Werder Bremen gegen Schalke 04 - so lautet die Topbegegnung des 16. Spieltags! Der Tabellenzweite Werder empfängt die auf Rang 3 liegenden "Knappen" aus Gelsenkirchen. Beide Teams haben jeweils 28 Zähler auf dem Konto und liegen nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayer Leverkusen zurück.

Die Brisanz dieses Duells ist hoch, schließlich wechselten in der Vergangenheit viele Bremer nach Schalke und umgekehrt. Was früher Ailton, Mladen Krstajic oder Oliver Reck waren, sind heute Mesut Özil und Sebastian Boenisch.

bundesliga.de hat die aktuellen Protagonisten unter die Lupe genommen und beide Teams auf den entscheidenden Positionen analysiert.

Torhüter: Tim Wiese und Manuel Neuer

Mit 81,5 Prozent abgewehrter Schüsse ist Tim Wiese der aktuell zweitbeste Stammkeeper der Liga (hinter Hans-Jörg Butt vom FC Bayern mit 83 Prozent). Sein Konkurrent Manuel Neuer liegt mit 75,5 Prozent abgewehrter Schüsse ligaweit auf Platz 4 in dieser Kategorie. Auch die Zahl der Gegentore spricht für den Bremer Schlussmann: Während Neuer im Schnitt alle 103 Minuten hinter sich greifen musste, kassierte Wiese nur alle 123 Minuten einen Gegentreffer. Wiese konnte in dieser Saison außerdem schon sieben Mal zu Null spielen, nur Rene Adler von Leverkusen behielt noch ein Mal öfter die "Weiße Weste". Neuer bringt es auf sechs Zu-Null-Partien.

Tendenz: Die Statistik spricht klar für Wiese - Vorteil Bremen

Innenverteidiger: Per Mertesacker und Marcelo Bordon

Die beiden Abwehrspieler zählen zu den "Dauerbrennern" der Liga: Weder Mertesacker noch Bordon verpassten in dieser Saison auch nur eine Spielminute. Mit 74 Prozent gewonnener Duelle am Ball ist der Bremer Innenverteidiger aktuell der beste Zweikämpfer der Liga. Routinier Bordon, im jungen Schalker Team so etwas wie der väterliche Freund, weist "nur" 65 Prozent erfolgreicher Zweikämpfe am Ball auf (Rang 20 ligaweit). Für den langen Schlaks aus dem hohen Norden spricht außerdem die Torgefahr. Mertesacker konnte in dieser Saison schon zwei Mal als Torschütze für sein Team glänzen. Beim Brasilianer in "königsblau" steht in dieser Bilanz noch eine Null.

Tendenz: Mertesacker ist in absoluter Topform - Vorteil Bremen

Rechtsverteidiger: Clemens Fritz und Rafinha

Sie rennen die Seitenlinie rauf und runter, sind oftmals Initiator der Spieleröffnung und füttern im Idealfall ihre Stürmer mit maßgenauen Flanken, um zum Torerfolg zu kommen - die Rechtsverteidiger. Schalkes Rafinha konnte in dieser Saison bereits drei Tore vorbereiten und gab 26 Torschussvorlagen. Fritz legte nur 13 Mal für seine Teamkameraden auf, woraus ein Tor resultierte. Mit 63 Prozent gewonnener Duelle am Ball ist der Bremer Blondschopf aber ein besserer Zweikämpfer als Rafinha (51 Prozent). Hingegen serviert der Brasilianer seine Hereingaben punktgenauer: 71 seiner Flanken fanden einen Mitspieler. Fritz bringt es auf 46 hohe oder flache Bälle von außen bei einer Erfolgsquote von 15 Prozent.

Tendenz: Fritz' Leistung ist gut, aber Rafinha gehört zu den Topspielern der Liga - Vorteil Schalke

Spielmacher: Mesut Özil und Ivan Rakitic

Der eine ist absoluter Stammspieler, der andere kämpft um mehr Einsatzzeit: Mesut Özil stand in dieser Saison schon 1.084 Minuten (13 Einsätze) für Werder auf dem Platz. Ivan Rakitic war zwar zehn Mal im Einsatz, bringt es aber lediglich auf eine Spielzeit von 449 Minuten für die "Knappen". Der Bremer, der im Februar von Schalke an die Weser wechselte, ist zudem der Top-Scorer der Liga (gemeinsam mit Leverkusens Stefan Kießling): Sechs Tore und sieben Assists. stehen für den deutschen Nationalspieler zu Buche. Sein Schalker Kontrahent konnte jeweils ein Tor vorbereiten und erzielen. Bei der Schussgenauigkeit nehmen sich die beiden Kreativköpfe nicht viel: Özil (64 Prozent) und Rakitic (63 Prozent) weisen beide einen hervorragenden Wert auf. Der Bremer kam im Schnitt alle 33 Minuten zum Abschluss, der Kroate alle 37.

Tendenz: Özil ist eine feste Größe im Werder-Spiel, Rakitic noch nicht - Vorteil Bremen

Stürmer: Hugo Almeida und Kevin Kuranyi

Alte Fußballweisheit: Stürmer werden an Toren gemessen. Und in dieser Hinsicht hat Schalkes Kevin Kuranyi die besseren Karten: Er traf bislang sieben Mal, Hugo Almeida drei Mal. Allerdings braucht der Bremer Stürmer durchschnittlich weniger Zeit für einen Treffer: Alle 134 Minuten lässt es der Portugiese klingeln, der in dieser Spielzeit - auch verletzungsbedingt - erst 404 Minuten auf dem Platz stand. Kuranyi lief hingegen schon 14 Mal für Schalke auf (1.121 Minuten) und benötigt durchschnittlich 160 Minuten für einen Treffer. Bei der Chancenverwertung und der Genauigkeit ihrer Schüsse liegen beide etwa gleich auf. Der Schalker verwertete 19 Prozent seiner Möglichkeiten, der Bremer liegt bei 18 Prozent. Insgesamt kamen 51 Prozent der nicht geblockten Schüsse Kuranyis auf das gegnerische Tor - bei Almeida waren es 53 Prozent.

Tendenz: Mehr erzielte Tore und ein Treffer am vergangenen Spieltag für Kuranyi - Vorteil Schalke