München - Der 1. FC Nürnberg gehört zweifellos zu den positiven Überraschungen der noch jungen Saison. Als einziger Bundesligist konnten die "Clubberer" bereits zwei Auswärtssiege feiern. Jetzt steht das Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt an.

Nürnbergs Außenverteidiger Timothy Chandler spricht im Interview mit bundesliga.de über die neue taktische Ausrichtung der Franken, seine Rolle im Team und das Spitzenspiel gegen die Eintracht.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung im Nürnberg Team nach dem 3:2-Sieg in Mönchengladbach?

Timothy Chandler: Die Stimmung ist natürlich sehr gut. Wenn man gewinnt, ist die Stimmung eigentlich immer gut. Wir sind eine sehr junge Mannschaft, wir freuen uns wenn wir gewinnen, aber wir sind weiter hungrig.

bundesliga.de: Gegen den Meister Borussia Dortmund hat der "Club" am 2. Spieltag ein Unentschieden geholt. Was war das Erfolgsgeheimnis?

Chandler: Wir haben die Dortmunder einfach nicht das Spiel machen lassen. Wir haben sie nicht das machen lassen, was sie sehr gut können, und wir haben immer gut und blitzschnell gekontert. Ich denke, daran lag es. Mit etwas Glück gewinnen wir das Spiel sogar noch.

bundesliga.de: Welche taktische Änderung hat der Trainer Dieter Hecking vor dieser Saison vorgenommen?

Chandler: Wir haben uns für diese Saison vorgenommen, den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten und dann schneller nach vorne zu spielen. Wir wollen nicht nur verteidigen, sondern auch auf Angriff spielen.

bundesliga.de: Und im Moment klappt es ganz gut oder?

Chandler: Ja, ich denke, es klappt ganz gut. In jedem Spiel haben wir vier oder fünf hundertprozentige oder gute Torchancen. Man sieht daran, dass es sehr gut klappt.

bundesliga.de: Wie schwierig war es für Sie, Ihr Spiel in der neuen Abwehrkette ohne Dominic Maroh und Philipp Wollscheid anzupassen?

Chandler: Natürlich musste ich mich darauf einstellen. Aber wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Außerdem kenne ich Per Nilsson und Timm Klose schon länger. Daher war es eigentlich kein großes Problem.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison wurden Sie auf verschiedenen Positionen eingesetzt. Wo spielen Sie am liebsten?

Chandler: Ich habe die meisten meiner Bundesliga-Spiele als Rechtsverteidiger gemacht und da spiele ich eigentlich auch am liebsten, weil ich da von hinten mit mehr Platz kommen kann.

bundesliga.de: Und so können Sie auch für Gefahr in der Offensive sorgen…

Chandler: Auf jeden Fall, das liegt mir. Mit meinem Offensivdrang kann ich auch im rechten Mittelfeld spielen. Dort könnte ich auch gerne wieder spielen.

bundesliga.de: Wie sind Ihre ersten Eindrücke von Hiroshi Kiyotake und wie sehr erhöht er die Qualität des Teams?

Chandler: Ich denke, er hilft uns sehr viel. Er ist ein Spieler, den man gleich vorne anspielen kann, der sich mit dem ersten Kontakt nach vorne dreht und immer für Gefahr nach vorne sorgt. Er spielt viele Bälle tief und sucht auch selber den Abschluss. Er ist ein super Spieler für uns.

bundesliga.de: Am Freitag kann der "Club" mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt zumindest vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Chandler: Das wird ein gutes Spiel. Frankfurt ist mit neun Punkten gestartet, wir mit sieben. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die Tagesform entscheiden wird. Beide Mannschaften sind heiß darauf, Punkte zu holen. Das wird ein tolles Freitagabendspiel.

Das Gespräch führte James Thorogood