Das Bewerbungsschreiben ist exzellent: 21 Jahre jung, WM-Teilnehmer mit Dänemark und zwei Jahre Stammspieler beim italienischen Serie A-Club US Palermo. Kein Wunder, dass der VfL Wolfsburg bei Simon Kjaer zugegriffen hat. Der 1,89 Meter große Innenverteidiger könnte zusammen mit Arne Friedrich die Wolfsburger Abwehrschwächen abstellen.

Denn Schwächen hatte der Deutsche Meister von 2009 zweifellos im hinteren Bereich verraten; 58 Gegentore in der Saison 2009/10 sprechen Bände. "Ich hoffe, dass ich helfen kann, die Probleme zu lösen. Ich habe hier in Wolfsburg starke Konkurrenz, aber ich habe Selbstvertrauen und möchte mir einen Stammplatz erkämpfen", sagt ein selbstbewusster Kjaer.

"Das Niveau ist sehr hoch"

Wegen des verlängerter WM-Urlaubs trainiert der Blondschopf mit den auffälligen Tätowierungen ("Ich mag Tattoos, aber das hat nichts mit Fußball zu tun") erst gut eine Woche mit seiner neuen Mannschaft. Aber lange genug, um schon klare Erkenntnisse zu gewinnen.

"Das Niveau ist sehr hoch, es steckt viel Qualität in der Mannschaft. Das Training ist viel härter und intensiver, aber das gefällt mir. Ich freue mich jeden Tag auf das Training. Der Trainer motiviert gut und hat viele gute Ideen. Wir trainieren viel mit dem Ball, das war in Italien anders."

Lob vom Manager

Auch wenn Kjaer in seinen 62 Serie A-Spielen für Palermo immerhin fünf Tore erzielt hat, so habe er "in Italien nur hinten gespielt. In Wolfsburg werden wir eine andere Art Fußball spielen. Wir werden offensiver spielen, deshalb muss ich auch mein Spiel nach vorne verbessern." Andererseits sei Palermo taktisch besser organisiert gewesen und diese Erfahrung wolle der Däne jetzt in Wolfsburg einbringen.

Viele Experten erwarten, dass der junge Simon Kjaer und der erfahrene Arne Friedrich Seite an Seite im Wolfsburger Abwehrzentrum verteidigen werden. "Simon hat enorm großes Potenzial, verfügt über große Erfahrung und bringt alle Voraussetzungen mit. Wir haben mit ihm und Arne Friedrich zwei starke Innenverteidiger in unser Team geholt", so VfL-Manager Dieter Hoeneß.

Von Dzeko begeistert

Außer von Hertha-Zugang Friedrich ("Ich freue mich darauf ihn kennenzulernen") wird und will Kjaer auch von einem anderen Mitspieler viel lernen. "Edin Dzeko ist der beste Spieler, gegen den ich je gespielt habe. Er hat keine Schwächen. Am liebsten würde ich jeden Tag gegen ihn spielen. Wenn er fit ist, ist es für jeden Abwehrspieler sehr schwer, ihn aufzuhalten."

Dzeko und Grafite in der Spitze, ein Mittelfeld mit Josué und Misimovic, dazu eine neue Nationalspieler-Abwehr - ganz klar, dass Simon Kjaer auch hohe Ziele formuliert: "Ich denke, dass wir eine gute Saison spielen werden und eine Chance haben, Meister zu werden."

Aus Going berichtet Stefan Kusche