Zusammenfassung

  • Das Duell BVB gegen Bayern schreibt viele Geschichten
  • Bilanzen, Rekorde und mehr auf einen Blick
  • Im "A bis Z" erfährst du alles, was du zum Klassiker wissen musst

Köln – Zum 99. Mal findet am 11. Spieltag 2018/19 der Klassiker in der Bundesliga statt. Beim Prestige-Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München empfängt der Tabellenführer den amtierenden Meister (Samstag, 18.30 Uhr). bundesliga.de hat alles Wissenswerte dazu im "A bis Z" zusammengefasst.

>>> Jetzt beim offiziellen Tippspiel mitmachen und jeden Spieltag attraktive Preise gewinnen! 

A wie Ausgangslage

Erstmals seit dem Klassiker in der Rückrunde 2011/12 liegt Borussia Dortmund vor dem Prestigeduell in der Tabelle vor dem FC Bayern München, der dazu auch erstmals seit dieser Partie nicht als Spitzenreiter antritt. Vier Punkte Vorsprung sind ein veritables Polster für den BVB, der in jedem Fall auch nach der Begegnung Tabellenführer bleibt. Im Vorjahr waren die Vorzeichen noch andersherum: Die Münchener lagen drei Punkte vor dem BVB und gewannen das Prestigeduell souverän mit 3:1. Ein gutes Omen für die Dortmunder in dieser Saison? 

B wie Bilanz

Es ist schon der 99. Klassiker in der Bundesliga. Trotz der vielen intensiven Duelle: In der Gesamtbilanz liegt Bayern klar vorne: Von insgesamt 98 Bundesliga-Partien gewann der Rekordmeister 45 – also knapp die Hälfte. Der BVB ging 24 Mal als Sieger vom Platz bei 29 Remis. Langeweile muss keiner beim Klassiker übrigens befürchten. In den letzten zehn Jahren gab es nur eine Nullnummer. 3,1 Tore fallen im Schnitt bei dieser Partie. Und da liegt der Klassiker über dem Schnitt in der Bundesliga.

>>> BVB geht mit Rückenwind in den Klassiker

C wie Coach

Es ist für Niko Kovac und Lucien Favre nicht nur der erste Klassiker als Trainer, die Coaches stehen sich auch erstmals überhaupt gegenüber. Vor gut einem Jahrzehnt hätten sich ihre Wege mal beinahe gekreuzt: Kovac verließ Hertha BSC als Spieler im Jahr 2006, 2007 übernahm dort Favre als Trainer. Auch interessant: Bayerns Co-Trainer Robert Kovac spielte zum Ende seiner aktiven Karriere noch zwei Jahre für Borussia Dortmund.

D wie Doppelpack

Der letzte Dortmunder, dem in der Bundesliga gegen den FC Bayern gleich zwei Treffer gelangen, war Alexander Frei. Das ist mittlerweile über elf Jahre her. Im Januar 2007 traf der Schweizer doppelt und der BVB gewann mit 3:2. Auch der jetzige Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic konnte die Niederlage nicht verhindern. Auf Seiten der Münchner muss man hingegen nicht ganz so lange zurückblicken: Robert Lewandowski traf im letzten Aufeinandertreffen gleich dreifach.

E wie Erfahrung

Wenn einer bei Dortmund weiß, wie man den Klassiker gewinnt, dann ist es Lukasz Piszczek. Der Pole ist der einzige Akteur aus dem aktuellen Dortmunder Kader, der in der Bundesliga eine positive Bilanz gegen Bayern hat (fünf Siege, zwei Remis, vier Niederlagen). Niko Kovac sollte hingegen, wenn er rein nach der Statistik geht, auf Mittelfeldspieler Renato Sanches verzichten. Er ist wiederum der einzige aktuelle Bayern-Spieler, der eine negative Bundesliga-Bilanz gegen Dortmund hat.

F wie Form

The trend is your friend: Die Leistungen der Vorwochen sprechen im Vorfeld des Klassikers für die Dortmunder Gastgeber. Der BVB erarbeitete sich nach dem unglücklichen 2:2 im Heimspiel gegen Hertha BSC ein 1:0 in Wolfsburg – der amtierende Meister aus München derweil musste beim 1:1 gegen Freiburg einen Rückschlag hinnehmen.

