Gelsenkirchen – Wenige Tage nach dem 0:5-Debakel gegen den FC Chelsea in der Champions-League ist die königsblaue Welt vorübergehend wieder in Ordnung. Dank des "Hunters", der den 1. FSV Mainz 05 mit seinem vierten Bundesliga-Dreierpack praktisch im Alleingang "erlegte".
Beim 4:1-Erfolg der Knappen durchbrach Stürmer Klaas-Jan Huntelaar zudem eine magische Schallmauer.

Wortlos bahnte sich der Mann des Spiel den Weg durch die Mixed Zone der Schalker Arena. Obwohl seine Tor-Gala ein schöner Anlass gewesen wäre, wollte er den schreibenden Journalisten diesmal nicht wie gewohnt Rede und Antwort stehen. Genießen und schweigen? Die Mannschaft habe entschieden, nur drei Spieler für Interviews abzustellen, hieß es von Vereinsseite. Der Matchwinner gehörte nicht dazu.

Immerhin, im TV hatte Huntelaar zuvor seine Freude über seine neue Rekordbilanz kurz zum Ausdruck gebracht. "Ich habe es vorher gar nicht gewusst. Natürlich freue ich mich darüber", sagte er gegenüber "Sky", nachdem ihm klar wurde, dass er mit seinen Treffern 99 bis 101 die 100-Tore-Marke in Pflichtspielen für Schalke 04 geknackt hatte. Den Spielball hatte er sich zuvor bereits gesichert, doch dies mache er immer, "wenn ich drei Tore schieße", erklärte er.

101 Tore in 157 Pflichtspielen

Mit seinen Saisontreffern fünf, sechs und sieben gehört er nun zusammen mit Karim Bellarabi (Leverkusen), Mario Götze (Bayern), Alexander Meier (Frankfurt) und Shinji Okazaki (Mainz) zum Führungsquintett in der Torjägerliste. Mit 101 Treffern (in 157 Pflichtspielen) liegt der Niederländer nur noch knapp hinter Ebbe Sand (102), während sich Clublegende Klaus Fischer mit 223 Toren wohl außer Reichweite befindet.

"Das war ein gutes Spiel von uns. Wir sind viel besser aufgetreten als zuletzt. Es war mehr Wille und eine höhere Einsatzbereitschaft zu sehen. Wir waren gut in den Zweikämpfen und haben den Weg nach vorne gefunden. Wir sind nachgerückt, waren aggressiv. Wenn uns das gelingt, haben wir immer die Qualität, Tore zu erzielen", wird Huntelaar auf der Vereinshomepage zitiert. Seine Tore haben den FC Schalke nun wieder ins obere Tabellendrittel vorstoßen lassen. Neben den drei Treffern bereitete der 31-Jährige auch noch das zwischenzeitliche 3:1 durch Tranquillo Barnetta vor. Vier Torbeteiligungen waren ihm bisher nur einmal, im April 2013 beim 4:1 (drei Tore, eine Vorlage) gegen den HSV, gelungen.

Vollblutstürmer zeigt seine Klasse

"Klaas-Jan ist ein Vollblutstürmer, der heute wieder seine Klasse gezeigt hat", sagte Teamkollege Christian Fuchs. "Die Tore hat er sich erarbeitet und auch verdient. Auch wenn er nicht trifft, arbeitet er immer sehr viel für die Mannschaft", lobte der Österreicher den Torjäger, der gemeinsam mit Eric Maxim Choupo-Moting an 18 der 21 Schalker Saisontoren beteiligt war.

Vier Tage nach der bösen Pleite in der Champions League haben die Knappen eine gute Reaktion gezeigt und sich vor allem enorm effektiv präsentiert. Das erneut negative Torschussverhältnis von 14:22 fällt aufgrund des "richtigen" Ergebnisses nicht ins Gewicht. Dennoch ist diese Tendenz seit dem Trainerwechsel auffällig. Gegen Mainz begnügten sich die Gastgeber im zweiten Durchgang mit lediglich zwei Torschüssen, die beide im Netz landeten. Alles eine Frage der Taktik, wie Huntelaar erklärt: "Wenn wir nach vorne kommen wollen, dann kommen wir nach vorne." Dass ein "Hunter" immer auf Torejagd gehen will, steht freilich außer Frage.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann

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