Der 1. FC Köln hat bei der Suche nach einem defensiven Mittelfeldspieler einen echten Kracher gelandet.

Der portugiesischen EURO-Teilnehmer Petit von Benfica Lissabon wurde geholt. "Wir haben einen solchen Spieler auch verpflichtet, damit der FC wieder in Dimensionen vorstößt, in die wir wieder kommen wollen", sagte Trainer Christoph Daum.

Mit Spielern wie Petit möchte der Coach den FC wieder in die nationale und internationale Spitze zurückführen, dort wo der Club zwischen 1987 und 1990 bei seiner ersten Stippvisite mit Stars wie Thomas Häßler und Jürgen Kohler war. "Der FC ist schon eine Marke. Aber als Aufsteiger nicht die erste Adresse für einen Nationalspieler und Kapitän eines der größten Clubs in Europa", sagte Manager Michael Meier.

Zwei Jahre Vertrag plus Option

Der 31 Jahre alte Petit, der einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison erhält, ist der Wunschspieler auf der zentralen Position im defensiven Mittelfeld. Der Neuzugang gab sich bescheiden.

"Ich habe schon immer den Wunsch geäußert, mal woanders zu spielen. Deshalb bin froh über diese Chance. Die Verantwortlichen haben mir gesagt, wie wichtig ich für diesen Verein wäre. Ich hoffe, dass wir eine aktive Saison spielen, um den Fans zu zeigen, dass wir zurecht aufgestiegen sind", sagte der 57-malige Nationalspieler. bundesliga.de hat Wissenswertes über den Neuzugang des FC gesammelt.

Geboren in Frankreich

Petit heißt mit bürgerlichem Namen Armando Goncalves Teixeira. Portugiesischer geht es kaum! Kölns Neuzugang ist auch ein waschechter Portugiese. Beide Elternteile stammen von der iberischen Halbinsel. Geboren wurde Armando am 25. September 1976 allerdings in Straßburg in Frankreich. Kurios: So richtig Fußball spielte Petit in seinem Geburtsland nicht. Sein erster Verein war AD Esposende - ein kleiner Club in Portugal. Danach wanderte er weiter zu Gondomar und später Lamas.

Bom Pastor

Als Petit noch ein Kind war, ging es für die ganze Familie in die Heimat nach Portugal. Familie Goncalves Teixeira zog es nach Porto, der portugiesischen Hafenstadt. Petit lebte mit seiner Familie im Armenviertel Bom Pastor (zu deutsch: "Guter Hirte"). Mit sechs Jahren lernte Petit bereits auf den Straßen Portos das Kicken. Den großen Kampfgeist, den der defensive Mittelfeldspieler heute bei seinen Clubs und in der Nationalmannschaft an den Tag legt, entwickelte er schon damals.

"Petit"

Live-Kommentatoren sind nicht immer zu beneiden. Jeder halbwegs falsch ausgesprochene Name wird den Sprechern vorgehalten - dabei bereiteten sie sich jedes Mal akribisch vor. Ein Problemfall ist sicherlich auch immer wieder Petit. Wie wird er ausgesprochen? Wie man es liest mit oder ohne das T am Ende, also französisch betont? Zweiteres ist richtig, weil Petit der französische Spitzname des Kölners ist. Petit bedeutet schlicht "klein" und ist angelehnt an die Zierlichkeit des Portugiesen.

Tattoo

Der neue Hoffnungsträger des 1. FC Köln ist ein Tattoo-Fan: Petits rechten Arm zieren die Namen seiner Frau und der seiner zwei Kinder. Die sollen demnächst nach Köln nachkommen. Sein Bruder wohnt nur unweit in Luxemburg. Auf Petits linken Wade befindet sich ein Pitbull-Tattoo. Das hat seine Gründe: es ist der Spitzname des Portugiesen, angelehnt an seine kampfbetonte und bissige Art Fußball zu spielen. Diesen Spitznamen verpassten ihn übrigens seine Kollegen in der Nationalmannschaft Portugals um Weltstar Luis Figo.

Länderspiele gegen Deutschland

Petit spielte zwei Mal bei einem großen Turnier gegen die deutsche Nationalmannschaft. Gute Erinnerungen hat Petit aber nicht unbedingt an das DFB-Team. So trug der Portugiese sogar zum 3. Platz der Detuschen bei der FIFA WM 2006 bei. Bei der 1:3-Niederlage fälschte Petit einen Freistoß von Bastian Schweinsteiger ins eigene Tor zum 0:2 ab. Zwei Jahre später gab es erneute ein Niederlage gegen Deutschland: im Viertelfinale der EURO 2008 (2:3). Petit wurde in diesem Spiel nach 73 Minuten ausgewechselt.

Länderspielkarriere

Ansonsten kann sich die Länderspielkarriere des Strategen sehen lassen. Petit nahm an großen Turnieren wie der EURO 2004 im eigenen Land, der FIFA WM 2006 und der EURO 2008 teil. Petit übernimmt die "Drecksarbeit" für die Techniker um Cristiano Ronaldo im Mittelfeld, ist aber aufgrund seiner großen Einsatzbereitschaft mindestens genauso beliebt. Große Aufmerksamkeit erlangte er bei der WM-Qualifikation 2006, als er innerhalb einer Minute zwei Weitschüsse im Tor Russlands platzierte. Es waren seine ersten Länderspieltore.

Benfica und Co.

Nicht nur in der Nationalmannschaft machte Petit auf sich aufmerksam. Nach Stationen in unteren Spielklassen begann Petit seine Laufbahn bei Gil Vicente FC, wo er Schlüsselspieler war. Später wechselte er zu Boavista Porto, wo Petit 2001 erstmals Meister wurde. 2002 wurde er von Benfica Lissabon verpflichtet, hier holte er 2004 den Pokal und 2005 seine zweite Meisterschaft. Europäische Top-Clubs standen Schlange, doch Petit sagte immer wieder Clubs wie Manchester United oder Olympique Lyon ab. Jetzt machte der 1. FC Köln das Rennen.