G wie Götze

Für Mario Götze hat der Klassiker eine besondere Bedeutung. Ausgebildet beim BVB, wechselte der heute 26-Jährige 2013 zum FC Bayern, um dann 2016 wieder nach Dortmund zurückzukehren. Bereits zwölf Mal stand er beim Klassiker in der Bundesliga auf dem Platz, erzielte dabei jeweils zwei Tore für beide Clubs. In bester Erinnerung dürfte dabei noch sein erster Klassiker im Trikot des FCB sein, als er am 23. November 2013 erstmals in den Signal-Iduna-Park zurückkehrte und wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum Führungstreffer für die Bayern traf.

>>> Bayern kämpferisch vor dem Duell mit Dortmund

H wie Heimvorteil

Während die Gesamtbilanz klar für Bayern spricht, tut sich der Rekordmeister in Dortmund deutlich schwerer. So ist die Bilanz beim BVB mit jeweils 15 Siegen für beide Clubs ausgeglichen. Dortmund hat mit 68:67 Toren zu Hause sogar ein minimal besseres Torverhältnis.

I wie Intensiv

Vor allem ab Mitte der neunziger Jahre war besonders viel Zündstoff in den Partien Dortmund gegen Bayern. Der BVB hatte 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft gewonnen und die Vormacht-Stellung der Bayern herausgefordert. Legendär etwa ist der Disput zwischen Lothar Matthäus und Andreas Möller in einem Duell 1995, als Matthäus seinem Gegenspieler Schauspielerei vorwarf und ihm mit einer abfälligen Geste die Tränen aus den Augen wischte. Auch immer in Erinnerung bleiben wird der "Biss" von Oliver Kahn in den Hals von Heiko Herrlich, der zuvor versucht hatte, den Bayern-Keeper mit dem Ball in der Hand über die Torlinie zu drücken. So richtig flogen die Fetzen dann aber am 7. April 2001, als es binnen 90 Minuten insgesamt drei Platzverweise und zehn Gelbe Karten hagelte. Bis heute sind die 13 Karten Bundesliga-Rekord für eine Partie.

J wie jüngere Vergangenheit

Die Bayern hatten den Klassiker zumindest in der Bundesliga zuletzt klar im Griff. Drei Siege in Folge, jeweils mit mindestens zwei Toren Unterschied. Die letzte Begegnung am 28. Spieltag in der Saison 2017/18 gewann der Rekordmeister sogar mit 6:0. Von den letzten acht Bundesliga-Duellen konnte der BVB hingegen nur einmal als Sieger vom Platz gehen: Im November 2016 gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel 1:0 durch einen Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang.

>>> Rückblick: Die größten Klassiker der letzten 25 Jahre

K wie Kantersiege

Neben dem bereits erwähnten 6:0 in der Vorsaison konnte Bayern in den letzten Jahren gegen den BVB das ein oder andere Mal einen Kantersieg landen. 5:1 hieß es beispielsweise am 8. Spieltag 2015/16, als Thomas Müller und Robert Lewandowski jeweils doppelt trafen. Der höchste Sieg datiert aber aus dem Jahr 1971: Unter anderem ein Viererpack von Gerd Müller und ein Doppelpack vom heutigen Präsidenten Uli Hoeneß sorgten für einen 11:1-Sieg der Bayern. Der BVB feierte höhere Siege gegen Bayern in den letzten Jahren vor allem in Pokalwettbewerben: In bester Erinnerung dürfte hier der 5:2-Erfolg beim DFB-Pokalfinale 2012 sein sowie das 4:2 im Supercup 2013. In der Bundesliga konnte Dortmund nur einmal mit vier Toren Unterschied gewinnen: Dieser Sieg (4:0) ist inzwischen aber über 51 Jahre her.

L wie Lewandowski

Keine Frage: Der Pole ist der Mr. Klassiker. Für beide Teams trat er genau acht Mal im prestigeträchtigen Duell an. Dabei war er aber für Bayern deutlich erfolgreicher als für seinen ehemaligen Arbeitgeber. Während er für den BVB nur einmal in der Bundesliga traf, konnte er für Bayern gleich zehn Mal jubeln. Noch drei Treffer braucht er, um den Klassiker Rekordschützen Gerd Müller einzuholen. Der steht bei 14 Toren.

