnahme am 1. Juli in Kiew 150.000 Euro ausgelobt.

Bei der EM 2008 hatten die Nationalspieler jeweils 150.000 Euro für den 2. Platz erhalten, der 3. Platz bei der WM in Südafrika brachte den Profis 100.000 Euro ein. In der EM-Qualifikation hatten die Topverdiener bei zehn Einsätzen jeweils schon 180.000 Euro kassiert.

+++Noch mehr TV-Zuschauer als beim Sieg gegen "Oranje"+++



TV-Zuschauerrekord bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine: Die Live-Übertragung des 2:1-Sieges der deutschen Nationalmannschaft zum Vorrundenabschluss in Lwiw gegen Dänemark verfolgten 27,65 Millionen in der ARD. Dies entsprach einem Marktanteil von 74,2 Prozent. Die bisherige Bestmarke war im zweiten Gruppenspiel des dreimaligen Welt- und Europameisters gegen die Niederlande mit 27,22 Millionen (MA: 74,9) bei der Live-Übertragung im ZDF aufgestellt worden. Das deutsche Auftaktspiel gegen Portugal hatte in der ARD-Liveübertragung 22,33 Millionen (MA: 69,3 Prozent) erreicht. Waldis Club im Anschluss an die Live-Übertragung am Sonntag sahen noch 4,04 Millionen (MA: 31,8 Prozent).

Das Spiel mit der absolut höchsten Quote ist nach wie vor das WM-Halbfinale 2010 zwischen Deutschland und Spanien (0:1) mit 31,1 Millionen Zuschauern (MA: 83,2/ARD). Der höchste Marktanteil wurde 1990 beim WM-Finale gegen Argentinien mit 87,9 (28,66 Millionen Zuschauer) erzielt. Die beste Einschaltquote bei einer EURO wurde am 25. Juni 2008 beim Halbfinale Deutschland-Türkei mit 29,46 (MA: 81,6) erzielt. (XL-Galerie: DFB-Stars in der Einzelkritik)

+++Van Marwijk soll bleiben+++



Trotz der verpatzten EM hält der niederländische Fußballverband KNVB an Bondscoach Bert van Marwijk fest. "Ein Abschied steht nicht auf der Tagesordnung. Ich finde, dass er Kredit verdient hat", sagte KNVB-Chef Bert van Oostveen nach dem EM-Aus dem TV-Sender NOS. Allerdings werde es noch vor dem Länderspiel gegen Belgien am 15. August ein Gespräch geben, in dem die enttäuschende EM aufgearbeitet werden soll. (Spielbericht: "Oranje" verliert auch gegen Portugal)

Van Marwijk habe sich in den vergangenen Jahren als gute Wahl erwiesen, stellte van Oostveen klar. "Er ist der Mann, der uns problemlos durch zwei Qualifikationen und ins WM-Finale geführt hat. Das muss man bei einer Beurteilung berücksichtigen. Außerdem haben wir bewusst seinen Vertrag bis 2016 verlängert." Das EM-Aus mit drei Niederlagen sei allerdings "unwürdig" für Oranje: "Null Punkte, fünf Gegentore. Das ist uns noch nie passiert", sagte van Oostveen.

Spekulationen über mögliche Nachfolger gibt es dennoch. Vize-Meister Feyenoord Rotterdam erklärte bereits, seinen Trainer Ronald Koeman nicht freizugeben. "Sein Vertrag enthält keinerlei Klauseln für eine vorzeitige Auflösung. Auch nicht für den Fall, dass er Bondscoach werden könnte. Er bleibt bei uns", sagte Feyenoords Sportdirektor Martin van Geel.

+++Ex-Bundesliga-Spieler als Smuda-Nachfolger?+++



Der ehemalige Bundesliga-Spieler Piotr Nowak ist als neuer polnischer Nationaltrainer im Gespräch. Der 47-Jährige wird von mehreren polnischen Medien als Kandidat für die Nachfolge von Franciszek Smuda gehandelt. Smuda hatte nach dem Vorrunden-Aus der Polen bei der EM im eigenen Land sein Amt zur Verfügung gestellt.

Nowak, der einst für Dynamo Dresden, den 1. FC Kaiserslautern und 1860 München gespielt hat und Kapitän der polnischen Auswahl gewesen ist, trainierte zuletzt in der amerikanischen Profiliga MLS die Mannschaft von Philadelphia Union. In der vergangenen Woche wurde er entlassen. Zwischen 2007 und 2009 sammelte er zudem Erfahrung als Assistenztrainer von US-Nationaltrainer Bob Bradley.

Als weitere Kandidaten für Smudas Nachfolge werden unter anderem der Israeli Avram Grant, ehemaliger Teammanager von Champions-League-Sieger FC Chelsea, und Orest Lenczyk, derzeit Trainer bei Slask Breslau, gehandelt.

+++Teuerste Unterhose der Welt+++



Bei dieser Strafe wird selbst dem Millionär und Exzentriker Nicklas Bendtner das Herz vor Schreck ein wenig in die (Unter)hose gerutscht sein: Der Stürmer der Dänen muss wegen seiner Werbe-Einlage unter der Gürtellinie im EM-Spiel gegen Portugal (2:3) 100.000 Euro zahlen und zudem im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am 8. September pausieren.

Eventuell kommt Bendtner um die Zahlung des Strafgeldes herum. "Sein" Wettanbieter hatte bereits vor der Verkündung der Strafe angedeutet, die Summe zu übernehmen. Ob das bei dieser Größenordnung auch noch der Fall sein wird, ist allerdings fraglich.

+++Vaterfreuden bei Olsson+++



Der schwedische Nationalspieler Jonas Olsson ist nach der Geburt seiner Tochter wieder zurück im EM-Quartier der Tre Kronor in der Ukraine. Der 29-Jährige steht Coach Erik Hamren damit im abschließenden Gruppenspiel am Dienstag in Kiew gegen Frankreich zur Verfügung.

Olsson war am Samstag abgereist, um seiner Lebensgefährtin bei der Geburt des gemeinsamen Kindes beizustehen. Bereits am Montag nahm er wieder am Training teil. "Es ist alles gutgegangen", sagte Teamsprecher Hans Hultman über die Geburt.