Köln - "Gemeinsam für Inklusion" - unter diesem Motto stand der Supercup 2014. Es war der Auftakt der Zusammenarbeit von Bundesliga-Stiftung und Aktion Mensch. Zum Showdown zwischen Borussia Dortmund und Bayern München führten die Stars Einlaufkinder mit und ohne Behinderung aufs Feld. Ein tolles Zeichen für ein selbstverständliches Miteinander, denn auch in den Kids-Clubs wird dem Thema Inklusion immer mehr Bedeutung beigemessen.

Wenige Tage vor dem Supercup fand in Köln das 4. DFL-Sommercamp der Kids-Clubs statt. 250 sportbegeisterte Kinder aus ganz Deutschland wuselten drei Tage lang über das Gelände der Deutschen Sporthochschule Köln. Neben jeder Menge Fußball stand auch Rollstuhlbasketball, Blindenfußball und Blindenklettern auf dem Programm. "Es sollte selbstverständlich sein, dass behinderte und nicht-behinderte Menschen gemeinsam Fußball erleben und genießen können", erklärte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig die Intention des Programms.

"Im Sport wird Behinderung zur Nebensache"

Die Kinder zeigten keinerlei Berührungsängste. "Die Begeisterung im und durch den Sport führt Menschen auf Augenhöhe zusammen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl - da wird Behinderung zur Nebensache", hat Aktion Mensch-Vorstand Armin von Buttlar beobachtet. Deswegen funktioniere die Zusammenarbeit mit den Kids-Clubs, der Bundesliga-Stiftung und der DFL so gut.

Viele Kids-Clubs veranstalten eigenverantwortlich inklusive Veranstaltungen - wie das Bremer Fußballturnier mit einer Handicap-Mannschaft. "Es ist toll zu beobachten, wie Kinder, die sich zunächst vielleicht noch mit einer gewissen Scheu beäugen, ihre Vorurteile verlieren und ausgelassen miteinander spielen", beschreibt Nadja Pilzweger vom Kids-Club Bremen ihre Erfahrungen.

"Kinder sehen wie einfach es ist, mit behinderten Kindern Sport zu machen"

Eine Beobachtung, die auch Ulrike Jansen, die für die Aktion Mensch beim DFL-Sommercamp vor Ort war, bestätigen kann: "Kinder sehen nicht die Hindernisse und Schwierigkeiten von Menschen mit Behinderung, sondern sehen, wie einfach es ist, mit behinderten Kindern Sport zu machen. Sie schauen nicht auf das Defizit von Menschen mit Behinderung, sondern darauf, was sie alles leisten können."

"Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Stadien als öffentliche Plattform der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung zu gestalten - um auch darüber hinaus Berührungsängste und Barrieren abzubauen", schrieb Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball in der November-Ausgabe des Bundesliga-Magazins. Die Kids-Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga leisten wichtige Arbeit auf diesem Weg.

Florian Reinecke