Das neue Bayern-Duo auf der Doppelsechs: Leon Goretzka und Joshua Kimmich - © © gettyimages / Stollarz / AFP
Das neue Bayern-Duo auf der Doppelsechs: Leon Goretzka und Joshua Kimmich - © © gettyimages / Stollarz / AFP
Bundesliga

Kimmich und Goretzka: Die Harmonie des neuen Bayern-Tandems

München - Von zentraler Bedeutung ist Joshua Kimmich für das Spiel des FC Bayern München schon lange, seit kurzem agiert er aber auch tatsächlich im Zentrum des Geschehens. Wie in der Nationalmannschaft kommt Kimmich nun bei den Bayern ebenso im zentralen defensiven Mittelfeld zum Zug. Die Rückkehr auf seine Lieblingsposition zahlt sich aus - auch dank eines Teamkollegen.

>>> Jetzt beim Tippspiel mitmachen und attraktive Preise gewinnen

Bei der 5:1-Gala gegen Benfica Lissabon in der Champions League bildete Kimmich zusammen mit Leon Goretzka erstmals in dieser Saison die Doppelsechs. Die Umstellung der taktischen Grundordnung weg von einem 4-1-4-1 hin zu einer 4-2-3-1-Formation hat sich seither auch in der Bundesliga mit zwei Siegen bei Werder Bremen und am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg bezahlt gemacht.

>>> Spielbericht: Der FC Bayern München lässt Nürnberg keine Chance

"Es war etwas aus der Not geboren. Wir wussten aber, dass Josh das kann." Niko Kovac, Trainer FC Bayern München

Er ist einer der Gründe, warum sich Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld so wohl fühlt: Leon Gorektza - © gettyimages / Alex Grimm

Video: Arjen Robben sagt "Servus!"

Die Systemänderung führte Trainer Niko Kovac im Vorfeld der Partie darauf zurück, dass man durch eine zusätzliche Absicherung im Zentrum die Konteranfälligkeit minimieren wollte. "Wir werden das erst einmal beibehalten, weil sich die Mannschaft damit wohlfühlt", erklärte Kovac. Dass Kimmich von der Rechtsverteidigerposition in die Mitte gerückt ist, hing auch mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Thiago zusammen. "Es war etwas aus der Not geboren", räumte Kovac ein, "wir wussten aber, dass Josh das kann, nicht nur weil er dort auch in der Nationalmannschaft spielt, sondern auch schon vorher dort gespielt hat."

In der Jugend des VfB Stuttgart und später auch bei RB Leipzig spielte Kimmich auf der Sechs. Und in seiner ersten Saison bei den Bayern 2015/16 stellte ihn sein damaliger Trainer Pep Guardiola zunächst im defensiven Mittelfeld auf. Nach dem Karriereende von Philipp Lahm war er allerdings als Rechtsverteidiger gesetzt. Als Kimmich Anfang September beim Nationalteam im Nations-League-Spiel gegen Frankreich erstmals wieder als Sechser auflief, habe er sich gefreut wie ein Kind.

"Wir ergänzen uns da ganz gut auf der Position. Wir haben auch schon in der Jugend, in der U21 zusammengespielt." Joshhua Kimmich, FC Bayern München

Diese Freude strahlt der 23-Jährige nun auch im Trikot der Bayern an der Seite von Goretzka aus. "Wir ergänzen uns da ganz gut auf der Position. Wir haben auch schon in der Jugend, in der U21 zusammengespielt. Wir kennen uns schon lange und es macht immer wieder Spaß mit ihm zu spielen", sagte Kimmich bei Sky. Sein Trainer Kovac zeigte sich ebenfalls zufrieden mit seinem Mittelfeld-Tandem: "Beide haben ein sehr gutes Fußballverständnis, sehen gewisse Situationen. Sie verstehen sich auch außerhalb des Platzes, das ist auch sehr wichtig. Das ist schon eine Achse, die im Moment richtig Spaß macht."

>>> Interview mit Robert Lewandowski: "Wir haben wieder unseren Rhythmus"

Aber nicht nur defensiv kann das Duo Kimmich/Goretzka punkten, sondern auch offensiv. Gegen Nürnberg legte Kimmich per Eckball den Führungstreffer von Robert Lewandowski auf, später staubte der Pole nach einem Lattenschuss von Goretzka ab. "In letzter Zeit haben wir auch durchs Zentrum ein ganz ordentliches Kombinationsspiel", analysierte Thomas Müller, der selbst als Zehner die Schnittstelle im Umschaltspiel bildet. "Jetzt suchen wir auch die Kombinationen mit Lewa, mit den Sechsern. Und das hat jetzt ganz gut funktioniert."

Drei Siege sind den Bayern wettbewerbsübergreifend in der neuen taktischen Grundordnung gelungen. "Das sollte der Anfang einer Serie sein", sagte Goretzka bei FCB.tv. "Wir haben wieder Souveränität in unser Spiel bekommen. Das war eine konsequente Leistung von uns, daran müssen wir in den kommenden Wochen anknüpfen."

Aus München berichtet Maximilian Lotz