Köln - "Ich denke nicht", sagte Ruud van Nistelrooy bescheiden, als er am Montag gefragt wurde, ob er den Angreifern des Hamburger SV nicht ein paar Tipps mit auf den Weg geben könnte, wie diese am Dienstag im Kellerduell gegen den VfB Stuttgart (ab 19:30 Uhr im Liveticker) die für den so wichtigen Sieg benötigten Treffer erzielen sollen.

Der ehemalige niederländische Weltklasse-Torjäger hospitiert derzeit beim norddeutschen Traditionsclub, für den er zwischen Januar 2010 und Sommer 2011 in 36 Bundesliga-Spielen zwölf Treffer erzielte. Ein Angreifer seines Formats stünde der schwächsten Offensive der Bundesliga (erst neun Tore) gut zu Gesicht im richtungsweisenden Spiel gegen den VfB. "Es wird für beide Mannschaften ein Sechs-Punkte-Spiel", betonte Joe Zinnbauer.

Spezialisten für den Dienstagabend

Der HSV-Coach ist fest davon überzeugt, dass sich seine Elf von den derzeit drei Punkten schlechter platzierten Schwaben absetzen kann. "Wir haben ein gutes Gefühl. Mit unserer Heimstärke wollen wir den vierten Heimsieg in Folge ansteuern", lautet die selbstbewusste Vorgabe. Mut macht den Hamburgern dabei eine kuriose Bilanz, die der Club auf seiner Internetseite präsentiert: Für den Hamburger SV ist es das 26. Bundesliga-Spiel an einem Dienstag. Im Schnitt holte der HSV in diesen Partien 2,16 Punkte (16 Siege, sechs Remis, nur drei Niederlagen) - mehr sind es an keinem anderen Wochentag.

Beeindrucken lassen sich die Stuttgarter von derlei Statistiken sicher nicht, zumal sie von sich behaupten können, für eine der wenigen Dienstags-Niederlagen der Hamburger verantwortlich zu sein: 4:0 siegte der VfB am 27. August 1996 gegen den Bundesliga-Dino. Und auch in der jüngeren Vergangenheit sahen die Schwaben an der Elbe meist gut aus: Nur einen Punkt holte Hamburg in den letzten drei Heimspielen gegen den VfB Stuttgart.

Stevens erwartet "aggressiven" HSV

Deren Coach Huub Stevens erwartet ein "umkämpftes Spiel" und eine "aggressive Spielweise" der Gastgeber. Dinge, auf die sich seine Mannschaft einstellen und einlassen muss. Welche Formation der Trainer ins Rennen schicken wird, ist noch offen, da in Martin Harnik (Nackenprobleme) und Alexandru Maxim (Oberschenkelprobleme) zwei wichtige Spieler zuletzt angeschlagen waren. "Wir müssen abwarten", erklärte Stevens. Zumindest in den Kader sollte es indes Daniel Didavi schaffen, der nach seinem Muskelbündelriss im Oberschenkel wieder mit der Mannschaft trainiert hat.

Zum 99. Mal Treffen die kriselnden Traditionsclubs in der Bundesliga aufeinander. Mit den prestigeträchtigen Duellen der Vergangenheit hat die Partie momentan jedoch nicht mehr viel zu tun. "Man erwartet natürlich nicht, dass so zwei große Vereine nach unten abrutschen. Aber man sieht es bei Dortmund, wie schnell es gehen kann und wie schwer es ist, da unten wieder rauszukommen. Da braucht man auch mal ein Quäntchen Glück", weiß Stevens.

Genau das soll van Nistelrooy seinem Ex-Club am Dienstagabend als Zuschauer bringen. Mit David Jarolim, der beim Erfolg im Nordderby gegen den SV Werder Bremen zu Gast war, hat es bereits funktioniert, erinnert sich Zinnbauer: "Wenn die Jungs Fußballer sehen, die schon einiges erreicht haben im Leben, kann es sicherlich noch mal einen Ruck geben." Nur die Tore, die müssen andere schießen.