Gelsenkirchen - Erst schoss er sein 75. Bundesligator im 150. Spiel für den FC Schalke 04, dann durfte Klaas-Jan Huntelaar sich auch noch über den 3:2-Sieg gegen den Hamburger SV freuen. Warum dieser Erfolg so wichtig war für die Mannschaft und was man daraus für die nächsten Aufgaben mitnehmen kann, darüber sprach der Kapitän im Interview nach der Partie.

Frage: Klaas-Jan Huntelaar, das war eine richtig gute Leistung und endlich auch wieder ein Sieg für Schalke.

Klaas-Jan Huntelaar: Das Wichtigste war natürlich der Sieg! Wir hatten zuletzt ein paar Negativerlebnisse, lagen dann gegen den HSV mit 0:1 hinten. In dieser Situation ist so ein frühes Gegentor natürlich bitter. Aber wir haben uns trotzdem gut reingekämpft. Das war eine super Moral der Mannschaft!

"Von den Spielern bis zum Trainerstab: Alle haben hart dafür gearbeitet"

Frage: Trotz des frühen Gegentreffers wirkte die Mannschaft dieses Mal nicht verunsichert.

Huntelaar: Wie gesagt, unsere Moral war richtig gut. Das hat man auch an Roman Neustädter gesehen, der erst beim Gegentor beteiligt war. Und dann hat er wenig später den Ausgleich eingeleitet, als er den Ball erobert und zu Max Meyer gespielt hat, der dann das Tor macht. Von der Moral her hat wirklich die ganze Mannschaft ein super Spiel gemacht.

Frage: Wie wichtig war es auch mit Blick auf die Fans, eine solche Moral zu zeigen? Die Anhänger waren zuletzt sehr unzufrieden, haben die Mannschaft aber gegen den HSV auch nach dem Rückstand unterstützt.

Huntelaar: Das war sehr wichtig, keine Frage. Nach den negativen Erlebnissen in den letzten Spielen war es sehr wichtig, dass wir diese Partie gewinnen. Es ist auch wichtig für die Köpfe und für das Selbstvertrauen. Es ist toll, dass wir das geschafft haben und schön für alle, die dafür gearbeitet haben, von den Spielern bis zum Trainerstab. Und die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, bringt sehr viel Moral und Energie für die Mannschaft.

Frage: Sie haben den Trainerstab angesprochen. Nach dem Treffer zum 3:1 ist die ganze Mannschaft zur Trainerbank und zu André Breitenreiter gelaufen. War das eine geplante Aktion?

Huntelaar: Das war alles spontan. Wir planen so etwas vorher nicht, das kommt spontan. Und dann ist es auch echt. Es war ein Zeichen von allen, dass wir versuchen, negative Dinge ins Positive zu drehen – so, wie man es gegen den HSV gesehen hat.

"Ich habe bei meinem Treffer ein bisschen spekuliert"

Frage: Zuletzt gab es auch Kritik an der Leistung von prominenter Seite von Klaus Fischer bis zu Felix Magath. Spornt das die Mannschaft eher an oder nervt es?

Huntelaar: Wir versuchen darüber nicht viel nachzudenken und uns auf unsere Arbeit zu konzentrieren. Aber eher spornt uns das an. Wir wollen zeigen, dass wir hier alle für das Gleiche kämpfen. Wir wollen Erfolgserlebnisse holen und das hat man gegen den HSV gesehen. Wir waren da, wir waren aggressiv. Und wir wollten unbedingt gewinnen, auch nach dem frühen Rückschlag.

Frage: Sie selbst haben nach fast einem Monat auch wieder getroffen und Ihr 75. Bundesligator geschossen.

Huntelaar: Man will am liebsten immer gewinnen und Tore schießen. Das hat beides geklappt – also bin ich zufrieden. Ich habe bei meinem Treffer ein bisschen spekuliert, dass René Adler etwas weit vor seinem Tor steht und habe es einfach mal probiert.

"Wir müssen die Fehler des Gegners für uns nutzen"

Frage: Und sie treffen immer wieder gegen Hamburg. Wie kommt’s?

Huntelaar: Ich glaube, das hat weniger mit dem Gegner zu tun. Es hängt mehr mit der Art und Weise zusammen, wie wir spielen. Und die erste Halbzeit gegen Hamburg war schon gut, aber die zweite war noch besser. Die Außenverteidiger haben sich immer wieder vorne mit eingeschaltet. Wir haben für viel Gefahr vor dem Hamburger Tor gesorgt. Und dann kommen auch die Chancen für einen Stürmer.

Frage: Wie muss die Mannschaft jetzt am nächsten Wochenende in Köln auftreten?

Huntelaar:  Wir müssen die Moral und Energie aus diesem Spiel mitnehmen. Und wir müssen schlau die Fehler des Gegners für uns nutzen. Wie wir das angehen, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Jetzt heißt es erstmal, sich ein bisschen auszuruhen und dann auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Wir wollen in Köln auf jeden Fall nachlegen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte