München - Das Fernduell zwischen Rekordmeister FC Bayern München und dem aktuellen Titelträger Borussia Dortmund bestimmt die Samstagsspiele in der Bundesliga (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Beide Teams haben Heimrecht und sind - zumindest auf dem Papier - in der klaren Favoritenrolle.

FC Bayern München - SC Freiburg

Nachdem der FC Bayern in den vergangenen fünf Pflichtspielen keinen einzigen Gegentreffer zugelassen hat, soll für die Heynckes-Elf auch gegen den SC Freiburg hinten die Null stehen. Dabei kann der Bayern-Coach wieder auf Mario Gomez zurückgreifen, der in der Nationalelf verletzungsbedingt passen musste. "Der Oberschenkel macht keine Probleme mehr", sagte der Stürmer.

Unwahrscheinlich ist dagegen der Einsatz von Arjen Robben, dessen Schambeinentzündung sich zwar gebessert hat, aber noch nicht abgeklungen ist. Im Spiel gegen die Breisgauer wollen die Münchner die Tabellenführung erfolgreich verteidigen. "Es wird nicht so einfach, aber wir müssen gewinnen", sagte Gomez und schob Gedanken an das erste Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch beim FC Villarreal beiseite: "Wir haben uns natürlich über die Spiele unterhalten, aber erstmal nur den Samstag im Kopf."

Beim SC Freiburg werden Jan Rosenthal (Aufbautraining) und Heiko Butscher (Probleme an der Achillessehne) definitiv fehlen. "Natürlich würden wir gerne auch am Samstag etwas holen, aber dafür müssen viele Dinge zusammen kommen", so Marcus Sorg. Immerhin kann der SC-Coach auf seine Nationalspieler zurückgreifen, die allesamt unverletzt von ihren Länderspielen zurückgekehrt sind.




Borussia Dortmund - Hertha BSC

Vor dem Spiel gegen den Aufsteiger hat BVB-Coach Jürgen Klop einige Sorgen: Mario Götze und Sebastian Kehl sind gesperrt, Jakub Blaszczykowski, Sven Bender, Ivan Perisic und Moritz Leitner leicht angeschlagen. "Ich gehe aber davon aus, dass alle zur Verfügung stehen", sagt Klopp am Donnerstag und schloss damit auch jene Akteure ein, die unter der Woche pausieren mussten: Perisic fehlte in Kroatiens Dienstag-Kader wegen einer Erkältung, Leitner musste der U21 wegen eines Magen-Darm-Infekts und Bender der A-Nationalelf wegen einer Sprunggelenksblessur absagen.

Götzes Sperre kann Klopp sogar Gutes abgewinnen: "Es ist nicht so schlimm, wenn Mario in englischen Wochen zwei Spiele nicht mitwirken kann", meinte Klopp mit Blick auf das Länderspiel gegen Polen und die anstehende Partie am Dienstag gegen den FC Arsenal. Er ließ sich drei Optionen als Alternative offen: den kopfballstarken Perisic, den blitzschnellen "Kuba" oder den "mit gewissem Spielwitz" ausgestatteten Leitner.

Hertha-Coach Markus Babbel hofft, dass seine Elf den Auftritt im vollen Signal Iduna Park mit einem (Teil-) Erfolg beenden kann. "Wir haben letztes Jahr hart gearbeitet, um wieder in solchen Stadien wie in Dortmund spielen zu dürfen. Jetzt fahren wir da nicht nur hin, um uns das Stadion anzuschauen." Entgegen ersten Befürchtungen werden wohl alle Spieler am Samstag einsatzbereit sein. Sebastian Neumann, Pierre-Michel Lasogga und Roman Hubnik kamen angeschlagen von den Nationalmannschaften zurück, sind aber wieder fit. Auch Maik Franz wird wieder zur Verfügung stehen, die störende Gesichtsmaske wird nicht mehr benötigt.




1. FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim

Die Bilanz von Mainz 05 unter Thomas Tuchel gegen 1899 Hoffenheim ist blütenweiß: vier Siege in vier Spielen. An das "Gesetz der Serie" glaubt der 05-Coach jedoch nicht. "Ich glaube, dass das Zufall ist", sagt Tuchel. Dennoch: "Wenn es einen kleinen psychologischen Startvorteil gibt, dann werden wir versuchen diesen zu nutzen." Beim Versuch, den fünften Sieg einzufahren, kann der Mainzer Trainer fast aus dem Vollen schöpfen. Nur Adam Szalai und Florian Heller befinden sich weiterhin im Aufbautraining.