Robert Lewandowski trifft gegen seinen Ex-Verein - das gab es schon häufig
Robert Lewandowski trifft gegen seinen Ex-Verein - das gab es schon häufig © imago / Jan Huebner

M wie Meisterschaft

Oft war der Klassiker nicht zuletzt auch ein wegweisendes Duell um die Meisterschaft. Borussia Dortmund war die letzte Mannschaft, die Bayern München die Schale streitig machen konnte. 2011 und 2012 hatte der BVB die Nase vorn, seitdem wurden stets die Bayern Meister. In dieser Saison scheint die Borussia wieder ein ernsthafter Titelkandidat zu sein. Erst recht bei einem Sieg im Klassiker, dann hätte Dortmund schließlich sieben Punkte Vorsprung vor dem FCB.

N wie Neulinge

Neben den Trainern sind auch einige Spieler erstmals beim Klassiker dabei: Auf Dortmunder Seite ist es eine Premiere für Jacob Bruun Larsen, Paco Alcacer, Abdou Diallo, Achraf Hakimi, Thomas Delaney, Axel Witsel und Marius Wolf – auf Seiten der Bayern sind Leon Goretzka und Serge Gnabry erstmals dabei.

O wie Oldies

Die Erfahrung spricht für den FC Bayern: Gestandene Spieler wie Mats Hummels, der gegen seinen alten Verein antreten wird, Arjen Robben und Franck Ribery sind ein Ausbund an Routine und können auf die Erfahrung aus zahlreichen Klassikern zurückgreifen. Gerade in einem Spitzenspiel ein nicht zu unterschätzender Faktor!

P wie Pokal

Auch fernab der Bundesliga bot der Klassiker in den letzten Jahren viele Spektakuläre Partien. Alleine drei Mal stand man sich in diesem Jahrzehnt im DFB-Pokalfinale gegenüber (zwei Siege Bayern, ein Sieg Dortmund), gleich fünf Duelle gab es im Supercup  (drei Siege Bayern, zwei Dortmund). Unvergessen ist aber das Champions League Finale 2013 im Londoner Wembley Stadion, das Bayern durch ein Tor von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 für sich entschied.

Video: Drei absolute Klassiker-Highlights

Q wie Qualität

Es trifft die Creme de la Creme der Bundesliga aufeinander: Dortmund stellt mit Paco Alcacer und Jadon Sancho den besten Torschützen und den besten Vorbereiter der Liga, hat außerdem mit 30 Treffern die beste Offensive. Bayern hingegen hat ligaweit die meisten Torschüsse abgegeben und stellt mit Joshua Kimmich den besten Flankengeber und Ballmagneten der Liga.

R wie Rekorde

Gerd Müller ist noch immer der Rekordtorschütze beim Klassiker. In 19 Spielen für die Bayern gegen den BVB erzielte der "Bomber der Nation" stolze 14 Tore. Müller konnte aber "nur" zehn dieser 19 Spiele gewinnen. Die meisten Siege beim Klassiker gehen nämlich auf das Konto von Oliver Kahn. Er gewann 13 seiner 27 Anläufe.

>>> BVB gegen Bayern: 25 Jahre Titelkampf

S wie Seitenwechsel

Viele Spieler sind vom einen Club zum anderen gewechselt: Neben den altbekannten Beispielen wie Thomas Helmer, Christian Nerlinger, Torsten Frings, Stefan Reuter, Michael Rummenigge oder Jürgen Wegmann, die beide Trikots trugen, haben vor allem auch derzeit noch aktive Spieler die Seiten gewechselt. Bestes Beispiel: Robert Lewandowski, der 2014 vom BVB an die Isar wechselte, aber auch Sebastian Rode, der 2016 den umgekehrten Weg ging. Als doppelte Überläufer zählen sogar Mario Götze und Mats Hummels. Sie starteten ihre Profikarriere jeweils beim einen Club, wechselten dann zum Konkurrenten und kehrten schließlich wieder zurück.

