München - Manche Dinge kann man, manche Dinge kann man nicht. Dass "King Maxi" eine linke Klebe hat, war scheinbar von höheren Mächten geplant. "Das ist wohl angeboren, und ich habe es von meiner Mutter geerbt", erklärt Wolfsburgs Maximilian Arnold. "Meine Schwester hat auch so einen harten Schuss."

Der Mittelfeldspieler, der von der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" auf "King Maxi" getauft wurde, machte erst wieder von seinem wertvollen Erbstück Gebrauch. Arnold zog mit links ab, der Ball flatterte fies und FCN-Keeper Raphael Schäfer war geschlagen.

Diego adelt Arnold



Der 19-Jährige markierte beim "Club" schon seinen siebte Bundesliga-Treffer im 15. Spiel. Und zum fünften Mal gelang ihm das wichtige 1:0 für seine Farben. Trotzdem grämte sich Arnold, die Wölfe hatten noch den Ausgleich durch Daniel Ginczek kassiert: "Ich hätte lieber nicht getroffen und dafür gewonnen."

Unabhängig vom Ergebnis wurde der Jungstar von seinen Mitspielern geadelt. "Er ist im Moment unser bester Spieler", lobte Diego seinen Offensivkollegen, der vor zwei Jahren in Augsburg noch unter Felix Magath sein Erstliga-Debüt gefeiert hatte. Pikanterweise kamen die Worte aus dem Mund Diegos, der Arnold in den letzten Wochen Platz machen und auf die rechte Seite ausweichen musste.

Welpenschutz ist weg



Der Lobredner und der Gelobte werden am Freitag aber ohnehin nicht gemeinsam auf dem Platz stehen. Diego sah in Nürnberg die fünfte Gelbe Karte und wird im Abendspiel gegen den HSV gesperrt fehlen. Arnold muss es also ohne seinen spielstarken Nebenmann richten. "Diego ist nicht zu ersetzen. Ich versuche einfach, der Mannschaft zu helfen. Wenn mir das gelingt, bin ich sehr froh", verdeutlicht der Linksfuß.

Beim jüngsten Heimsieg gegen den BVB hat das geklappt. Als Diego wegen einer Rippenverletzung ausfiel, war Arnold der Fixpunkt im Kreativspiel und die Wölfe drehten einen 0:1-Rückstand sogar in einen Sieg. Jede weitere gute Leistung lässt allerdings auch die Gegner hellhörig werden. Der Welpenschutz ist bei Arnold so langsam weg. "Ich merke schon, dass die Gegner mich anders wahrnehmen. Aber es gehört zum Fußball dazu, dass man sich behaupten muss", findet er.

Allofs: "Er tut dem VfL gut"



Willensstark, bescheiden, bodenständig. Arnold ist in Wolfsburg beliebt, bei Fans und Mitspielern. Und auch Manager Klaus Allofs weiß um sein besonderes Potenzial: "Maximilian steht als ein Junge aus der eigenen Jugend für einen wichtigen Teil unserer Philosophie", sagt Allofs. "Er tut dem VfL gut."

David Schmidt