Köln - Thomas Schaaf und Klaus Allofs als Rivalen. Für viele Fußball-Fans ist das immer noch schwer vorstellbar. Über 14 Jahre prägten sie als sportliche Führung Werder Bremen und feierten zusammen große Erfolge. Am 2. Spieltag kommt es bei der Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt nun zum Duell der beiden Freunde.

Ein Blick zurück zeigt, dass die beiden eine lange Geschichte verbindet. Von 1990 bis 1993 standen sie gemeinsam für den Nordclub auf dem Platz, gewannen den DFB-Pokal (91), den Europapokal der Pokalsieger (92) und die Meisterschaft (93). Im Mai 1999 übernahm Schaaf dann die Profis, rettete Werder vor dem Abstieg und führte sie sogar zum Pokalsieg.

Kurz danach begann Allofs seine Arbeit als Manager. Das Duo krönte seine Arbeit 2004 mit dem fantastischen Gewinn aus Meisterschaft und Pokal. Doch auch der langfristige Erfolg stimmte. In sieben Jahren führten sie Bremen zu sechs Champions-League-Teilnahmen.

Ausgeglichene Bilanz auf dem Rasen

Angesichts dieser Historie mag man es kaum glauben, aber Schaaf und Allofs standen sich auch schon auf dem Platz gegenüber. In den 80er Jahren gab es dieses Duell ganze acht Mal: Schaaf spielte nur mit der Werder-Raute auf der Brust, Allofs erst für Fortuna Düsseldorf und später dann für den 1. FC Köln. Die Bilanz ist ausgeglichen: Vier Mal siegte Schaaf, vier Mal Allofs, ein Unentscheiden gab es nie.

Im Duell Coach gegen Manager hat Allofs bislang die Nase vorn. In der Saison 2012/13 trennten sich der VfL und Werder Bremen erst 1:1, dann siegten die Niedersachsen mit 3:0. Es war die letzte Spielzeit von Schaaf an der Bremer Seitenlinie. Wenige Tage nach dem gesicherten Klassenerhalt gab er seinen Rücktritt bekannt.

Erstes Duell ohne die Raute

Am kommenden Spieltag reist Schaaf also erstmals als Coach von Eintracht Frankfurt in die Autostadt. Seinem ehemaligen Weggefährten will er dabei aber kein Gastgeschenk machen. “Egal gegen wen wir antreten, es muss unser Ziel sein, jeden Gegner zu schlagen“, so Schaaf, der nach seinem Sabbatjahr die Laune am Trainerleben zurückgefunden hat. “Es macht unglaublich viel Spaß mit dieser Mannschaft zu arbeiten, jeder bringt sich ein, um unsere Entwicklung voranzutreiben", schwärmte der 53-Jährige nach dem Auftaktsieg gegen den SC Freiburg.

Für Allofs und den VfL Wolfsburg muss bei der Heimpremiere der erste Dreier her, um nicht schon früh in der Saison den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Bei der durchaus unglücklichen Pleite in München vermisste der 57-Jährige vor allem die fußballtechnischen Basis-Elemente. “Wir sind noch zu ruhig, reden zu wenig miteinander. Dabei sind das elementare Dinge im Fußball. So kann man ein Spiel nicht herschenken, das muss sich ganz schnell ändern“, polterte er.

Unabhängig vom Ergebnis, die gemeinsame Bundesliga-Geschichte von Klaus Allofs und Thomas Schaaf wird am kommenden Wochenende um ein neues Kapitel bereichert. Und es wird bestimmt nicht das Letzte sein.

Thomas Ziemann