Mario Gavranovic, den die Mainzer aus Schalke holten, könnte sein Debüt geben. Ein Einsatz über die vollen 90 Minuten scheint allerdings ausgeschlossen. Im "Stürmer-Roulette" hat der Tuchel einige Optionen. Sami Allagui verpasste aufgrund seines turbulenten Rückfluges mit anschließendem einstündigen Krankenhausaufenthalt im Endeffekt nur eine einzige Trainingseinheit und steht für Samstag genauso bereit wie Anthony Ujah, der im Heimaturlaub seine Akkus aufladen konnte.

Auf der Gegenseite plagen Hoffenheim-Coach Holger Stanislawski viele Verletzungssorgen: Edson Braafheid (Knöchel), Ryan Babel (Erkältung) und Andreas Ibertsberger (Adduktoren) sind angeschlagen, Chinedu Obasi absolvierte eine halbe Weltreise mit Nigerias Nationalteam nach Madagaskar und Argentinien und kehrte müde zurück. Zudem fehlen die Rekonvaleszenten Matthias Jaissle, Tobias Weis, Vedad Ibisevic, Boris Vukcevic und Manuel Gulde. Sejad Salihovic fällt in jedem Falle wegen einer Stauchung des rechten Außenmeniskus und Schienbeinkopfes aus. Knowledge Musona und Gylfi Sigurdsson sind dagegen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und stehen voraussichtlich im Kader für die Partie am Samstag.




VfB Stuttgart - Hannover 96

Der VfB hofft, nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Spur zu kommen. "Wir spielen zu Hause, müssen die Initiative ergreifen und zielstrebig nach vorne spielen. Wir haben schon oft bewiesen, dass wir mit Druck umgehen und starke Teams schlagen können", sagte Cheftrainer Bruno Labbadia. Personell wird Labbadia wenige Änderungen im Vergleich zum Spiel in Berlin vornehmen müssen. Dass Timo Gebhart nach seiner langen Verletzungspause in der ersten Elf stehen wird, schloss er jedoch aus. "Timo macht alle Einheiten mit und rückt immer näher ran ans Team. Aber für die Startelf reicht es noch nicht. Er ist dank seiner individuellen Klasse aber auf jeden Fall eine Option für eine Einwechslung", meinte Labbadia weiter.

Bei Hannover läuteten am Donnerstagvormittag die Alarmglocken: Mohammed Abdellaoue musste die Einheit nach Schmerzen im Oberschenkel vorzeitig abbrechen. Er steht Trainer Mirko Slomka nicht zur Verfügung. Nach einer Pause gehen Jan Schlaudraff und Konstantin Rausch aber beim Training genauso in die Vollen wie eh und je. Ersatzkeeper Markus Miller setzt bis auf Weiteres wegen mentaler Erschöpfung aus.




Borussia Mönchengladbach - 1. FC Kaiserslautern

Während die Borussen mit sieben Punkten aus den ersten vier Begegnungen einen sehr guten Saisonstart erwischten, stehen die Pfälzer bisher noch ohne Sieg da. Dennoch warnt Gladbachs Cheftrainer Lucien Favre: "Ich habe alle vier Spiele gesehen und sie waren alle sehr eng. Die Lauterer stehen sehr kompakt und sind daher extrem schwer zu bespielen."

Eine gute Nachricht kommt aus dem Lazarett der Borussen: Marco Reus nach überstandener Schambeinverletzung wohl auflaufen. "Marco hat gut trainiert. 100-prozentig weiß ich es noch nicht, aber er wird morgen wahrscheinlich spielen können", sagte Favre nach dem Abschlusstraining der Borussen. "Heute konnte ich normal mit der Mannschaft trainieren und hatte keine Schmerzen mehr", so Borussias Nummer elf.

Bei den "Roten Teufeln" ist die personelle Situation deutlich prekärer - vor allem im Angriff. Ivo Ilicevic wurde verkauft, Dorge Kouemaha ist weiter verletzt und der bisher nicht berücksichtige Ilian Micanski droht mit einer Knieprellung auszufallen. Damit dürfte erneut Itay Shechter die einzige Sturmspitze der Lauterer sein. Zwar melden sich mit Adam Nemec, Gil Vermouth und Alexander Bugera einige Rekonvaleszenten langsam zurück, spielen wird in Gladbach aber zunächst keiner. Während Nemec beim FCK II erste Wettkampfluft schnuppern soll, könnte Vermouth immerhin ein Platz auf der Bank winken.