Leverkusen - Der Anfang ist gemacht. Mit einer engagierten und defensiv weitgehend fehlerfreien Leistung erkämpfte sich Borussia Dortmund beim Tabellenrritten Bayer Leverkusen ein verdientes 0:0-Unentschieden. Trotz des Punktgewinns rutschte die Borussia aber auf den letzten Tabellenplatz zurück. Im Interview hob Dortmunds Neuzugang Kevin Kampl dennoch die positiven Aspekte hervor.

Frage: Kevin Kampl, wie zufrieden sind Sie mit dem torlosen Remis in Leverkusen?

Kevin Kampl: In der jetzigen Situation können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Wir haben den Kampf angenommen. Wir wussten, dass Leverkusen etwas befreiter aufspielen kann als wir. Uns war klar, dass Bayer extremes Gegenpressing spielen wird und es kein fußballerischer Leckerbissen wird. Es war ein Spiel mit vielen hohen Bällen und einem Kampf im Mittelfeld um die zweiten Bälle. Deswegen kamen auf beiden nicht so viele Torchancen zustande. Für uns ist der Punkt sehr wichtig. Wir müssen Punkte sammeln. Zum Glück haben wir jetzt im Heimspiel gegen Augsburg sofort wieder die Chance, weitere Punkte zu holen. Wir können aus Leverkusen mit dem Gefühl wegfahren, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war.

Frage: Wie lief es für Sie persönlich bei Ihrem ersten Einsatz in der deutschen Bundesliga?

Kampl: Es war sehr schön, gerade auch hier an meiner alten Wirkungsstätte in Leverkusen. Ich habe viele alte Bekannte getroffen, viele bekannte Gesichter gesehen. Ich war schließlich 13 Jahre bei Bayer 04. Das vergisst man nicht. Es war ein schönes Erlebnis. Ich freue mich, dass ich jetzt in Dortmund angekommen bin. Wir haben jetzt noch 16 Spiele, in denen wir so viele Punkte wie möglich sammeln wollen, um unten schnell herauszukommen.

Frage: Es wurde jetzt drei Wochen auf dieses Spiel hingearbeitet. Wie war die Stimmung in der Mannschaft vor dem Spiel in dieser schwierigen Situation?

Kampl: Die Stimmung war gut. Man merkt den Druck von außen schon. Aber wir haben als Mannschaft versucht, damit positiv umzugehen und uns eingeschworen. Ich glaube, man hat heute auch sehen können, dass wir versucht haben, füreinander auf dem Platz zu kämpfen, auch wenn fußballerisch nicht immer alles gelungen ist. Uns war auch klar, dass noch nicht alles funktionieren wird. Deshalb mussten wir den Kampf annehmen und uns nicht geschlagen geben. Das haben wir gut gemacht. Wir müssen jetzt dieses Spiel abhaken und uns auf Mittwoch konzentrieren. Da wartet mit Augsburg ein schwerer Gegner auf uns. Ich hoffe, dass es dann spielerisch einen Ticken besser aussieht.

Frage: Trotz des Punktgewinns leuchtet jetzt die Rote Laterne in Dortmund, der BVB ist Letzter. Welche Rolle spielt das?

Kampl: Wir sollten nicht zu sehr auf die Tabelle gucken. Das kann sich sehr schnell wieder ändern. Die Spiele kommen jetzt Schlag auf Schlag. Das ist gut. Wir können jetzt Punkte sammeln. Wir sind in einer guten Verfassung. Wie gesagt, ich glaube, dass wir einen wichtigen ersten Schritt gemacht haben. Ich hoffe, dass wir dann am Mittwoch gegen Augsburg auch das Tor treffen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski