Zusammenfassung

  • Kevin Kampl hätte mit Leipzig lieber einen Sieg bei Ex-Club Leverkusen gefeiert.

  • Der Mittelfeldspieler lobt das Mannschaftsgefüge beim Vizemeister der Vorsaison.

  • Kampl: "Einige Leute sind davon ausgegangen, dass wir einbrechen."

Leverkusen - Einen offenen Schlagabtausch lieferten sich Bayer 04 Leverkusen und RB Leipzig bei ihrem spektakulären 2:2-Unentschieden. Die Fans bekamen vier Tore, zwei Elfmeter, einen Platzverweis und einfach nur ein gutes Spiel zu sehen. Die Leipziger konnten aber trotz zweimaliger Führung und Überzahl den Dreier nicht einfahren und ihren Vorsprung auf die Konkurrenz vergrößern. Deshalb war Kevin Kampl, der kurz vor Ende der Transferperiode von Leverkusen nach Leipzig gewechselt war, im Interview mit dem Remis auch nicht so richtig zufrieden.

Frage: Kevin Kampl, RB Leipzig hat in Leverkusen unentschieden gespielt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Punkt?

Kevin Kampl: Wir sind eher unzufrieden, weil hier und heute mehr für uns drin gewesen wäre. Wir haben bei einer sehr guten Leverkusener Truppe zweimal geführt. In der zweiten Halbzeit haben wir nach der erneuten Führung den Faden verloren, während Bayer 04 besser gespielt hat. Wir waren zu hektisch, zu unruhig und auch zu passiv. Dadurch hat Leverkusen gespürt, dass noch etwas geht. Sie haben verdient den Ausgleich gemacht.

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Frage: Was müssen Sie uns Ihre Kollegen sich vorwerfen?

"Es gab vor der Saison sicher einige Leute, die davon ausgegangen sind, dass wir einbrechen und es nicht packen werden. Aber wir haben uns davon überhaupt nicht beeindrucken lassen."

Kampl: Wir hätten abgeklärter sein und das dritte Tor nachlegen müssen. Dann wäre das Spiel durch gewesen. So ist es bitter. Aber wir nehmen den Punkt jetzt mit. Und ein Remis in Leverkusen ist auch nicht so schlecht, weil die Werkself eine sehr heimstarke Mannschaft ist und daheim noch kein Spiel verloren hat. In der Tabelle stehen sie nicht da, wo sie eigentlich von der Qualität her hingehören.

Frage: RB Leipzig ist der amtierende Vizemeister und steht auch aktuell wieder auf Platz 2 in der Bundesliga. Gibt diese Platzierung den Anspruch und die Realität korrekt wieder?

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Kampl: Wir hätten mit einem Sieg in Leverkusen ein bisschen mehr Abstand auf die folgenden Plätze gehabt. Insofern ist das schade für die Tabelle. Trotzdem bleiben wir Zweiter. Wir haben noch einige wichtige Spiele bis Weihnachten und wollen noch so viele Punkte wie möglich holen. Wir sind als Mannschaft auf einem sehr guten Weg.

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Frage: Hatten Sie erwartet, dass die Mannschaft mit der Mehrfachbelastung durch die internationalen Spiele so gut klar kommt? Es gibt ja auch viele Beispiele von Teams, die richtig Probleme bekommen haben.

Kampl: Es gab vor der Saison sicher einige Leute, die davon ausgegangen sind, dass wir einbrechen und es nicht packen werden. Aber wir haben uns davon überhaupt nicht beeindrucken lassen. Wir versuchen als Mannschaft, Gas zu geben, alles reinzuhauen und als Gruppe an den Ergebnissen - ganz egal ob Siege oder Niederlagen, - zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. Das ist unsere große Stärke.

"Die Jungs haben mich alle super aufgenommen. Ich fühle mich pudelwohl. Es fühlt sich so an, als wäre ich schon länger da."

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem persönlichen Stellenwert innerhalb der Mannschaft?

Kampl: Ich bin mit den ersten etwas mehr als zwei Monaten sehr zufrieden. Ich habe sehr viele Einsätze bekommen, obwohl ich die Vorbereitung mit der Mannschaft nicht mitgemacht habe. Die Jungs haben mich alle super aufgenommen. Ich fühle mich pudelwohl. Es fühlt sich so an, als wäre ich schon länger da. Ich glaube, dass wir noch eine schöne Zeit vor uns haben.

Frage: War der Wechsel von Leverkusen nach Leipzig für Sie fußballerisch und taktisch eine große Umstellung?

Kampl: Nein. Man hat auch in diesem Spiel wieder gesehen, dass beide Mannschaften versuchen, ähnlich und mit Pressing zu spielen. Wenn zwei solche Teams aufeinander treffen, wird es häufig ein bisschen zerfahren. Das hat man bei den beiden Duellen in der letzten Saison gesehen. Ich sehe uns auf einem sehr guten Weg, weil wir schnell aus Fehlern lernen.

Frage: Sie laufen auch mit einer anderen Haarfarbe auf. Ist dieses Grau der Lewandowski-Look?

Kampl: Nein, ich wechsele meine Blondierung alle paar Monate. Wahrscheinlich hat er sie sich bei mir abgeguckt. (lacht)

Frage: Was nimmt RB aus diesem Spiel mit für die Partie in der Champions League am Dienstag bei AS Monaco?

Kampl: Wir müssen die Bundesliga ausblenden und wieder in den Champions-League-Modus schalten. Wir müssen alles in das Spiel legen und wissen, dass wir gewinnen müssen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch nicht mehr so viel zu verlieren.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski