Kaiserslautern - Die Fans des FCK sangen schon während des Spiels die Hymne der Erlösung aller abstiegsgefährdeten Clubs: "Nie mehr zweite Liga".

Trainer Marco Kurz allerdings will erst zur großen Feier bitten, wenn der Klassenerhalt auch rechnerisch hundertprozentig sicher ist. Doch er sagt auch: "40 Punkte sind schon eine Aussage."

Kuntz und Kurz bewahrten die Nerven

Sechs Punkte liegen die Pfälzer zwei Spieltage vor Saisonende vor der Frankfurter Eintracht auf Relegationsrang 16. Zwischen den beiden Vereinen sind noch vier Mannschaften platziert, die weniger Punkte haben als die Lauterer. Selbst notorische Pessimisten glauben deshalb in der Pfalz nicht mehr an den Abstieg.

Dass die Lauterer so gut dastehen, hat mehrere Gründe. Nie verloren Clubchef Stefan Kuntz und Trainer Marco Kurz die Nerven, auch nicht nach Niederlagenserien. Auch als die Fans den Angreifer Srdjan Lakic nach der Bekanntgabe seines Wechsels zum VfL Wolfsburg anfeindeten, hielten Kurz und Kunz zu dem Kroaten.

Kevin Trapp rettete gegen St. Pauli

Vergangene Woche erzielte Lakic den Siegtreffer beim 1:0 bei Schalke. "Wir haben Großes geschafft. Es war nicht alles überragend, aber wir haben eine Saison lang alles gegeben. Und das ist eine junge Mannschaft, in der noch viel Entwicklungspotenzial steckt", resümiert Lakic die abgelaufenen 32 Spieltage.

Gegen St. Pauli konnten sich die Pfälzer auch bei ihrem Torwart Kevin Trapp bedanken, dass sie das Spiel am Ende für sich entscheiden konnten. Dreimal rettete der 20-Jährige in der ersten Halbzeit den FCK vor einem Gegentor. Mathias Abel, der Torschütze zum 2:0 (68.), lobt: "Kevin hat uns mit super Paraden toll im Spiel gehalten." Trapp sagt cool: "Ich bin als Torwart ja dafür da, meiner Mannschaft ab und zu mal zu helfen."

Mutige Entscheidungen

Abel und Trapp stehen auch für mutige Entscheidungen von Trainer Marco Kurz. Abel ersetzte mitten im Abstiegskampf Kapitän Martin Amedick in der Innenverteidigung und Trapp Tobias Sippel im Tor. Das waren harte Entscheidungen, aber Kurz hat im Nachhinein Recht bekommen.

Eine ganz starke Saison liefert auch Christian Tiffert ab, der sich in Kaiserslautern wieder in das Rampenlicht der Bundesliga gespielt hat. Mit 14 Torvorlagen ist der 29-Jährige hinter Franck Ribery und Mario Götze drittbester Vorbereiter der Liga. Gegen St. Pauli erzielte er mit seinem zweiten Saisontreffer, die 1:0-Führung.

Klassenerhalt aus eigener Kraft

Der zweifache Familienvater ist in Kaiserslautern ein unverzichtbarer Bestandteil der Mannschaft. Am liebsten spielt er zentral im Mittelfeld. Weil aber Trainer Kurz auf ein System mit zwei Spitzen umgestellt hat - Erwin Hoffer spielt nun neben Lakic - , muss Tiffert nun auf der rechten Außenbahn ran und macht das ohne aufzumucken.

Es zeigt den Charakter der Mannschaft, dass sie den Klassenerhalt aus eigener Anstrengung endgültig perfekt machen will. "Wir wollen die Serie von drei Auswärtssiegen, die wir am Stück haben, ausbauen. Wir fahren jetzt nach Wolfsburg, um dort zu gewinnen", sagt Mathias Abel. Wenn das gelingt, verspricht das letzte Heimspiel im Fritz-Walter-Stadion gegen Werder Bremen, eine große Nichtabstiegsfete zu werden.

Tobias Schächter