Endo in seinem Element: Der Japaner ist ein hervorragender Dribbler - © via www.imago-images.de/www.imago-images.de
Endo in seinem Element: Der Japaner ist ein hervorragender Dribbler - © Yohei Osada via www.imago-images.de/imago images/AFLOSPORT
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Torgefährlicher Dribbler aus Japan: Union Berlins Neuzugang Keita Endo im Porträt

Der 1. FC Union Berlin arbeitet weiter mit Hochdruck am Kader für die neue Saison. Mit Keita Endo machten die "Eisernen" nun den ersten internationalen Neuzugang für 2020/21 fix.

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Die Sommerpause ist auch in Corona-Zeiten die arbeitsreichste Phase für die Kaderplaner und Chef-Verhandler der Bundesligisten. Der 1. FC Union Berlin, und als Hauptverantwortlicher Geschäftsführer Oliver Ruhnert, legen in diesen heißen Wochen auf dem Transfermarkt ein ordentliches Tempo an den Tag. Nachdem Leihspieler Marius Bülter vom 1. FC Magdeburg fest verpflichtet wurde und mit Niko Gießelmann (Fortuna Düsseldorf) und Sebastian Griesbeck (1. FC Heidenheim) zwei Spieler von der nationalen Konkurrenz an die Alte Försterei gelockt werden konnten, steht nun auch ein internationaler Neuzugang fest: Der 22-jährige Keita Endo wird für ein Jahr von Yokohama F. Marinos ausgeliehen. Anschließend kann Union ihn per Kaufoption fest binden.

Keita Endo wurde 2019 mit den Yokohama F. Marinos Meister in der J-League - Matt Roberts/Getty Images

"Wir haben Keita Endo lange beobachtet", sagt Ruhnert. "Wir freuen uns, dass er sich für den Schritt nach Köpenick entschieden hat. Keita ist ein sehr interessanter Spieler mit tollen Anlagen, der uns mit seiner Schnelligkeit und Technik weiterhelfen kann. Jetzt gilt es, ihn so schnell wie möglich zu integrieren und ihm das Ankommen in Deutschland so gut wie möglich zu gestalten, damit er sein volles Potenzial in der Bundesliga unter Beweis stellen kann."

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Schnell, dribbelstark, torgefährlich und mannschaftsdienlich

Der 1,75 m große Endo ist ein explosiver, technisch feiner Dribbler, der es liebt, ins Eins-gegen-Eins zu gehen. Bei seinem Jugendclub in Yokohama kam er nach seinem Profi-Debüt 2016 auch als Außenverteidiger zum Einsatz, spielte sich aber schnell auf dem offensiven Flügel fest. Bevorzugt kommt er über die linke Seite.

Der stärkere von zwei starken Füßen ist sein rechter, was in Endos Fall aber keine übertriebene Tendenz zum Selbst-Abschließen bedeutet: Ebenso oft und gut schafft er es außen auf die Grundlinie, von wo er mit seinem - wirklich guten - linken Fuß ins Zentrum flankt. Im Liga-Jahr 2019 trug diese Spielweise die Früchte von neun Toren und sieben Vorlagen - ein ordentlicher Anteil an Yokohamas erstem Meistertitel seit 2004, der mit Endos ersten beiden Länderspielen für die "Blauen Samurai" belohnt wurde.

Nächster Star aus Fernost?

"Ich bin sehr stolz, den Schritt in die Bundesliga gehen zu können und mein Können in einer der besten Ligen der Welt zeigen zu dürfen", wird Endo auf der Union-Homepage zitiert. Mit dem Wechsel aus der J-League in die Bundesliga setzt er eine Tradition fort, folgt dem Beispiel von Landsleuten wie Frankfurts Makoto Hasebe, Shinji Kagawa (Dortmund), Shinji Okazaki (Stuttgart und Mainz) oder Atsuto Uchida, der 2017 nach über 150 Spielen für Schalke zu Union wechselte, verletzungsbedingt aber nur auf zwei Einsätze kam. Nach ihm und einem gewissen Yuzuru Okuyama (2005/06 sieben Spiele in der Oberliga Nord) ist Endo der dritte Japaner in der Unioner Vereinsgeschichte: "Ich habe sehr viel Gutes vom Verein und der Stadt gehört und bin froh, schon bald im Stadion An der Alten Försterei aufzulaufen."

Endo erweitert Urs Fischers Möglichkeiten auf der Linksaußenposition, wo Marius Bülter den Gegnern in der abgelaufenen Saison mit Wucht und Physis zu schaffen machte. Gegen müde gespielte Verteidiger einen ebenfalls schnellen, aber vor allem auch technisch sehr starken Spieler "nachlegen" zu können, könnte der Schlüssel sein, so manch enge Partie zugunsten der Hauptstädter zu entscheiden.

Sein Schwung und sein Trickreichtum im Dribbling ließen manch einen schon vom "japanischen Neymar" sprechen. Das dürfte ein Regal zu hoch gegriffen sein. Aber Endo wäre zumindest nicht der erste Japaner, der die Bundesliga im Sturm erobert.