T wie Torjäger

Paco Alcacer vs. Robert Lewandowski heißt das Duell der beiden Top-Knipser diesmal. Während Lewandowski über viele Jahre mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Pierre-Emerick Aubameyang um den Titel des Torschützenkönigs gekämpft hatte, tritt  nun der Spanier in die Fußstapfen des Gabuners beim BVB. Die Bilanz von Alcacer ist beeindruckend: Er trifft im Schnitt alle 29 Minuten, hat schon sieben Saisontore bei fünf Einsätzen erzielt. Aber auch Robert Lewandowski zeigt in dieser Spielzeit wieder seinen Killerinstinkt. Für ihn stehen nach neun Einsätzen schon fünf Treffer zu Buche.

Paco Alcacer bejubelt einen seiner schon sieben Saisontreffer
Paco Alcacer bejubelt einen seiner schon sieben Saisontreffer © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Thomas Eisenhuth / Getty Images

U wie Unbesiegbarkeit

Torsten Fink und Carsten Jancker spielten in der Bundesliga beide neun Klassiker ohne einen davon zu verlieren - kein Spieler in der Bundesliga-Historie mehr. Fink gewann sechs seiner neun Duelle (zudem drei Remis), für Jancker waren es vier Siege und fünf Remis. Für den BVB bestritt übrigens Ex-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger die meisten Duelle gegen die Münchner ohne Niederlage (vier, aller Remis).

V wie Vielseitigkeit

In einem Klassiker muss man schon mal während des Spiels die Position wechseln. Und das nicht nur, weil der Trainer mit einem taktischen Kniff den Gegner verwirren will. Manchmal ist ein Wechsel auch unbeabsichtigt, etwa im November 2002, als Borussia Dortmunds Torhüter Jens Lehmann vom Platz gestellt wurde. Weil der BVB schon alle Wechsel durchgeführt hatte, musste Stürmer Jan Koller die ungewohnte Torwartposition übernehmen. Der Tscheche hielt seinen Kasten mehr als 20 Minuten lang sauber - trotzdem verlor Dortmund mit 1:2.

W wie Weltweite Aufmerksamkeit

Wenn es zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München kommt, werden wieder Fußballfans auf der ganzen Welt gespannt zusehen. In der vergangenen Saison beispielsweise wurde das Hinspiel im Signal Iduna Park in über 200 Ländern live übertragen – das Interesse am ewig jungen Duell dürfte auch in diesem Jahr wieder ungebrochen sein, zumal das Rennen an der Spitze erneut enorm spannend ist.

Video: Drei absolute Klassiker-Highlights

X wie X-Faktor

Gerade in einem engen Spiel wie dem Klassiker, der auch in dieser Saison sicherlich auf Augenhöhe stattfinden wird, kommt es auf Kleinigkeiten an. Vielleicht entscheidet am Ende des Spiels sogar die Unterstützung von den Rängen: Borussia Dortmund kann im Klassiker als Heimmannschaft auf die "Gelbe Wand", die größte Stehplatztribüne Europas, bauen, die für das Team wie ein 12. Mann ist.

>>> Alle Infos zum Spiel #BVBFCB im Matchcenter

Y wie Youngster

Bei Dortmund sorgen derzeit vor allem auch die Youngster für mächtig Furore. Dortmund hat mit Jadon Sancho, Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou gleich drei Teenager in den eigenen Reihen, die in den letzten Wochen absolute Leistungsträger waren. Ganz im Gegensatz zu den Bayern. Hier sind mit Franck Ribery, Arjen Robben, Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Javi Martinez und Jerome Boateng gleich sechs potenzielle Stammkräfte jenseits der 30.

Z wie Zorc

Keiner kennt den Klassiker wohl so gut wie Michael Zorc. Nicht nur in seinen 20 Jahren als Sportdirektor des BVB hat der 56-Jährige so manches brisante Duell erlebt, auch als Spieler kann ihm keiner das Wasser reichen.  Mit 28 Klassikern ist er noch immer der Rekordspieler. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: Mats Hummels (derzeit 18 Klassiker) müsste schon mindestens bis zum 35. Lebensjahr weiterspielen, um ihn theoretisch als derzeit aktiver Rekordspieler einzuholen.