Köln - Der 1. FC Köln reist optimistisch zum rheinischen Derby nach Mönchengladbach. Der FC ist in der Rückrunde noch ungeschlagen und ohne Gegentor und spielt in dieser Saison vor allem auswärts groß auf.

Vor dem Derby spricht FC-Mittelfeldspieler Kevin Vogt im Interview mit bundesliga.de über den Rückrundenstart, die Wahrnehmung des FC bei den Fans und Medien und das Nachbarschaftsduell am Niederrhein.

bundesliga.de: Kevin Vogt, in den Heimspielen des 1. FC Köln ist es weiterhin wie verhext, der Ball will nicht ins Tor. Woran liegt das?

Kevin Vogt: Es ist schwer zu erklären, warum der Ball nicht reingeht. Wichtig ist für uns, dass wir uns Chancen erspielen und wir sehen, dass wir zu Tormöglichkeiten kommen. Und wichtig ist auch, dass wir nach 90 Minuten vom Platz gehen und die Null halten. Das haben wir gut im Griff mit unserer Grundordnung. Jetzt gilt es die Chancen dann auch einmal zu nutzen.

bundesliga.de: Der Rückrunden-Auftakt ist mit fünf Punkten aus den ersten Spielen erst einmal ganz gut gelungen. War aber nicht vielleicht mehr drin?

Vogt: Was heißt, fünf Punkte sind erst einmal gut? Das ist mir zu negativ. Wir haben in Hamburg gewonnen, drei Mal zu Null gespielt. Natürlich wollten wir zuhause den Dreier holen. Das hat man gegen Paderborn gesehen. Wir haben alles investiert, die Körpersprache hat gestimmt von Anfang an. Man kann der Mannschaft nicht viel vorwerfen, außer dass wir kein Tor gemacht haben.

"Schön, wenn die Fans das am Ende anerkennen"

bundesliga.de: Die Kölner Fans sind in dieser Saison in den Heimspielen sehr geduldig und feiern die Mannschaft auch trotz der Torflaute. Wie bewerten Sie die Unterstützung?

Vogt: Ich freue mich, wenn die Fans sehen und tolerieren, dass die Mannschaft auf dem Platz alles gibt. Dafür muss die Mannschaft kämpfen, damit es auf die Ränge überschwappt. Das ist klar. Gegen Paderborn konnte man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben viele Chancen herausgespielt, es versucht zu erzwingen. Wir haben es auch spielerisch auch oftmals gut gelöst. Dann ist es schön, wenn die Fans das am Ende anerkennen, auch wenn es zum Sieg nicht gereicht hat. Und keiner würden sich mehr über einen Heimsieg freuen als wir Spieler.

bundesliga.de: Finden Sie, dass die Leistungen des FC in den Medien zu wenig gewürdigt werden?

Vogt: Ich bin ja nun auch schon einige Zeit in Köln. Es gehört zur Kölner Kultur dazu, dass man als Fan sehr euphorisch ist. Wir wissen, was das Ziel ist. Wir wollen nach der Saison die Klasse gehalten haben und nicht auf einem Abstiegsplatz stehen. Wir sind auf einem guten Weg. Es muss aber auch nicht jede Woche jemand kommen, um uns zu erzählen, wie toll wir sind. Wir können das alles gut einordnen. Aber wir sind definitiv zufrieden mit dem Weg und das können wir auch sein. Wir haben dreimal zu Null gespielt. Darunter kann man sehr positiv einen Strich ziehen. Auch die Fans können das im Großen und Ganzen gut einschätzen.

bundesliga.de: Trotzdem hat die Mannschaft zum Auftakt auch gegen drei Teams gespielt, die selbst große Probleme hatten und hinter dem FC platziert sind. Die kommenden Aufgaben werden bestimmt nicht einfacher, eher schwerer.

Vogt: Ich bin a) kein Freund von Statistiken und b) gibt es keine einfachen Spiele in der Bundesliga. Dementsprechend fällt mir die Hinrunde ein, als wir gegen direkte Konkurrenten wie Hertha oder Freiburg mehr als ärgerlich in den letzten paar Minuten verloren haben. Das ist für uns ein Lernprozess. Wir sind schon einen Schritt weiter als in der Hinrunde und fangen uns nicht mehr so einfache Dinger. Wir wollen die richtige Mischung finden, wir wollen nach vorne was machen, aber trotzdem nicht die Ordnung verlieren. So gilt es, dass wir uns step-by-step als Mannschaft weiterzuentwickeln.

"In Derbys muss man auf dem Platz alles abrufen"

bundesliga.de: Am Karnevalssamstag kommt es nun zum traditionsreichen rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach. Wie groß ist die Vorfreude auf die Partie?

Vogt: Wir freuen uns auf das Derby. Für die Fans ist es das Spiel des Jahres. Es hat eine große Bedeutung. Auch für uns Spieler ist es ein wichtiges Spiel. In Derbys muss man auf dem Platz alles abrufen.

bundesliga.de: Wie wird der FC die Aufgabe angehen?

Vogt: Wenn man in Mönchengladbach nicht kompakt steht, hat man dort ein Problem. Wir werden uns unter der Woche mit dem Gegner beschäftigen. Das macht das Trainerteam sehr gut. Sie stellen uns auf den Gegner ein. Nichtsdestotrotz wollen wir unser Spiel durchziehen. Es wäre schön, wenn wir an unsere Auswärtsbilanz auch in Mönchengladbach anknüpfen könnten.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski