München - Der erste Teil der Länderspielserie ist beendet und die Zwischenbilanz offenbart Verblüffendes: Die Bundesligaprofis im Auslandseinsatz treffen - und zwar vor allem vom Elfmeterpunkt.

Scheinbar werden in der Bundesliga berühmt-berüchtigte Strafstoßschützen ausgebildet. Gleich fünf Elfmeterschützen aus den Reihen der deutschen Vereine wurden am Wochenende gekürt, zwei weitere taten sich mit einem "Doppelpack" hervor.

Elfmeter, so weit das Auge reicht

Hoffenheims Sejad Salihovic beispielsweise verwandelte einen Elfmeter beim 2:0-Sieg von Bosnien-Herzegowina über Weißrussland. Timmy Simons vom 1. FC Nürnberg bewahrte einen kühlen Kopf und brachte mit seinem Elfmeter-Tor das belgische Team in Front ehe der Gegner aus Aserbaidschan noch kurz vor Abpfiff in der 86. Spielminute ausgleichen konnte.

Auch beim Duell Tschechien gegen Schottland ging es spannend zu: Der Tscheche Michael Kadlec von Bayer Leverkusen rettete seiner Mannschaft in der 90. Minute mit seinem Strafstoß noch das 2:2-Unentschieden.

Engagiert zeigte sich auch der Bremer Routinier Claudio Pizarro. Er holte beim Freundschaftsspiel gegen Bolivien einen Elfmeter für Peru heraus, trat selbst an und traf zum 2:2. Der Norweger Mohammed Abdellaoue, abgestellt von Hannover 96, trat schließlich einen Strafstoß gegen Island in der vorletzten Minute zum 1:0-Endstand in die Maschen.

"Doppelpack" für Huntelaar und Choupo-Moting

Sein Kollege aus Hannover, Didier Ya Konan, schlug sich ebenfalls wacker und errang mit der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste ein überragendes 5:0 gegen Ruanda. Sein exzellenter Weitschuss zum 3:0 war nur einer der Höhepunkte dieses Qualifikationsspiels für den Afrika Cup.

Nur ein paar Ecken weiter freute sich Kamerun über dringend benötigte drei Punkte aus der Begegnung mit Mauritius. Eric-Maxim Choupo-Moting von Mainz 05 war mit zwei Treffern maßgeblich am 6:0-Erfolg seiner Kameruner beteiligt.

Doch zurück zur EM-Qualifikation: Auch der Schalker Klaas-Jan Huntelaar verdiente sich seine Lorbeeren mit seinem Beitrag von zwei Toren zum sagenhaften 11:0-Triumph der Niederlande über San Marino.

Acht Tore, fünf Bundesliga-Schützen

Eine ebenso souveräne, wenn auch nicht ganz so torreiche Partie sahen die Zuschauer beim Spiel der deutschen Nationalelf gegen Österreich. Ganz ohne Elfmeter brachte es die Mannschaft von Joachim Löw auf einen 6:2-Endstand gegen die Nachbarn. Gleich fünf deutsche Vereine konnten ihren Torschützen nach dem Spiel auf die Schulter klopfen: Lukas Podolski (1. FC Köln), Andre Schürrle (Bayer 04 Leverkusen) und Mario Götze (Borussia Dortmund) trafen für Deutschland, Martin Harnik (VfB Stuttgart) und Marko Arnautovic (Werder Bremen) ließen Österreich mit ihren Toren zwischendurch jubeln.

In den nächsten Tagen stehen weitere Qualifikations- und Freundschaftsspiele an. Wenn die zweite Runde dann hält, was die erste verspricht, dürfen sich die Landesmannschaften wohl über viele weitere Elfmeter und jubelnde Bundesliga-Profis freuen.

Sabine Glinker


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