München - Werder Bremen will sich in der Champions League mit den Besten messen, Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart und Borussia Dortmund suchen Ruhm und Ehre in der Europa League. Dazu müssen die deutschen Vereine eine letzte Hürde überwinden - bundesliga.de zeigt, welche vier Gegner es in den Play-offs zu schlagen gilt.

Werder Bremen - Sampdoria Genua (Italien)

Sampdoria Genua, italienischer Meister von 1991, spielte zwischen 1999 und 2002 in der Serie B, meldete sich aber eindrucksvoll zurück: Rang 4 in der vergangenen Saison bescherte den Genuesen die Qualifikation zur Champions League - falls sie Werder schlagen. Star der Mannschaft ist Angreifer Antonio Cassano. Der 15-malige Nationalspieler war 2007 von Real Madrid ausgeliehen worden, ein Jahr später wechselte er ganz zu den "Blucerchiati". International feierte Genua bislang einen Titel. Dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1990 folgte 1992 der Einzug ins Finale des Europapokals der Landesmeister - das man mit 0:1 nach Verlängerung gegen den FC Barcelona verlor. Im Jahr 1997 spielte Jürgen Klinsmann für Genua, schoss zwei Tore in acht Spielen, wanderte dann aber zu den Tottenham Hotspurs weiter.

Das sagt Werder-Kapitän Torsten Frings: "Duelle zwischen deutschen und italienischen Teams sind ja fast schon Klassiker, da wissen wir gleich wo wir stehen. Ich hoffe auf große Unterstützung im Weser-Stadion."

Bayer Leverkusen - SC Tavrija Simferopol (Ukraine)

Die neue Saison in der ukrainischen Premjer-Liha mit 16 Mannschaften hat bereits begonnen. Nach vier Spieltagen mit zwei Niederlagen, einem Sieg und einem Unentschieden steht der SC Simferopol auf Tabellenrang 11. Die vergangene Spielzeit beendete die Mannschaft von Trainer Sergej Puschkow auf Platz 6. Simferopol ist aber der erfolgreichste Fußball-Club auf der Krim und wurde 2010 erstmals in der Vereinsgeschichte Pokalsieger der Ukraine. 1958 unter den Namen "Avanhard" gegründet, schloss sich der Club nach Ende der Sowjetunion unter dem neuen Namen SC Tavrija Simferopol der Premjer-Liha an. 1992 sicherte er sich im Finale gegen Dynamo Kiew den einzigen Meistertitel der Clubgeschichte. Simferopol ist einer von fünf Clubs, die seit dem Start 1992 durchgängig in der höchsten ukrainischen Liga spielen. Die Stadt Simferopol ist Hauptstadt der autonomen Republik Krim und zählt 344.000 Einwohner.

Das sagt Torwart Rene Adler: "Das ist ein sehr undankbarer und gefährlicher Gegner. Wir werden aber alles daran setzen, unseren Weg in Europa zu gehen."

Slovan Bratislava (Slowakei) - VfB Stuttgart

Slovan Bratislava feierte im vergangenen Jahr den 17. Meistertitel - zehn Jahre hatte es nach dem letzten Gewinn der Meisterschaft 1999 bis zu diesem Triumph gedauert. Davor hatte Slovan den Titel von 1994 bis 1996 dreimal in Folge gewonnen. In diesem Frühling errang der Club dann den 15. Pokalsieg. In der Europa-League-Qualifikation setzte sich Slowan gegen den serbischen Club Roter Stern Belgrad durch - nach dem 2:1 im Hinspiel reichte zuhause im Rückspiel ein 1:1-Unentschieden. In Europa errang Bratislava 1969 den bisher einzigen Titel. Die Mannschaft gewann den Europapokal der Pokalsieger mit 3:2 gegen den FC Barcelona. Von Bratislawa aus fanden Robert Vittek und Stanislav Sestak ihren Weg in die Bundesliga.

Das sagt VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Das ist eine absolute Spitzenmannschaft in der Slowakei. Wir benötigen unsere volle Konzentration, um weiter zu kommen."

Borussia Dortmund - Qarabag Agdam (Aserbaidschan)

Qarabag Agdam ist die Überraschungsmannschaft im Quartett der Herausforderer. Der Club aus Aserbaidschan schaltete auf dem Weg in die Play-offs aber Metalurg Skopje (Mazedonien), Portadown FC (Nordirland) und Wisla Krakau (Polen) aus. Schon 2009 hatte Qarabag die ersten drei Hürden übersprungen, ehe gegen Twente Enschede Endstation war. Der Verein stammt aus Agdam in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach. Seit 1993 ist die Stadt von der armenischen Armee besetzt und heute wohl menschenleer. Der Verein geriet daraufhin in finanzielle Schwierigkeiten. 2001 stabilisierte sich die Lage dank des neuen Sponsors "Azersun", einem aserbaidschanischen Unternehmen. Qarabag trägt seine Heimspiele in der Hauptstadt Baku aus. Den BVB erwartet also eine Reise von rund 3.450 Kilometern Luftlinie.

Das sagt BVB-Coach Jürgen Klopp: "Wer den polnischen Vizemeister ausschaltet, ist sportlich ernst zu nehmen. Die logistischen Aufgaben werden für einen Club mit der internationalen Erfahrung des BVB kein Problem sein."