München - Die Erfolgsstory der TSG 1899 Hoffenheim ist um ein Kapitel reicher. Und wieder war es Kerem Demirbay, der fleißig daran mitgeschrieben hat. Mit seinem sehenswerten Schuss in den Winkel markierte der Offensivspieler bereits sein drittes Saisontor und ließ die Kraichgauer im 17. Duell mit dem FC Bayern München zwischenzeitlich vom ersten Sieg träumen.

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Am Ende reichte es mit einem 1:1 immerhin zu einem Punktgewinn - dank "dreckiger Verteidigung", wie es Demirbay hinterher formulierte. Dass dem Hoffenheimer Erfolg aber weit mehr zugrunde liegt als nur unbändiger Wille und Kampfgeist, erläutert der Torschütze im Interview.

Frage: Kerem Demirbay, Glückwunsch zum Punktgewinn in München. Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?

Kerem Demirbay: Wir sind nach zehn Spielen weiter ungeschlagen. Das zeigt, wie gut wir derzeit vor allem als Einheit funktionieren. Wir haben gezeigt, dass wir einem Gegner wie den Bayern Stand halten können. Ich denke, dass sowohl der FCB als auch wir nach dem Spielverlauf mit dem Punkt zufrieden sein können.

"Tor ist Tor"

© gettyimages / Matthias Hangst

Frage: War Ihr Schuss zum 1:0-Führungstor einfach nach dem Motto "Augen zu und durch"?

Demirbay: Nein, definitiv nicht. Nadiem Amiri spielt den Ball sehr, sehr gut. Er kommt eigentlich perfekt: nicht zu fest, flach und genau auf meinen linken Fuß. Diese drei Dinge sprechen für sich. Ich wollte den Ball zumindest aufs Tor bringen und unbedingt in die linke Ecke, die entgegengesetzte Richtung von Manuel Neuer bringen. Es sah ein bisschen spektakulär aus, wie der Ball reinging. Aber Tor ist Tor, da ist es mir eigentlich egal, wie er reingeht.

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Frage: Das war Ihr drittes Saisontor und Ihre dritte Torbeteiligung in den vergangenen drei Spielen. Wie erklären Sie sich Ihre starke Form?

Demirbay: Ich arbeite tagtäglich sehr hart und bin zielstrebig. Aber auch die Mannschaft hat einen großen Anteil daran. Wir funktionieren derzeit sehr gut. Das fängt in der Kabine an. Jeder einzelne von uns verbreitet positive Energie. Jeder einzelne von uns arbeitet sehr hart. Dass wir nach zehn Spielen ungeschlagen sind, bestätigt das. Mit den zehn Spielen können wir zufrieden sein.

"Haben dreckig verteidigt"

Frage: Hoffenheim hat in der Vergangenheit bereits drei Mal gegen die Bayern durch ein Tor in der Nachspielzeit verloren. Was war dieses Mal auschlaggebend, dass dies nicht passiert ist?

Demirbay: Unsere Mentalität und der Kampfgeist, der in jedem von uns steckt, waren entscheidend. Am Ende haben wir sehr dreckig verteidigt, womit wir absolut zufrieden sein können. Allerdings haben wir am Ball nicht das gezeigt, was wir draufhaben. Das ist uns in der einen oder anderen Situation nicht so gelungen. München hat sehr viel Druck gemacht, deswegen hat uns nach vorne der eine oder andere Schritt gefehlt. So konnten wir unsere Konter nicht gut ausspielen. Aber es geht weiter und ich hoffe alle bleiben positiv, wovon ich auch fest ausgehe.

Frage: Was ist mit dieser Serie im Rücken in dieser Saison möglich für Hoffenheim?

Demirbay: Das wird man am Ende der Saison sehen. Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen. Jetzt haben wir erstmal eine Woche - in Anführungsstrichen - frei wegen der Länderspielpause und danach geht es gegen den Hamburger SV. Das wird auch kein einfaches Spiel.

Aus München berichtet Maximilian Lotz