Alexander Baumjohann ist noch lange kein Bayer, das kann man hören. An ein herzliches "Grüß Gott" jedenfalls scheint er sich erst noch gewöhnen zu müssen, antwortet aber immerhin schon einmal mit einem freundlichen "Grüß Gott" zurück.

Der 22-jährige Mittelfeldspieler hat eben noch viel zu tun, ehe er sich ab der kommenden Saison auf seine Arbeit beim FC Bayern konzentrieren kann. Zum Beispiel muss er dafür sorgen, dass Borussia Mönchengladbach dann überhaupt noch gegen den FC Bayern antreten kann.

Lange Zeit sah es nicht nach dem Klassenerhalt aus, doch nun hat sich die Mannschaft auf den Relegationsplatz gekämpft und spielt zudem noch gegen direkte Konkurrenten. Der U-21-Nationalspieler Baumjohann erklärt im Gespräch mit bundesliga.de, warum der Klassenerhalt gelingen wird.

bundesliga.de: Herr Baumjohann, trauern Sie den verlorenen Punkten gegen den VfL Wolfsburg noch hinterher, dem besten Team der Rückrunde?

Baumjohann: Natürlich war die Enttäuschung nach dem Spiel groß. Die Niederlage war unglücklich. Wir hatten gut begonnen und wir hatten unsere Chancen, dann machen die Wolfsburger aus dem Nichts das 1:0. Obwohl wir in der zweiten Halbzeit aufgemacht haben, gelang uns das 1:1. Das muss man in den letzten zehn Minuten zuhause eigentlich über die Bühne bringen. Aber wir standen nicht so geordnet, wir wollten selbst das 2:1 machen, und dann verliert man gegen so eine Topmannschaft eben noch.

bundesliga.de: Kann man aus so einem Spiel noch was mitnehmen für den Rest der Saison?

Baumjohann: Wir haben ja vorher schon gegen gute Mannschaften sehr gute Leistungen abgeliefert, und es hat oft nicht gereicht. Aber wir sind in der ganzen Rückrunde insgesamt auf einem sehr guten Weg. Und jetzt gegen Frankfurt haben wir gute Chancen, was zu holen.

bundesliga.de: Ein Aufwärtstrend ist sicherlich zu erkennen. Wie erklären Sie sich die verbesserte Leistung seit der Winterpause?

Baumjohann: Der Trainer kam in einer nicht so positiven Situation zu uns. Da kam die Winterpause gut, wir konnten noch mal vernünftig trainieren, und der Trainer hatte Zeit zu zeigen, was er vorhat. Wir haben uns außerdem gut verstärkt, wir stehen jetzt stabil in der Defensive, das ist ein Hauptgrund. Obwohl wir in der Hinrunde auch schon einige gute Spiele abgeliefert haben.

bundesliga.de: Sie selbst sind ja auch erst unter Hans Meyer zum echten Leistungsträger geworden.

Baumjohann: Ich habe vorher auch schon einige Partien absolviert, aber in der Rückrunde habe ich bisher eben alle Spiele gespielt, und das liegt natürlich auch am Trainer.

bundesliga.de: Der nächste Gegner heißt Eintracht Frankfurt. Was erwarten Sie sich?

Baumjohann: Die Frankfurter sind auch noch nicht weg. Sie wissen bestimmt: Wenn Mönchengladbach das Spiel gewinnt, sind wir wieder ordentlich drin im Abstiegskampf. Frankfurt ist eine Chance für uns. Dort ist das Publikum oft kritisch, und auf ihnen wird einiger Druck lasten. Außerdem haben wir gerade auswärts zuletzt gute Spiele abgeliefert, in Köln zum Beispiel, oder in Karlsruhe, wo wir eigentlich auch hätten gewinnen können.

bundesliga.de: Und der übernächste Gegner ist auch noch lange nicht weg: Bielefeld.

Baumjohann: Ja. Die nächsten beiden Spiele werden entscheidend sein für den Verlauf der Saison. Wenn wir da punkten, dann kann man auch etwas beruhigter in die darauf folgenden Spiele gegen Bayern und Schalke gehen. Jetzt müssen wir anfangen, wieder eine Serie zu starten, da ist der kommende Samstag der richtige Zeitpunkt.

bundesliga.de: Wie ist nach den Heimniederlagen gegen Bochum und gegen Wolfsburg die Stimmung? Besser als noch zu Beginn der Rückrunde?

Baumjohann: Wir hatten zur Winterpause elf Punkte. Wenn uns jemand gesagt hätte, dass wir zu diesem Zeitpunkt so viele Punkte haben können und dort stehen wo wir jetzt stehen, dann hätten wir das im Winter direkt unterschieben. Deshalb können wir alle mit erhobenem Haupt in die nächsten Spiele gehen, auch wenn die letzten Ergebnisse nicht so gut waren. Ich bin da auch recht zuversichtlich.

bundesliga.de: Insgesamt muss Mönchengladbach noch vier Mal auswärts und drei Mal zuhause ran. Ist das nach den gezeigten Leistungen überhaupt ein Nachteil?

Baumjohann: Ich denke mal, dass das Spiel gegen Leverkusen in Düsseldorf sowieso eher ein Heimspiel werden wird, da werden vielleicht mehr Fans von uns da sein als von denen, und ja, wir haben auch schon öfter gezeigt, dass wir auswärts gewinnen können.

bundesliga.de: Das Restprogramm ist recht kontrastreich, Bayern und Schalke stehen auf dem Programm, aber eben auch direkte Konkurrenten wie Bielefeld und Cottbus. Rechnet man da automatisch im Kopf schon rum, weil manche Spiele einfach wichtiger sind?

Baumjohann: Der Gegner ist in unserer Situation egal. Wir haben natürlich kein leichtes Programm, aber andere haben es ähnlich schwer, von daher ist das ausgeglichen. Und am Ende der Saison gewinnt man dann ja vielleicht auch mal gegen Mannschaften, wo man vorher keine Punkte eingeplant hatte. Am letzten Spieltag zuhause gegen Dortmund, da kann man auf jeden Fall was holen, gegen Leverkusen in Düsseldorf auch, selbst gegen Schalke. Es sind auf jeden Fall noch genug Chancen da zu punkten.

Das Gespräch führten Fatih Demireli und Christoph Leischwitz